Ideen für Lohgerberei Benecke gesucht

Ernst Frost und Siegbert Schmidt wollen Lohgerberei-Häuser erhalten

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Ernst Frost und Siegbert Schmidt stzen sich für die Lohgerbereiein.

Wildeshausen – Die alte Lohgerberei Benecke an der Huntestraße in Wildeshausen wurde im Jahr 1900 gegründet. Bereits 1970 hatte der 1922 geborene Besitzer Bernhard Benecke sein Handwerk eingestellt. Als er Anfang 2017 starb, hinterließ er einen komplett erhaltenen Betrieb – allerdings in teilweise baufälligen Gebäuden, die nicht unter Denkmalschutz stehen.

Nachdem lange Zeit unklar war, ob das Ensemble Huntestraße 34 bis 38 zugunsten eines Wohn- und Geschäftsgebäudes abgerissen wird (eine Genehmigung dafür gibt es bereits), ist diese Gefahr vorerst gebannt. Siegbert Schmidt (60) und Ernst-Dieter Frost (54) haben die Häuser Anfang Januar gekauft, ohne sie vorher von innen gesehen zu haben. „Wir sind risikobereit“, betonte Schmidt am Freitag im Rahmen eines kleinen Rundganges. „Jedes Mal, wenn wir hierher kommen, sieht es ganz anders aus“, stimmt ihm Frost zu. In der Frühlingssonne wirkte das Ensemble teilweise romantisch und ließ Gedankenspielereien zu, was man erhalten kann und wie es im Innenhof und in den insgesamt sieben Häusern später mal aussehen könnte.

Zunächst ist den beiden Immobilienbesitzern wichtig, wie die Häuserzeile an der Huntestraße erhalten und genutzt werden kann. „So viel wie möglich“, sagt Frost. Doch schon jetzt ist klar, dass das eine Dach marode ist und auch die anderen Gebäude großen Sanierungs- und Renovierungsbedarf haben. „Egal, ob wir die Fassaden erhalten können oder nicht: Es werden giebelständige Häuser an der Huntestraße stehen“, kündigt Frost an. Zunächst überlegen die beiden Geschäftsleute, ob sie Teile der Häuser für eine kurze Zeit vermieten können. „So lange, bis wir gute Ideen haben, wie es weitergeht“, betont Schmidt. „Und diese werden wir auf jeden Fall auch mit der Stadtverwaltung besprechen.“

Ein Tisch, auf dem Leder verarbeitet wurde.

Die größten Baustellen liegen ohnehin im hinteren Bereich zum Gildeplatz, wo früher die Lohgerberei war. Die meisten Werkstattgegenstände hat die Stadt bereits gesichert und woanders gelagert. In den Gebäuden lagern nur noch drei größere Maschinen wie Pressen und eine Lederwaschanlage, die bei Bedarf an die Stadt abgegeben werden sollen.

„Wir sind gerne bereit, hier etwas zu machen und Geld in die Hand zu nehmen“, so Schmidt im Rahmen des Rundgangs, der durch die alten Werkstätten in einem Holzgebäude sowie rund 100 Jahre alte Wohn- und Arbeitsräume führt. Zum Teil auf mehren Etagen gibt es dort Tische, auf denen das Leder verarbeitet und Gruben, in denen das Leder gewaschen wurde. An vielen Stellen ist zu sehen, dass Mauerwerk und Dach marode sind. In anderen Bereichen stellen Schmidt und Frost fest, dass die Bausubstanz so erscheint, dass ein Abriss nicht unbedingt nötig ist. „Hier könnte man neu mauern und verfugen“, so Schmidt. „Dort könnte ich mir Balkons vorstellen“, ergänzt Frost. Auffällig ist, dass die Sonne ab mittags in den Innenhof scheint, sodass in dem Garten auch ein Café reizvoll wäre.

Einblicke in die alte Lohgerberei Benecke

 © Rohdenburg
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Die Besitzer haben der Stadt zugesichert, dass der im Bebauungsplan ausgewiesene Fußweg realisiert werden soll. Wenn irgendwann später Bauarbeiter anrücken, dann haben sie einen Zugang vom Gildeplatz.

„Wenn wir das alles hier machen, kostet es Millionen“, ahnen Frost und Schmidt. Deshalb wollen sie das Projekt ganz in Ruhe angehen und Ideen sammeln. „Wer uns dabei helfen kann, darf sich gerne melden“, sagen die Besitzer.

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