„Acht Fragen“ zur Landtagswahl 

Patrick Scheelje: „Gute bezahlte Arbeitsplätze“

Patrick Scheelje

Wildeshausen - Im Vorfeld der Landtagswahl am 15. Oktober beantworten die Kandidaten im Wahlkreis 66 Cloppenburg-Nord, zu dem unter anderem Wildeshausen und Großenkneten gehören, politische und persönliche Fragen unserer Zeitung. Heute ist der Wildeshauser Patrick Scheelje (AfD) an der Reihe:

Herr Scheelje, nach aktuellen Ausbauplanungen soll fast allen Haushalten im Landkreis Oldenburg eine Internetbandbreite mit mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Reicht das aus? Was für Maßnahmen sind in den kommenden Jahren nötig, um das Internet auszubauen?

Als gelernter Informatikkaufmann, jain! Glasfaser ja, Vectoring nein. Ich unterstütze das Vorhaben des Landkreises und der EWE, die bislang genehmigten 275 Kilometer Glasfaserkabel an die Kabelverzweiger zu verlegen. Die Glasfaser passt sich perfekt dem künftigen Bandbreitenhunger einer digitalisierten Welt an. Optische Fasern weisen geringe Dämpfungswerte auf, sodass lange Übertragungswege mit wenig Energieeinspeisung auskommen. Hohe Abhörsicherheit gegenüber elektrischen Kabelverbindungen rundet die Vorteilsliste ab. Wären da nicht die hohen Kosten einer Erstverlegung, dürfte das Kupferkabel längst der Vergangenheit angehören. Daher ist die Vectoring-Technologie & Telekom Strategie in einigen Orten des Landkreises, was in meinen Augen zur Re-Monopolisierung der Telekom führt, nur kurzfristig haltbar. Aus technischen Gründen muss zwingend ein einzelner Betreiber die Kontrolle über sämtliche Leitungen am Kabelverzweiger haben. Nur dann kann Vectoring die elektromagnetischen Störungen zwischen den Kupferleitungen entsprechend ausgleichen und deshalb hohe Bandbreiten erreichen. Daher sind 50 Mbit zum gegenwärtigen Zeitpunkt befriedigend, in den kommenden Jahren aber natürlich zu optimieren.

Sehen Sie in den rund 2 000 Flüchtlingen, die derzeit im Landkreis Oldenburg leben, eher eine Chance oder ein Risiko? Warum?

Ich führe ungern ein so komplexes Thema über nachgewiesene Kriegsflüchtlinge als Chance oder Risiko verkürzt aus. Der syrische Arzt, der durch die öffentlich-rechtlichen Sendungen gereicht wird, ist natürlich eine Bereicherung für unsere Gesellschaft und Versorgung. Er stellt aber, wie wir heute wissen, eine Minderheit dar. Viele Flüchtlinge und Asylbewerber haben eben nur rudimentäre Schulbildung oder sind gar Analphabeten. Ohne Enttäuschungen auf beiden Seiten und erheblichem Aufwendungen wird das kaum gehen. Das Wohnungsbauprogramm der vergangenen Jahre hat schon ohne Migrationswelle nicht gereicht. Wettbewerb um Wohnraum wird zunehmen. Auch die Integration wird nicht so einfach werden, wie viele denken. Je größer eine Einwanderergruppe ist, desto schwächer wird der Integrationsdruck, desto stärker wächst die Gefahr, dass Parallelgesellschaften entstehen. Zudem sind wir Deutschen nicht besonders fordernd, wenn es um Integration geht, wie andere EU Länder. Bei uns ist die deutsche Sprache der Schlüssel. Wer zu uns flieht, aber kriminell werden sollte, und damit schwer sein Gastrecht verwirkt, muss gehen. Denn wir haben als Rechtsstaat die ureigenste Aufgabe, unsere Bevölkerung zu schützen.

Was sind die Themen, die Ihnen am Herzen liegen?

Tierschutz, weil es um die wirklich Schwächsten unserer Gesellschaft geht. Betäubungsloses schächten können wir als AfD nicht mit unserem Gewissen vereinbaren.

Beschreiben Sie bitte die Kern-Interessen des Landkreises Oldenburg, die Sie auf Landesebene vertreten wollen.

Kleine und mittelständische Unternehmen bei der Ausbildung und Qualifizierung des Personals unterstützen, um wichtige und gute bezahlte Arbeitsplätze aufzubauen und zu erhalten. Den Familien damit ein Fundament in unserer Region zu bieten. Steuerentlastung für Ausbildungsbetriebe. Notwendige Infrastruktur fördern und ausbauen. Wir siedeln damit Wissen und die Arbeitsplätze von morgen an. Innere Sicherheit muss für jeden Bürger im Landkreis gewährleistet sein, auch in der Ausrüstung der Polizei. Dieses darf keinesfalls ein „Spar-Zustand“ zwischen 22 und 6 Uhr morgens oder an Wochenenden bleiben. Artgerechter und ökologischer Landbau sowie faire Landwirtschaft.

Wie war der Name Ihres ersten Haustieres? Und was war es für ein Tier?

Maxi! Hase.

Erzählen Sie bitte einen Witz.

Mode = Mann opfer Dein Erspartes.

Haben Sie „Ticks“ oder eigenartige Angewohnheiten?

Dem Meer zuhören.

Wenn Sie zu diesem Zeitpunkt eine Biografie über Ihr Leben schreiben müssten, was für einen Titel hätte das Buch?

Eine schrecklich schöne Geschichte.

Alle Kandidaten, alle Ergebnisse

Die weiteren Kandidaten im Wahlkreis und die Ergebnisse am Wahlabend finden Sie in unserem Überblick.

Das könnte Sie auch interessieren

Xi Jinping träumt von China als Weltmacht

Xi Jinping träumt von China als Weltmacht

Worauf freut ihr euch am meisten auf dem Freimarkt?

Worauf freut ihr euch am meisten auf dem Freimarkt?

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Bild von gewildertem Nashorn ist Wildlife-Foto des Jahres

Sparsam arbeiten: So pariert man ein Rinderfilet

Sparsam arbeiten: So pariert man ein Rinderfilet

Meistgelesene Artikel

Schwerer Unfall in Wardenburg: Motorradfahrer kollidiert mit Auto

Schwerer Unfall in Wardenburg: Motorradfahrer kollidiert mit Auto

Marko Bahr: „Die Freiheit verteidigen“

Marko Bahr: „Die Freiheit verteidigen“

Barbara Otte-Kinast: „Niedersachsen ist kein Streichelzoo“

Barbara Otte-Kinast: „Niedersachsen ist kein Streichelzoo“

Landtagswahl: Acht Fragen an Niels-Christian Heins

Landtagswahl: Acht Fragen an Niels-Christian Heins

Kommentare