Verkaufsflächen der Märkte im Fokus

Gutachter am Westring: Sortimente kontrolliert

Zwischen den gut gefüllten Regalen im Famila-Markt am Westring in Wildeshausen sind in letzter Zeit freie Flächen zu beobachten.

Wildeshausen - Die großen Einzelhandelsmärkte am Westring in Wildeshausen haben Ende des vergangenen Jahres unangemeldet Besuch bekommen. Mitarbeiter der Kommunalberatung Dr. Lademann und Partner aus Hamburg kontrollierten und dokumentierten im Auftrag der Stadt Wildeshausen die Sortimente.

Geplant waren vier Termine, an denen die Berater die Verkaufsflächen in der Kreisstadt abschreiten und das Angebot nach 16 Sortimentsgruppen der Wildeshauser Liste analysieren. Nach Auskunft von Hans Ufferfilge, Pressesprecher der Stadt, sind die Untersuchungen erfolgt. Die Ergebnisse sollen demnächst der Politik vorgelegt werden. Baudezernent Manfred Meyer hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, keine Firmen öffentlich an den Pranger zu stellen. Verstöße sollen aber geahndet werden.

Das Sortimentscontrolling sowie das Flächenmonitoring gab es in dieser Form erstmals in Wildeshausen. Laut Baurecht dürfen die großen Einzelhandelsunternehmen am Westring nicht mehr als zehn Prozent ihrer Fläche für Innenstadtsortimente nutzen. Ziel ist es, damit den Handel in der Stadt zu schützen. Zu den zentrenrelevanten Sortimenten gehören beispielsweise Bekleidung, Haushaltswaren, Uhren, Schmuck, Spielwaren, Haus- und Tischwäsche oder Schuhe, die in der Wildeshauser Liste aufgeführt sind.

Bestandsprüfung alle zwei Jahre empfohlen

Bereits im Einzelhandelsentwicklungskonzept aus dem Februar 2015 hatten die Gutachter zu den Angeboten der Märkte Stellung genommen. Sie betonten, dass ein größerer Anteil an zentrenrelevanten Sortimenten außerhalb der Innenstadt vorzufinden ist. „Es empfiehlt sich deshalb, etwa alle zwei Jahre eine Überprüfung der faktischen Randsortimentsanteile des Einzelhandels vorzunehmen“, hieß es in der Expertise – verbunden mit der Empfehlung, die Bestandsdaten des Einzelhandels regelmäßig fortzuschreiben und die Überprüfung der einzelnen Betriebe unangekündigt sowie durch einen geschulten Mitarbeiter der Stadtverwaltung oder gutachterlich begleitet durch ein Monitoring der Verkaufsflächen und der zentrenrelevanten Randsortimente durchzuführen.

Ein solches Monitoring stellt nach Ansicht der Gutachter ein gutes Beobachtungssystem dar, das neben der Überprüfung der Konzepttreue (genehmigter Sortimentsumfang) kontinuierlich Weiterentwicklungen des Einzelhandels in Wildeshausen beobachtet. Neben der Erfolgskontrolle ermögliche dieses Instrument zudem, frühzeitig Problembereiche zu identifizieren. Da im Einzelhandel eine große Fluktuation zu verzeichnen ist, müsste die Datenbank etwa alle zwei bis drei Jahre fortgeschrieben werden.

Aldi und Bio-Markt kommen nicht voran

Die Untersuchungen sind auch deshalb von großer Bedeutung, weil zwei Einzelhandelsprojekte in Wildeshausen derzeit nicht vorankommen. Sowohl bei Aldi an der Harpstedter Straße als auch beim dem geplanten Bio-Fachhandel am Westring sind vorhabenbezogene Bebauungspläne erforderlich. Das gestaltet sich aber schwierig, weil zu große Auswirkungen der Märkte auf benachbarte Grundzentren befürchtet werden.

Der Einkaufsmarkt „Famila“ am Westring verringert derzeit aus eigenen Stücken sein Non-Food-Sortiment. Nach Angaben des Markt-Managers Udo Frommhold reagiert man darauf, dass die Kunden diese Teile des Angebots in den vergangenen Jahren gar nicht so stark nachgefragt haben. - dr

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