Naturschutzbund übergibt Expertise an Krankenhaus Johanneum: „Einzugsbereich nicht verbauen“

Gutachter: Blutbuche ist vital und schützenswert

Die Blutbuche vor dem Krankenhaus ist vital, braucht aber Schutz, um noch lange gesund zu bleiben. Foto: titschack

Wildeshausen – Die Stiftung Johanneum in Wildeshausen hat am Freitag angekündigt, ein Gutachten über die direkt vor dem Krankenhaus stehende Blutbuche in Auftrag zu geben, um zu klären, ob diese durch die geplanten Erweiterungsbauten gefährdetist (wir berichteten). Der Naturschutzbund (Nabu) hingegen kann bereits jetzt eine Expertise vorlegen, die im November vorausschauend beim Baumsachverständigen Helmut Titschack in Auftrag gegeben worden war. Das Urteil des Forstrates ist eindeutig: „Diese mehr als 100 Jahre alte Blutbuche hat Ortsbild prägenden Charakter, ist geschichtsträchtig mit der Kreisstadt verbunden und erfüllt wertvolle Wohlfahrtsfunktionen für uns Menschen sowie unsere Umwelt“, heißt es in dem Gutachten. Kein seriöser Baumsachverständiger könne vorhersagen, was in der nächsten Dekade alles passiere. Das aktuelle Erscheinungsbild der Buche sei allerdings gut. „Es lässt noch auf viele gesunde und verkehrssicherungstechnisch unproblematische Jahre schließen, es sei denn, jemand verbaut dem Baum seinen derzeitigen Lebenseinzugsbereich. Diesen gilt es unbedingt zu schützen“, so Titschack.

Kein Pilzbefall festgestellt

Der Gutachter hat festgestellt, dass der Stammdurchmesser der stattlichen Blutbuche rund 1,28 Meter beträgt. Der Baum ist etwa 23 Meter hoch und hat einen Kronendurchmesser von 26 Metern. Es gibt offenbar keinen Pilzbefall. Der Standort wird vom Gutachter als „grenzwertig“ zwischen altem Grün sowie verkehrtechnischer Verbauung bezeichnet. Ganz entscheidend, so Titschack, sei es, dass das grüne Halbrund um den Baum erhalten bleibe und etwas für den Nährstoffhaushalt der Buche getan wird.

Gutachten gehört zum Bauantrag

Das Gutachten soll noch in dieser Woche an den Verwaltungsdirektor des Krankenhauses Johanneum, Hubert Bartelt, übergeben werden. Die Naturschützer befürchten, dass die Gebäude eines erweiterten Krankenhauses zu nahe an den stattlichen Baum heranrücken.

Eine erste Inaugenscheinnahme sehe den Erhalt des Baumes durch die Bauarbeiten im Rahmen der Planungen des dritten Bauabschnittes als nicht gefährdet an, hatte Bartelt in seiner Pressemitteilung erklärt. „Wir erhoffen uns durch unser Gutachten, das in einigen Wochen vorliegen und Bestandteil des Bauantrages werden wird, die Bestätigung für unsere Planungen“, so der Verwaltungsdirektor.  dr

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