Busunternehmen Wilmering trotzt den Widrigkeiten der Pandemie

„Gut durchs Loch gekommen“

Schulbushalteplatz in Wildeshausen: Dichtes Gedränge vor und in den Fahrzeugen.
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Schulbushalteplatz in Wildeshausen: Dichtes Gedränge vor und in den Fahrzeugen ließ sich kaum vermeiden. Archivfoto: bor

Wildeshausen – Seit rund dreieinhalb Jahren transportiert das Busunternehmen Wilmering aus Vechta als „Verkehrsbetriebe Oldenburg Land“ die Menschen und insbesondere die Schüler durch den Landkreis Oldenburg. Der Familienbetrieb hat eine lange Tradition, doch das, was in diesem Jahr in der Corona-Pandemie an Organisation sowie Sicherheitsvorkehrungen nötig war, hat Geschäftsführer Leo Wilmering noch nicht erlebt. Insbesondere, was plötzliche Schulschließungen oder Unterrichtsausfall betrifft, wurde er immer wieder unangenehm überrascht.

„Plötzlich wurden in einem Gebiet 23 Busse zusätzlich benötigt, dann wiederum keiner mehr“, kritisiert er die Schulpolitik des Landes, die oft nicht zweifelsfrei und weitsichtig formuliert wurde. „So war manchmal bis zuletzt nicht geklärt, ob noch Präsenzunterricht herrscht oder schon Homeschooling“, beschreibt Wilmering insbesondere die Tage vor den Weihnachtsferien als Blick in die Glaskugel, was den Einsatz seiner Schulbusse betrifft. Keinerlei Vorwürfe macht er dabei dem Landkreis Oldenburg. „Die Abstimmung zwischen uns war immer hervorragend. Wir hatten wöchentliche Statusgespräche, um auf Veränderungen reagieren zu können.“

Als systemrelevant eingestuft

„So was haben wir wirklich noch nie gehabt“, blickt Wilmering auf ein anstrengendes Jahr zurück. Allerdings seien Busunternehmen in der jüngern Vergangenheit in einer „gesegneten Position“ gewesen, weil sie als systemrelevant eingestuft seien und damit finanzielle Unterstützung erhielten.

„Wenn bei uns nichts mehr geht, dann geht bei anderen schon lange nichts mehr“, beschreibt der Unternehmer die relativ komfortable Situation. Die Pandemie habe die Einsatzplanung allerdings richtig schwierig gemacht. „Wir hatten zwar nur einen Fahrer, der tatsächlich an Corona erkrankt war“, erzählt Wilmering. „Aber einige Fahrer waren bis zu vier Wochen in Quarantäne, weil es eine Infektion im Umfeld gab.“

400 Fahrer im Auftrag von Wilmering unterwegs

Die Flotte aus Vechta umfasst rund 260 Fahrzeuge. Das Familienunternehmen ist nach eigenen Angaben der zweitgrößte Betrieb seiner Art in Niedersachsen. Rund 400 Fahrer sind im Auftrag von Wilmering täglich unterwegs. Und trotz einiger Einschränkungen sei das Unternehmen „gut durch das Loch gekommen“, findet der Chef. „Wir haben viele Vorsichtsmaßnahmen und ein sehr strenges Hygienekonzept eingeführt“, sagt er.

Selbstverständlich könne er den Unmut von Fahrgästen verstehen, dass in den vollen Bussen kaum Mindestabstände eingehalten werden können. „Wir haben nun mal nur begrenzte Kapazitäten“, sagt der Unternehmer. Die Pläne, zusätzlich Reisebusse einzusetzen, seien aber wenig praktikabel. „Die haben ganz andere Ein- und Ausgänge“, erklärt Wilmering. „Sie haben keine Echtanzeige per Display, keine Kartendrucker, und man kann mit Reisebussen keine Lichtsignalanlagen steuern, was deutliche Zeitverluste einbringt“, fährt er fort.

Bei der Übernahme des Linienbündels Oldenburg-West im Jahr 2017: Stefan Bendrien (Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen, ZVBN), Michael Groitzsch (Firma Wilmering), Reiner Bick (ZVBN), Landrat Carsten Harings, Schulamtsleiter Maik Ehlers und Leo Wilmering (v.l.). Archivfoto: Rohdenburg

Unter dem Strich glaubt der Busunternehmer, dass sein Betrieb und die Partner ihre Aufgaben im vergangenen Jahr gut gelöst haben. Sollte der Bedarf an Bussen in den kommenden Wochen wachsen, ist Wilmering der Ansicht, dass Landkreis und Unternehmen noch reagieren können. „Es stehen Linienbusse bei befreundeten Unternehmen, die man nutzen könnte“, sagt er. Zudem seien vor Weihnachten doch nicht alle verfügbaren Fahrzeuge eingesetzt worden, weil der Bedarf nicht so groß war, wie befürchtet.

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