Ungewöhnliches Einsatzfahrzeug in Düngstrup

Aus dem Güllewagen wird ein mobiles Wasserreservoir

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Das Wasser spritzt aus dem Güllewagen und kann entweder Flammen löschen oder den Boden so nass machen, dass sich ein Feuer nicht weiter ausbreitet. 

Düngstrup - Immer wieder rücken die Freiwilligen Feuerwehren der Region zu den immer gleichen Einsätzen aus – Flächenbrände sind derzeit keine Seltenheit. Die Wasserversorgung ist für die Ehrenamtlichen dabei natürlich von besonderer Bedeutung. Die Feuerwehr Düngstrup setzt im Kampf gegen Flammen und Wasserknappheit auch auf einen zum Wasserresevoir umfunktionierten Güllewagen.

„Der Tank fasst 26. 000 Liter Wasser. Unser kleines Löschfahrzeug nur 1.800 Liter“, verdeutlicht Ortsbrandmeister Kurt Hagelmann den Vorteil während eines Ortstermins. „Die herkömmlichen Tankfahrzeuge können nur 4 800 Liter mitführen.“ Seit zwei Wochen steht das Gespann schon parat. „Und nach drei Tagen war es bereits im ersten Einsatz“, berichtet der Feuerwehrmann. Beim Brand eines Mähdreschers in Kleinenkneten (wir berichteten) leistete es wertvolle Dienste. „Hätten wir den Wagen nicht gehabt, wäre es ganz anders ausgegangen“, ergänzt Hagelmanns Stellvertreter Andreas Debbeler, der gleichzeitig Landwirt ist. Ihm gehört der gewaltige Anhänger.

Seine eigenen Schlepper sind gegenwärtig allerdings im Ernteeinsatz. Den fabrikneuen, zehn Tonnen schweren und 366 PS starken Fendt, der den Güllewagen nun im Ernstfall zieht, hat die Firma Landmaschinen Schröder kostenlos zur Verfügung gestellt. Fünf Fahrer stehen bereit, um im Brandfall rund um die Uhr ausrücken zu können. Ein Handfunkgerät erleichtert die Navigation zum Einsatzort.

Dort können die Düngstruper in kurzer Zeit bis zu 1,5 Hektar Fläche löschen oder bewässern – bei Feldbränden ist auch das von unschätzbarem Wert.

Die Feuerwehrleute Andreas Debbeler und Kurt Hagelmann (von links) zeigen den Adapter, mit dem die Feuerwehrfahrzeuge Wasser aus dem Güllewagen aufnehmen können.

Doch damit nicht genug. Denn dank des Einfallsreichtums können die Brandschützer von dem Anhänger aus auch ihre Einsatzfahrzeuge befüllen. „Bis zu drei gleichzeitig“, sagt Hagelmann. „Das dauert nur zwei bis drei Minuten.“ Den passenden Adapter für das Schlauchsystem der Feuerwehrfahrzeuge – normalerweise wird ja nur Gülle in den Hänger gefüllt – hat er kurzerhand selbst entworfen und gebaut. Dadurch sei das Gespann dann sogar bei Waldbrände von großem Nutzen, schildert der Ortsbrandmeister. Denn mit großen Löschfahrzeugen sei im Wald oftmals kein Durchkommen. Und die kleinen hätten letztlich zu wenig Wasser an Bord. „Jetzt können wir sie am Waldrand mehrmals befüllen“, so Hagelmann. Und wenn der riesige Tank leer ist? „Dann füllen wir ihn an der Aue wieder auf“, sagt Debbeler. „Er ist in sechs Minuten wieder vollgepumpt.“  

fra

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