Gudrun Brockmeyer ist seit 40 Jahren mit Fotostudio in der Kreisstadt selbstständig/An der Westerstraße fing alles an

„Der Mensch muss im Vordergrund stehen“

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Das Team um Gudrun Brockmeyer (Mitte) und Ehemann Cord Brockmeyer (2.v.li.): Fotografin Joelle Gartelmann, der Auszubildende Dietmar Stichow (drittes Lehrjahr) und die Fotografin Theresa Gildehaus (von links).

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Fotografie ist ihr Leben – ihr Anspruch und der ihres Teams ist es, stets 100 Prozent zu geben, um die Kunden zufrieden zu stellen: Gudrun Brockmeyer, die ein Fotostudio in Holzhausen betreibt, kann am Freitag, 19. Februar, auf 40-jährige Selbstständigkeit in der Kreisstadt zurückblicken. „Keines der Jahre, keinen Tag davon möchte ich missen“, sagt die 65-Jährige, die zum Jahresende in den Ruhestand geht.

Zunächst aber soll das Jubiläum gefeiert werden. „Dazu sind für Freitag alle zu einem Gläschen Sekt und netten Gesprächen eingeladen, die sich mit uns und unserem Studio verbunden fühlen“, sagt Brockmeyer. Das Team werde sich die Zeit für lockere Klönschnacks nehmen.

Geboren und aufgewachsen in Hoya, zeigte Brockmeyer schon als Kind großes Interesse an der Fotografie. So lag es auf der Hand, diesen Beruf zu ergreifen. „Nach meiner Ausbildung in Hoya habe ich in diesem Betrieb noch zwei Jahre als Gesellin gearbeitet“, so Brockmeyer. Nach der Hochzeit mit dem Berufssoldaten Cord Brockmeyer verschlug es die Eheleute nach Ahlhorn, wo der Gatte auf dem Fliegerhorst stationiert war.

„Auch ich habe dort zunächst eine Anstellung als Berufsfotografin bekommen. Wir hatten zudem eine Bildstelle“, betont Brockmeyer. Es sei eine höchst interessante Tätigkeit gewesen. „Ich habe sogar aus dem Hubschrauber heraus Fotos über See und Land gemacht, um verschiedene Dinge zu dokumentieren.“ Die Meisterschule schloss sie im Jahr 1974 mit der Prüfung vor der Handwerks-kammer Hamburg ab.

„Mein Herz schlug aber auch damals schon für die Porträtfotografie“, erzählt die Fotografenmeisterin. Auf dem Fliegerhorst habe sie Rudi Pelz senior kennengelernt, der ihr den Vorschlag gemacht habe, in Wildeshausen ein Fotostudio zu eröffnen: „Genau das war der Startschuss für meine Selbstständigkeit.“ Damals habe sie großes Glück gehabt, das Geschäft im ehemaligen Drechsler-Haus an der Westerstraße 10 mieten zu können: „Start war dort am 19. Februar 1976. 1984 musste ich an die Westerstraße 39 umziehen, weil das Haus abgerissen werden sollte.“

Bereits im August 1985 ging es jedoch zurück, es wurde das Geschäft in der Wittekind-Passage eröffnet, in dem das Foto-Studio Brockmeyer bis Juli 2001 zu Hause war, ehe es nach Holzhausen ging. „Wir hatten die ehemalige Grundschule bereits 1984 gekauft. Ich bin lange zweigleisig gefahren, hatte seit Anfang der 90er-Jahre zwei Studios“, erzählt Brockmeyer. Am 5. Juli 2001 sei das Geschäft in Holzhausen offiziell eingeweiht worden.

„Es ist wichtig, dass du dich gut aufstellst und gute Leistungen vorweisen kannst. Vernünftige Fotos werden heute nach wie vor benötigt, obwohl fast jeder eine Kamera in der Tasche hat“, sagt Brockmeyer. Nicht umsonst verbringe sie mit ihrem Team sehr viel Zeit im Studio, um Familienfotos zu machen: „Hinzu kommen Gesellschaftsfotografie sowie Aufnahmen für gewerbliche Internetauftritte.“ Ohne genau gezählt zu haben, schätze sie, dass sie in den 50 Berufsjahren gut 100000 Menschen fotografiert hat. Ihr Anspruch sei es stets gewesen, 100-prozentige Kundenzufriedenheit zu erreichen.

Was aber war für die „Fotografin aus Berufung“ die größte Herausforderung? „Jeder Kunde ist für uns immer wieder eine Herausforderung. Der Mensch muss stets im Vordergrund stehen. Nur so bekommen wir ein gutes Ergebnis.“ Die größte persönliche Aufgabe sei zweifelsohne jedoch gewesen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. „Ohne Cords Unterstützung, der auch heute noch für die Technik zuständig ist, hätte ich das niemals geschafft.“ Es sei ihr stets ein Anliegen gewesen, dass auch die Familie mit den zwei Töchtern nicht zu kurz kommt: „Leider war es oft so, dass der Beruf an erster Stelle stand.“

Die größte „Revolution“ sei zweifelsohne die Umstellung von analoger auf digitale Fotografie gewesen. „Allerdings bin ich recht spät, erst vor zehn Jahren umgestiegen. Vorher hat für mich einfach die Qualität der digitalen Aufnahmen noch nicht gestimmt“, betont Brockmeyer. Einige Jahre habe sie auch noch ein analoges Schwarz-Weiß-Labor gehabt.

In ihrem analogen Bestand gibt es heute noch tausende von Negativen, die die Kunden jetzt günstig erstehen können. Sie sollten sich einfach im Fotostudio melden.

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