Spitzenwerte in Beckeln und Düngstrup

Grundwasser rund um Wildeshausen stark mit Nitrat belastet

Harald Gülzow (r.) im Gespräch mit einem Brunnenutzer.

Wildeshausen - Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen der Informationsveranstaltung am 8. August in der Kreisstadt beim Labormobil abgegeben wurden. In 40 Prozent der untersuchten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter.

Insgesamt wurde bei der Untersuchung das Wasser aus 39 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Dötlingen, Harpstedt und Wildeshausen analysiert. „Die Landesregierung in Hannover muss in dieser Region dringend zusätzliche Maßnahmen zur Verringerung der Belastung aus der Landwirtschaft verankern“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Nitratbelastetes Wasser darf nicht in Teiche gefüllt werden

Die Mitglieder fanden bei der Untersuchung 130 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Beckeln. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Harpstedt mit 78 Milligramm pro Liter (mg/l), in Vossberg mit 71 mg/l, in Wildeshausen mit 98 mg/l, in Dötlingen mit 77 mg/l und in Düngstrup mit 121 mg/l fest.

Das Wasser ist wegen der Überschreitung des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen. Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser kommt es zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr. Diese muss man bei der Düngung dringend beachten, damit es nicht zu einer unnötigen Nitratanreicherung in der Pflanze kommt.

„Bürger hat ein Recht auf sauberes Wasser“

Gerade bei den starken Belastungen im Grundwasser müsse in der regionalen Landwirtschaft eine noch höhere Effizienz beim Düngen erfolgen als in den nicht belasteten Regionen, so Physiker Harald Gülzow. „Der Bürger hat ein Recht auf sauberes Wasser. Da es für die Wasserversorger in der Zukunft immer aufwendiger wird, Wasser zu liefern, das den Grenzwert für Nitrat einhält, werden die Preise für Leitungswasser steigen.“ Umso ärgerlicher sei die Belastung, da viele Gartenbesitzer heute schon wegen der starken Belastung im Brunnen für viele Verwendungen im Garten Leitungswasser verwenden müssten.

Damit in Zukunft die Nitratbelastungen im Grundwasser abnehmen, bedarf es nach Einschätzung von Gülzow ein schnellstmögliches Umdenken bei den Landwirten und landwirtschaftlichen Verbänden.

dr

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