Überprüfung auf Pflanzenschutzmittel

Grundwasser im Landkreis Oldenburg: Nur vier von 57 Brunnen unbelastet

Bei der Grundwasser-Qualitätskontrolle des Landkreises Oldenburg kam es zum Teil zu irritierendes Details. Demnach sei nur ein kleiner Teil der Brunnen im Kreisgebiet völlig unbelastet.

  • Der Landkreis Oldenburg überprüft regelmäßig die Qualität des Grundwassers.
  • Bei der Prüfung der 57 Brunnen im Landkreis Oldenburg wurden teils verbotene Pflanzenschutzmittel gefunden.
  • Nur ein Bruchteil der Brunnen im Kreisgebiet sei völlig unbelastet.

Dötlingen/Landkreis – Regelmäßig überprüft der Landkreis Oldenburg die Qualität des Grundwassers in seinem Gebiet. Jährlich wird dabei die Menge an dem darin gelösten Nitrat gemessen, alle drei Jahre suchen die Experten zusätzlich nach Rückständen von Pflanzenschutzmitteln. Während der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Abfallwirtschaftsausschusses am Dienstagnachmittag im Hotel Altona haben Mitarbeiter des Amtes für Bodenschutz und Abfallwirtschaft die Ergebnisse der aktuellen Überprüfung von 57 Brunnen im Kreisgebiet vorgestellt – mit zum Teil irritierenden Details. Und das hatte mit alten Pflanzenschutzmitteln sowie erstmals überprüften Abbausstoffen anderer dieser Chemikalien zu tun.

LandkreisOldenburg
Fläche 1.063 km²
Bevölkerung129.484
KreisstadtWildeshausen

Die Liste der ausgewerteten Stoffe richte sich nach der „Niedersächsische Landesliste für Trinkwasseruntersuchungen auf Pflanzenschutzmittel und Biozidprodukte“, berichtete Gerrit Finke für die Verwaltung. Diese umfasse seit diesem Jahr das Metabolit (Abbauprodukt eines Pflanzenschutzmittels) namens Trifluoressigsäure (TFA). Da diese zuvor noch nicht zu dem Prüfungskanon gehörte, habe er – der direkten Vergleichbarkeit mit den Werten von 2017 halber – zunächst eine Auswertung ohne TFA vorbereitet.

Nicht zugelassene Mittel in drei Brunnen im Landkreis Oldenburg

Dabei konnte das vom Landkreis Oldenburg beauftragte Fachbüro in drei Messstellen Rückstände von dreien seit langem nicht mehr zugelassenen Mitteln feststellen, wie sie in der Landwirtschaft genutzt wurden, so Finke weiter: den Herbiziden Atrazin und Diuron sowie dem Fungizid Oxadixyl. Zudem lagen die gemessen Mengen auch noch über den Grenzwerten für Trinkwasser, wie sie selbst für aktuell zugelassene Pflanzenschutzmittel gelten (0,0001 Milligramm je Liter). Nachgewiesen wurden die Chemikalien in Proben aus den Bereichen Südsiedlung Ahlhorn, Heinefeld bei Wildeshausen und nahe Prinzhöfte. Dies sei an das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) gemeldet worden.

Belastungen nachweisen: Alle drei Jahre überprüft der Landkreis Oldenburg Grundwasser auf Rückstände von Pflanzenschutzmitteln.

Nur zehn Proben lagen unterhalb der Nachweisgrenze. 26 weitere unterhalb des „gesundheitlichen Orientierungswertes“ des Umweltbundesamtes für sogenannte „nicht relevante Metabolite“ von 0,003 Milligramm je Liter, führte Finke aus. Weitere 15 Brunnen wiesen hingegen höhere Werte auf, doch überschritten diese nicht die Obergrenze der Orientierungswerte von 0,01 Milligramm je Liter. Sie gelten somit noch als „mittelfristig hinnehmbar“. Drei weitere überschritten allerdings auch diese Obergrenze.

Noch vor drei Jahren lagen 13 Brunnen unterhalb der Nachweisgrenze, 29 unter der Orientierungsgrenze für Metaboliten sowie zehn in dem noch tolerablen Bereich. Vier überschritten diesen Orientierungswert und vier den Trinkwasser-Grenzwert.

Dass aktuell in 47 der Brunnen Pflanzenschutzmittel oder deren Abbaustoffe nachgewiesen wurden, „sollte uns Mahnung sein“ für weitere Bemühungen in Hinblick auf den Grundwasserschutz, sagte Finke.

Landkreis Oldenburg: Nur vier Brunnen völlig unbelastet

Rechne man jedoch den neu untersuchten Abbaustoff TFA mit ein, ändere sich das Ergebnis: nur vier der 57 Brunnen seien dann völlig unbelastet. Das Metabolit käme „fast flächendeckend“ im Landkreis Oldenburg vor. 29 Messstellen lägen dann unter dem Orientierungswert, der Rest darüber aber unter der Obergrenze. In keinem der Brunnen, merkte er an, sei das öffentlich viel diskutierte Mittel Glyphosat gefunden worden.

Die gefundenen, teils schon seit Jahrzehnten verbotenen Pflanzenschutzmittel, irritierten einige der Ausschussmitglieder. „Wie kann das da noch auftauchen?“, fragte etwa Armin Köpke (CDU). Finke antwortete, dass sich diese im Wasser nicht abbauten und so über lange Zeit erhalten geblieben sind. „Da sehe ich erhebliche Probleme auf uns zukommen“, kommentierte Reinhold Schütte (Grüne).

Rubriklistenbild: © dpa

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