Gremium bewertet Flächen und sichert sie für die Landwirtschaft

Grundstücksverkehrsausschuss ohne Naturschutzverbände

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Kreistagsvorsitzender Hartmut Post (l.) und Landrat Carsten Harings gratulieren Max Hunger (r.) zu seiner Wahl. 

Wildeshausen - Macht es Sinn, im Grundstücksverkehrsausschuss neben Vertretern aus der Landwirtschaft auch Umwelt- und Naturschützer zu beteiligen? Darüber gingen die Meinungen im Kreistag am Dienstagabend weit auseinander. Zunächst, so schließlich das Abstimmungsergebnis, wird sich an der Besetzung nichts ändern.

Der Ausschuss wird immer dann angerufen, wenn es darum geht, dass landwirtschaftliche Flächen den Besitzer wechseln sollen. Die Areale müssen über einen Hektar groß sein. Ziel ist es, zu vermeiden, dass der Landwirtschaft wichtige Bereiche entzogen werden. Dem Ausschuss gehören mit Stimmrecht drei von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen bestimmte sowie zwei vom Kreistag gewählte Mitglieder an. In den kommenden Jahren sind das Landwirt Jürgen Seeger aus Großenkneten, Landwirtin Heide Behrens aus Wildeshausen, Forstwirt Jens Petermann aus Hatten, Landwirt Heiner Möhlenpage aus Wardenburg und Landwirt Thorben Schwarting aus Ganderkesee. Dazu kommen Ralf Oltmann aus Dötlingen, Ingo Wachtendorf aus Hude und Lüder Wessel aus Dünsen als beratende Mitglieder ohne Stimmrecht.

Landrat Carsten Harings ging vor der Wahl darauf ein, dass es durchaus Gründe gebe, auch Vertreter von Umwelt- und Naturschutzverbänden in das Gremium aufzunehmen. Er hielt jedoch den Zeitpunkt für ungeeignet und plädierte dafür, zunächst alles beim Alten zu lassen.

Damit mochte sich aber Eduard Hüsers von den Grünen nicht zufriedengeben. „Wir diskutieren das schon seit vielen Jahren und hätten nun den Vorschlag erwartetet, Umweltschutz- und Zweckverbände zu beteiligen. Das würde für deutlich mehr Transparenz sorgen“, erklärte er.

Wilfried Siems (CDU), der 20 Jahre Mitglied im Grundstücksverkehrsausschuss war, lehnte das allerdings ab. In dem Gremium gehe es „zu 99 Prozent um landwirtschaftliche Flächen“, betonte er. Der Umweltgedanke spiele da auch keine große Rolle, denn es gehe primär darum, die Areale für die Landwirtschaft zu sichern.

Kreszentia Flauger (Linke) wollte durch einen Antrag erreichen, dass sich schon bald der Fachausschuss mit der Problematik beschäftigt. Allerdings kam es zu einem Patt mit jeweils 22 Ja- und 22 Nein-Stimmen bei drei Enthaltungen. Somit wird es zunächst keine weitere Diskussion um den Ausschuss geben, der etwa acht Mal im Jahr tagt.

Gar keine Diskussion gab es um die Bestellung des Kreisbeauftragten für Naturschutz- und Landschaftspflege. Max Hunger aus Großenkneten wurde einstimmig gewählt. Er bekleidet das Amt seit dem Jahr 2011 und engagierte sich auf vielfältige Weise. „Sein Informationsangebot reicht von vogelkundlichen Wanderungen über Exkursionen bis hin zu Vorträgen über Natur und Landschaft“, heißt es lobend von der Kreisverwaltung. Seine vielfältigen Kenntnisse gebe Hunger gerne an Naturinteressierte weiter. Er sei ein zuverlässiger und kompetenter Ansprechpartner sowie effektiver Mittler zwischen Kreisverwaltung und Bürgern. 

dr

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