„Erasmus+“-Projekt

Wildeshauser Gymnasiasten im digitalen Austausch mit Polen, Portugal und Italien

Führen das „Erasmus+“-Projekt digital fort: Die Gymnasiasten Paula Debbeler und Nikita Wagner sowie die Lehrerinnen Antje Grützmacher und Tanja Krönke (v. l.).
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Führen das „Erasmus+“-Projekt digital fort: Die Gymnasiasten Paula Debbeler und Nikita Wagner sowie die Lehrerinnen Antje Grützmacher und Tanja Krönke (v. l.).

Dass internationaler Austausch auch digital möglich ist, beweisen Gymnasiasten aus Wildeshausen. Statt Pasta in Italien gab es nun Pasta vorm Bildschirm.

Pizza und Pasta vor dem Bildschirm statt live in Kampanien. Paula Debbeler, Nikita Wagner und ihre Mitschülerinnen vom Gymnasium Wildeshausen hatten sich das Projekttreffen mit den italienischen Jugendlichen der Sekundarschule „Pietro Paolo Parzanese“ in Ariano Irpina ursprünglich vollkommen anders vorgestellt. Die dritte Exkursionswoche im Rahmen des EU-Programms „Erasmus+“ war gemeinsam mit den Projektpartnerschulen aus Warschau (Polen) aus Almada (Portugal) für Mitte April in Italien geplant.

Doch nach Besuchen in Straßburg und Portugal musste diese Begegnung wegen der Corona-Pandemie ins Internet verlegt werden. Debbeler und Wagner gehören zu einer Gruppe von insgesamt 30 Schülern des Gymnasiums aus der Kreisstadt, die seit September 2019 einen Teil ihrer Freizeit für das EU-Projekt unter dem Motto „Footprints – Where have we come from? Where will we go?“ (Fußspuren – woher kommen wir? Wohin werden wir gehen?) opfern.

Die italienische Woche musste nun also digital stattfinden und stand ganz unter dem Zeichen der Essgewohnheiten der teilnehmenden Nationen. Dazu präsentierten die Jugendlichen am ersten Tag typische Gerichte ihrer Heimatländer. Während die polnischen Schüler in Video-Tutorials Piroggen (mit Fleisch und Kraut gefüllte Teigtaschen) und die Portugiesen Bacalhau (Kabeljau) auftischten, servierten die Wildeshauser Gymnasiasten Kartoffelpuffer, um am dritten Tag mit einem Spargelgericht und Grünkohl aus der regionalen Küche nachzulegen. Auch wenn sie ihr Lieblingsgericht lieber in Italien probiert hätte, freute sich Paula Debbeler über das Originalrezept für italienische Lasagne, das sie so schnell wie möglich ausprobieren will.

Der Austausch von Rezepten hat natürlich einen ernsten Hintergrund. „Getreu dem Projektmotto ging es darum, Essgewohnheiten der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu beleuchten und kulturelle Unterschiede wahrzunehmen“, erklärten die beiden betreuenden Lehrkräfte Tanja Krönke und Antje Grützmacher.

Die Schüler befassten sich auch mit der Geschichte des Essens. „Die Römer kannten bereits so etwas wie ,Street Food‘“, wusste Nikita Wagner zu berichten. „Das haben Archäologen bei einer Grabung in Pompeji erst kürzlich herausgefunden“, so der 18-jährige Gymnasiast.

An diesem Punkt strahlten die Augen von Grützmacher. „Der Besuch in Pompeji wäre einer der Höhepunkte unserer Reise gewesen“, erklärt die Fachobfrau für Latein. Ariano Irpino liegt nur wenige Kilometer östlich der Stelle am Golf von Neapel, wo im Jahr 79 nach Christus Pompeji und Herculaneum beim Ausbruch des Vesuv verschüttet wurden.

Krönke und Grützmacher lobten das Engagement und die erworbene digitale Kompetenz der Schüler. „Die Vorbereitungen auf die Video-Konferenzen waren einfach professionell und mussten den Vergleich mit Meetings in der digitalen Arbeitswelt absolut nicht scheuen“, erklärte Krönke. „Dieser Umgang mit digitalen Medien ist eine perfekte Vorbereitung für das Berufsleben“, hob Grützmacher hervor.

Für die Gymnasiasten ergaben sich natürlich auch persönliche Kontakte. Nikita Wagner hatte das Glück, gleich zu Beginn des Projekts nach Portugal reisen zu können. „Die Freundschaften, die ich dort geschlossen habe, konnte ich jetzt sogar noch vertiefen“, freute sich der 18-Jährige. Laura Debbeler entdeckte während des Austauschs spannende Gemeinsamkeiten. „Wir kommen alle aus verschiedenen Ländern und sind uns doch so ähnlich“, stellte die 15-Jährige fest.

Auch das nächste Treffen im Mai, bei dem die Wildeshauser Gastgeber sein werden, muss digital über die Bühne gehen. Bleibt zu hoffen, dass sich alle bei der Abschlussveranstaltung im Oktober in Polen noch einmal persönlich treffen können.

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