Kritik an Geestland wegen Corona-Maßnahmen

Grüne wollen Zweibett-Zimmer für Schlachthofmitarbeiter untersagen

Hohe Coronazahlen: Die Grünen fordern weitere Maßnahmen für Schlachthöfe wie Geestland.
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Hohe Coronazahlen: Die Grünen fordern weitere Maßnahmen für Schlachthöfe wie Geestland.

Wildeshausen – Die Grünen im Landkreis Oldenburg halten die Äußerungen des Geflügelschlachters Geestland in Wildeshausen zu vermehrten Corona-Infektionen bei seinen Mitarbeitern für „kaum zu ertragen“ und fordern, dass das Gewerbeaufsichtsamt und die Kreisverwaltung die Branche in der gesamten Ablaufkette genauer prüfen, um die Ursachen für die hohen Inzidenzzahlen zu ergründen.

„Alle Geschehnisse im Unternehmen, in den Pausen, vor den Werkstoren, auf den Arbeitswegen sowie in den Unterkünften sind zu durchleuchten. Zweibett-Zimmer sollten als erster Schritt sofort untersagt werden“, betont der Grünen-Fraktionsvorsitzende Eduard Hüsers in einer Pressemitteilung von Freitag.

„Schneller Brüter für das Coronavirus?“

„Wenn das Unternehmen Geestland schreibt, dass täglich getestet wird und so Infektionen umgehend festgestellt werden oder damit ausgeschlossen werden könnte, dass ein Infektionsgeschehen im Betrieb stattfindet, versteckt es seine Verantwortung hinter PCR-Tests“, kritisiert Hüsers. „Übertragen heißt diese Aussage, dass sich die Schlachthofmitarbeiter bei den Wildeshauser und Großenkneter Bürgern anstecken. Das ist doch vollkommener Unsinn.“ Anstatt sich in „Unschuld zu suhlen“, sollte das Unternehmen lieber hinterfragen und analysieren, wieso bei seinen Mitarbeitern im Schlachtbetrieb ein Inzidenzwert mehr als 4 000 vorkomme. „Kann es nicht sein, dass die Arbeitsbedingungen wie ein schneller Brüter für das Coronavirus wirken?“, fragt Hüsers. Nach seiner Einschätzung ist das Infektionsgeschehen in den Schlachthöfen viel zu hoch. Die Erklärung von Geestland, dass die im Auftrag der Firma angemieteten Mitarbeiterwohnungen die Anforderungen der niedersächsischen Wohnstättenverordnung erfüllen, hält der Grüne für ein „Armutszeugnis“.

„Geestland schiebt Verantwortung auf ehemalige Werkvertragsarbeiter“

Damit schiebe Geestland die Verantwortung auf seine ehemaligen Werkvertragsarbeiter. „Diese sind jetzt in anderer Weise aber immer noch abhängig“, so Hüsers. „Geestland mietet die Wohnungen über ein Tochterunternehmen an, bringt Mitarbeiter in Zwei-Bettzimmern unter und lässt sie zum Teil mit dem Bus von A nach B fahren. Das ist alles im gesetzlichen Rahmen. Man kommt aber nicht auf die Idee, dass das nicht reicht.“ Es könne aus Sicht eines profitorientierten Unternehmens der Eindruck entstehen, dass man genug gemacht habe. „Als Kreistagspolitiker sage ich aber: Es ist zu wenig“, betont Hüsers.

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