Klaus Schultze: „Neben dem ökologischen Kahlschlag droht auch ein finanzielles Desaster“

Grüne und Piraten: Plan für Industriegebiet aussetzen

Die Grünen und die Piraten fordern eine Kehrtwende bei den Planungen für ein Industrie- und Gewerbegebiet. Foto: dpa

Wildeshausen – Die Wildeshauser Ratsgruppe aus Grünen und Piraten fordert ein Moratorium (Aussetzen) bei der Entwicklung des Industriegebietes Wildeshausen-West. Das Projekt sei in einer Sackgasse gelandet, urteilt der Grünen-Ratsherr Klaus Schultze. „Neben dem ökologischen Kahlschlag droht auch ein finanzielles Desaster für die Stadt Wildeshausen.“ Er verweist in einer Pressemitteilung darauf, dass die ursprünglichen Kostenschätzungen spätestens seit dem Rückzug des Autohof-Betreibers überholt seien.

„Es war ein folgenschwerer Fehler, die Planung auf die Absichten eines einzelnen Investors abzustellen, der jetzt faktisch aus dem Spiel ist“, so Schultze. Inzwischen seien die Forderungen der Grundstückseigentümer rasant gestiegen, die Baukosten explodiert und die Antragsfristen für Förderung durch das Land Niedersachsen verstrichen.

Projekt in einigen Jahren neu bewerten?

„Viele weitere Fragen sind ungelöst, so die Einwendungen von Bürgern und Umweltverbänden und das Problem des geplanten Sandabbaus. Ob das Industriegebiet jemals Realität werden kann, steht mehr denn je in den Sternen“, führt der Ratsherr aus. „Daher halten wir es für unverantwortlich, die Planungen weiter mit hohen Kosten voranzutreiben. Wir beantragen im Stadtrat, das Vorhaben auszusetzen. Es kann in einigen Jahren neu bewertet werden.“ In der Zwischenzeit, meinen die Grünen und die Piraten, sollte die Stadt nachhaltigere Lösungen erkunden.

Kein Bedarf an neuen Industriearbeitsplätzen?

Das Thema wird auch in der öffentlichen Bauausschusssitzung am Donnerstag, 27. Februar, behandelt. Die Grünen halten nämlich den Industrieflächenbedarf in der politischen Diskussion für überhöht. „Angesichts der Kostenexplosion machen Betriebsverlagerungen innerhalb der Stadtgrenzen wirtschaftlich und stadtplanerisch keinen Sinn“, führt Schultze aus. „Für neue Industriearbeitsplätze hat Wildeshausen keinen Bedarf und ist auch infrastrukturell nicht dafür gerüstet. Am Ende drohen hochsubventionierte Flächen an die Fleischindustrie, an Speditionen und andere klima- und sozialpolitisch problematische Betriebe verramscht zu werden.“

Die Grünen und die Piraten befürchten zudem, dass in der Bilanz für Wildeshausen höhere Folgekosten als Einnahmen stehen werden. Die gegenwärtig absehbare Entwicklung des Industriegebiets sei ein Beispiel dafür, wie hierzulande Unternehmensprofite ermöglicht, die wahren Kosten jedoch auf die Umwelt und die Allgemeinheit abgewälzt werden, heißt es abschließend in der Pressemitteilung.  dr

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