CDU-Bewerber für Bundestagskandidatur stellen sich vor / Henning Behrens steigt aus

Grotelüschens Erben?

Stellten sich vor: Henning Behrens, Philipp Albrecht, Raoul Krippner, Philipp Hannöver und Rita Taphorn (von links).
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Stellten sich vor: Henning Behrens, Philipp Albrecht, Raoul Krippner, Philipp Hannöver und Rita Taphorn (von links).

Wildeshausen/Dötlingen/Harpstedt – In einer straff durchorganisierten, gut anderthalbstündigen Veranstaltung haben sich die fünf Bewerber vorgestellt, die als CDU-Kandidat bei der Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis 28 (Landkreise Oldenburg und Wesermarsch sowie Stadt Delmenhorst) antreten möchten. Gut 50 CDU-Mitglieder aus den Ortsverbänden Wildeshausen, Dötlingen und Harpstedt waren dafür am Donnerstagabend in den Dötlinger Hof gekommen. Bekanntlich tritt die Abgeordnete Astrid Grotelüschen nicht wieder an.

Die Kandidaten sind Henning Behrens (42), Wirtschaftspsychologe und Unternehmer aus Oldenburg, Philipp Albrecht (24), Geschäftsführer der Kölner CDU aus Damme, Raoul Krippner (58), Anwalt mit eigener Kanzlei aus Nordenham, Philipp Hannöver (26), Gründer einer Digital-Startup-Firma aus Vechta, und Rita Taphorn (49), Wirtschaftswissenschaftlerin im Dienst des Auswärtigen Amtes und der Vereinten Nationen aus Cloppenburg.

Die erste Überraschung gab es gleich zu Beginn, denn Behrens zog sich aus dem Rennen zurück. Der 42-Jährige sagte: „Politik braucht Zeit.“ Und die könne er nicht in dem benötigten Umfang aufwenden. Die Kandidaten hatten jeweils drei Minuten Zeit, um sich vorzustellen, zu erklären, warum sie in den Bundestag wollen, und um auf Fragen aus dem Publikum zu antworten. Im Folgenden sind die thematischen Schwerpunkte und die Position der vier verbleibenden Aspiranten zusammengefasst.

Wer sollte die Bundes-CDU führen?

Albrecht: Armin Laschet im Duo mit Jens Spahn.

Krippner: Friedrich Merz als Parteivorsitzender und Norbert Röttgen als Kanzlerkandidat.

Hannöver: Norbert Röttgen.

Taphorn: Armin Laschet als Parteivorsitzender und Markus Söder als Kanzlerkandidat.

Wofür sollte die CDU stehen?

Albrecht: Die Mitte der Gesellschaft.

Krippner: Besinnung auf christliche Werte, keine Ergänzung im Grundsatzprogramm nötig.

Hannöver: Christliches Menschenbild, aber offen für andere Glaubensrichtungen, außerdem keine Partei der alten, weißen Männer.

Taphorn: „Bei mir schwingt das C mit“, Nachhaltigkeit als Respekt vor der Schöpfung.

Warum sind Sie der beste Kandidat?

Albrecht: „Ich möchte Verantwortung übernehmen und einen professionellen Wahlkampf führen, sodass die CDU stark bleibt.“

Krippner: „Ich habe beruflich viel Erfahrung, bin seit 30 Jahren Anwalt, und habe auch viel Lebenserfahrung, zum Beispiel drei Kinder großgezogen.“ Dass seine Konkurrenten auf ihre Jugend oder Weiblichkeit verweisen, sei für ihn kein Argument. „Wir müssen nach sachlichen Punkten entscheiden, wen wir gegen Susanne Mittag (SPD) aufstellen.“

Hannöver: „Ich möchte einen echten Aufbruch starten und neben den klassischen CDU-Wählern auch junge Menschen, Frauen und junge Familien mitnehmen.“

Taphorn: „Ich habe viel Erfahrung und schon viel erlebt. Trotzdem bin ich jung und dynamisch. Ich bin keine Kampf-Emanze, kann aber zum Beispiel Frauen als Wählergruppe ansprechen.“

Sie möchten gern nach Berlin, weil...

Albrecht: „...ich an einem langfristigen, marktwirtschaftlichen Plan für den Klimaschutz arbeiten und dabei fest an der Seite der Landwirte stehen möchte.“

Krippner: „...ich den Wahlkreis vertreten und mich dabei von den Menschen inspirieren lassen möchte.“

Hannöver: „...ich der Landwirtschaft eine Stimme geben, die maritime Wirtschaft stärken und die Digitalisierung voranbringen möchte.“

Taphorn: „...ich mich im Wirtschaftsausschuss engagieren, Fördergelder für den Wahlkreis gewinnen und die Nachhaltigkeit ins Grundsatzprogramm der CDU aufnehmen möchte.“

Umgang mit dem politischen Gegner

Albrecht: „Wir müssen nach der Wahl gucken, wie die Mehrheitsverhältnisse sind. Aber wir dürfen Wohlstand und sozialen Frieden nicht auf dem Altar des Klimaschutzes opfern.“

Krippner: „Natürlich werden wir nach der Bundestagswahl mit den Grünen reden, aber wir dürfen auch nicht jede Kröte schlucken.“

Hannöver: „Die Grünen sind der stärkste politische Gegner. Die CDU sollte sich als Partei der Mitte zwischen der AfD, die den Klimawandel leugnet, und den Grünen, die Haus und Hof verkaufen würden, um das Klima zu schützen, positionieren.“

Taphorn: „Ich bin einer Koalition mit den Grünen nicht abgeneigt. Wir wollen schließlich auch Klimaschutz, müssen dabei aber realistisch bleiben.“  bor

So geht‘s weiter:

Alle CDU-Mitglieder können am 13. November in der Messehalle Wüsting in einer Urwahl bestimmen, wer im Bundestagswahlkampf 2021 antreten soll.

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