Kandidatin der Grünen muss noch zittern 

Grotelüschen gewinnt – Mittag und Dürr auch drin

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Um 18 Uhr wurde das Wahllokal im Mehrgenerationenhaus Wildeshausen geschlossen. Es ging danach gleich ans Auszählen.

Landkreis - Der Landkreis Oldenburg wird in Zukunft wahrscheinlich mit vier Kandidaten im Bundestag vertreten sein. Während Astrid Grotelüschen (CDU) das Direktmandat im Wahlkreis 28 errang, zog Christian Dürr (FDP) genau wie Susanne Mittag (SPD) über die Landesliste ein. Die Kandidatin der Grünen, Christina-Johanne Schröder, musste in der Nacht noch zittern, dürfte den Sprung nach Berlin aber geschafft haben.

Die Ergebnisse im Wahlkreis in Kürze: Bei den Erststimmen lag Grotelüschen mit mit 34,11 Prozent vor Mittag (32,89 Prozent). Bei den Zweitstimmen zeigte sich folgendes Bild: CDU 33,48 Prozent, SPD 28,21, FDP 10,12, AfD 9,71, Grüne 8,01 und Linke 6,85.

Susanne Mittag

Sie war von einem knappen Wahlausgang ausgegangen, aber am Ende hatte Grotelüschen einen deutlichen Vorsprung. „Ich habe alles auf das Direktmandat gesetzt“, sagte die Ahlhorner CDU-Politikerin, die nun vor einer weiteren Legislaturperiode steht. „Ich freue mich, dass wir stärkste Fraktion sind und Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt.“ Das Abschneiden der AfD habe sie erwartet. „Ich habe versucht, in den vergangenen drei, vier Jahren die Menschen noch stärker anzusprechen“, sagte sie. Die Weigerung der SPD, wieder in eine große Koalition zu gehen, erschließe sich ihr erst einmal nicht.

Christian Dürr

„Man muss sich den Realitäten stellen, es ist schwierig, sich dem Bundestrend entgegenzustellen“, meinte Susanne Mittag (SPD) zu ihrem knappen Scheitern. Das Direktmandat hat zwar ihre CDU-Konkurrentin geholt, aber „ich bin stolz auf die Wesermarsch und Delmenhorst“, wo sie vor Grotelüschen landete. In der Wesermarsch holte Mittag 36,25 Prozent der Erststimmen (Grotelüschen: 34,01) und in Delmenhorst 35,4 Prozent (Grotelüschen: 30,4). Den Weg in die Opposition im Bund begrüßt Mittag. Die SPD könne dann „konsequenter agieren, ohne auf den Koalitionspartner Rücksicht zu nehmen“. Offenbar habe ihre Partei in der großen Koalition „zu viel Profil verloren“.

Astrid Grotelüschen

Dürr befand sich am Wahlabend schon dort, wo er in den kommenden vier Jahren arbeiten wird: in der Bundeshauptstadt Berlin. Für den Liberalen gab es keine Zitterpartie, nachdem bereits bei der ersten Hochrechnung klar war, dass die FDP nach vierjähriger Abstinenz wieder in den Bundestag einziehen wird. Darüber, ob der 40-Jährige möglicherweise in einer sogenannten Jamaika-Koalition (CDU/FDP/Grüne) sogar Regierungsverantwortung übernehmen darf oder muss, mochte er noch nicht spekulieren. „Es geht um Schnittmengen, die gekärt werden müssen“, sagte er. „Das jetzige Ergebnis bedeutet auch so schon eine große Verantwortung. Wir hatten den Auftrag, uns zu erneuern, und das werden wir auch in Zukunft tun“, so Dürr. „Wir sind eine weltoffene Partei, die Alternative für Deutschland steht uns diametral gegenüber“, bedauert der Liberale das gute Abschneiden der AfD. „Wir müssen nun deutlich zeigen, dass es diese Partei nicht braucht.“ Immerhin: Im Landkreis Oldenburg wurde die FDP bei den Zweitstimmen dritte Kraft. „Das ist ein toller Erfolg“, findet Dürr, der als Fraktionsvorsitzender der FDP im Landtag vielen Menschen bereits bekannt war.

Christina-Johanne Schröder

Christina-Johanne Schröder von den Grünen rechnete in der Nacht noch. Sie ist auf Listenplatz sieben. „Eigentlich müsste ich drin sein“, meinte sie im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Ergebnisse der Grünen seien toll. „Ich freue mich. Als unbekannte Kandidatin ist das zufriedenstellend.“

Ein Jamaika-Bündnis „ist nicht meine Wunschkoalition, aber wir haben einen Auftrag vom Wähler und müssen damit umgehen“, so Schröder. Ihre Partei werde im Bund mit allen anderen demokratischen Parteien verhandeln. J dr/bor

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