Politik berät am 18. November über eine Veränderungssperre für den Bebauungsplan

„Großer Wohnklotz“ am Haferweg geplant

Zweigeschossig mit Staffelgeschoss: Dieses Haus am Haferweg ist fast fertiggestellt. Unmittelbar daneben könnte ein baugleiches Gebäude entstehen.
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Zweigeschossig mit Staffelgeschoss: Dieses Haus am Haferweg ist fast fertiggestellt. Unmittelbar daneben könnte ein baugleiches Gebäude entstehen.

Wildeshausen – Bereits vor wenigen Wochen wollte Bauausschussvorsitzender Hartmut Frerichs (SPD) im Fachausschuss eine Veränderungssperre für den Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 4.3 Düngstruper Straße/Bargloyer Straße in Wildeshausen anschieben, um zukünftig wuchtige zweigeschossige Gebäude im Wohngebiet zu verhindern. Weil damals noch kein neuer Bauantrag vorlag, wurde das Unternehmen verschoben. Nun allerdings soll oder muss es plötzlich ganz schnell gehen. Für Mittwoch, 18. November, hat die Stadtverwaltung eine Sondersitzung anberaumt, während der genau dieses Thema eingehend erörtert werden soll.

Das öffentliche Interesse dürfte groß sein. Denn bereits vor wenigen Monaten hatte sich eine Bürgerinitiative gegen „Wohnklötze“ gegründet. Deren Sprecher Hans Rüger vermeldete Anfang November, dass er in der Zwischenzeit eine Vielzahl von positiven Rückmeldungen aus mehreren Wohnquartieren in Wildeshausen erhalten habe, die aufzeigten, dass in den Bereichen der alten Bebauungspläne bei den Bewohnern eine große Unruhe herrsche. „Als einige Beispiele mögen hier die Schliemannstraße oder Heinkelstraße genügen“, so Rüger. Dort seien bereits einige Unterschriften gesammelt worden.

Bislang noch keine Adresse genannt

Die Stadtverwaltung hat bislang noch keine Adresse genannt, für die ein Bauprojekt beantragt wurde. Es ist jedoch bekannt, dass unmittelbar neben einem zweigeschossigen Block mit Staffelgeschoss am Haferweg ein Grundstück liegt, auf dem nach Informationen der Nachbarn ein fast identischer Block gebaut werden soll. Nach Einschätzung von Rüger gibt es aber weitere Grundstücke, auf denen zeitnah ein Neubau angestrebt ist.

„Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Verdichtung“, macht Rüger deutlich. „Aber wir wünschen uns eine Bebauungsplanänderung, die eine Trauf- und Firsthöhe festlegt.“

Das wäre auch das Ziel von Frerichs, der betont, dass der Erlass einer Veränderungssperre für die Dauer von zwei Jahren keine Blockade aller Bauprojekten bedeutet. „Wir schauen uns dann jeden Antrag an und können Projekte genehmigen, die ins Umfeld passen“, so der Sozialdemokrat. Eine Veränderungssperre sei in jedem Fall zulässig, wenn der Bebauungsplan älter als sieben Jahre sei. Somit könnte auch ein Investor, der bereits einen Bauantrag gestellt hat, nicht auf Schadensersatz klagen.

Neue Lösungen für Wildeshausen gewünscht

„Die Probleme der alten Bebauungspläne gibt es nahezu überall. Einige Kommunen wie Hude oder Vechta haben sie mustergültig gelöst. Genau das wünschen wir uns mit Nachdruck auch für Wildeshausen“, betont Rüger. „Die Bürger der Gebiete mit alten Bebauungsplänen vermögen nicht einzusehen, dass sie gegenüber den Quartieren mit relativ neuen Bebauungsplänen (Welgenhöhe, Kuhtrade, Heideweg, Lehmkuhlenweg, Dulshorn) so benachteiligt werden, obwohl sich die tatsächliche Bebauung in diesen Wohnquartieren bis vor Kurzem nicht unterschieden hat.“

In dem Zusammenhang stellt sich für die Initiative auch die Frage, weshalb bei der städtischen Baulandvergabe neben der Ausweisung von „hochwertigen“ und damit hochpreisigen Einfamilienhausgrundstücken als Alternative nur wieder „Wohnklötze“ ermöglicht werden. „Wir vermissen städtische Angebote für die Mittelschicht“, so Rüger. „Als ich vor der Kreissitzverlegung zunächst am Sonnenhof gewohnt habe, konnte meine Familie erleben, wie mustergültig eine von einem Bauträger entwickelte Reihenhaussiedlung die knappe Ressource Bauland mit hohem Wohnwert zu verbinden vermag. Ein derart innovatives Projekt kann naturgemäß bei einer Einzelvergabe von Grundstücken kaum gelingen.“ Die jungen Menschen, die derzeit nach Gründung einer Familie nach Wohneigentum strebten, seien ja nicht zwingend als leitende Angestellte tätig oder Eigentümer einer gut laufenden Firma. „Als Beamte im gehobenen Dienst oder als Facharbeiter können sie sich bestenfalls ein Reihenhaus leisten“, sagt Rüger. „Hier gilt es aus unserer Sicht vorrangig, Angebote zu eröffnen und innovative Wege zu gehen.“  dr

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