Wildeshauser Künstler stirbt im Alter von 77 Jahren

Große Trauer um Carsten Bruhns

Künstler mit „Triumph“: Carsten Bruhns.
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Künstler mit „Triumph“: Carsten Bruhns.

Wildeshausen – Wildeshausen hat nach Hartmut Berlinicke im März 2018 einen weiteren großen und bekannten bildenden Künstler verloren. Am 14. Oktober ist Carsten Bruhns im Alter von 77 Jahren verstorben.

Bruhns wurde 1944 in Olterterp (Niederlande) geboren. Von 1960 bis 1963 machte er eine Ausbildung zum Steinbildhauer, von 1964 bis 1968 absolvierte er ein Studium an der Hochschule für Gestaltung in Bremen. Von 1969 bis 1971 hatte er ein eigenes Bildhaueratelier in Berlin-West.

Von 1971 bis 2009 war Bruhns als Kunsterzieher am Gymnasium Wildeshausen tätig. Über Jahrzehnte war er für Generationen von Schülern untrennbar mit dem Begriff „Kunst“ verbunden. Wegbegleiter sprechen von einem „sehr guten Freund“ und einem „außergewöhnlichen Lehrer“. Bruhns war eng mit Berlinicke befreundet, der ebenfalls am Gymnasium als Lehrer für Religionspädagogik beschäftigt war.

Bruhns wirkte an der Restaurierung des Bremer Rolands mit

Der gelernte Steinbildhauer Bruhns wirkte unter anderem 1968 an der Restaurierung des Bremer Rolands mit und stellte bundesweit sowie im Ausland in einigen Galerien aus. Er war aber auch in seiner Heimatstadt bei der Kunstmeile und in der Galerie Wildeshausen vertreten.

Bruhns hatte ein sehr ausgeprägtes Geschichtsbewusstsein und nahm regelmäßig an den Wildeshauser Erinnerungsgängen zu den Pogromen im November teil. Er schuf die Granit-Stele zur Erinnerung an die 1938 zerstörte Wildeshauser Synagoge. Sie steht seit 1997 an der Huntestraße und lenkt den Blick auf die Baulücke, in der das Gotteshaus ansässig war.

Ein Werk des Wildeshauser Künstlers wurde seit 2005 einmal im Jahr vergeben: Bruhns erschuf die Skulpturen für den Wirtschaftspreis der Mittelstandsvereinigung (MIT). Den Torso aus Bronze mit dem Namen „Triumph“ hatte er in Abstimmung mit MIT-Vorstandsmitglied Stefan Iken entworfen und gefertigt. „Er reckt sich in sich selbst drehend empor und ist somit ein Sinnbild des Sieges und Erfolges“, sagte Bruhns über das Werk, von dem er 2020 fünf weitere Exemplare geschaffen hat. Somit wird seine Kunst auch in den nächsten Jahren weiter in Wildeshausen wirken.

Die Trauerfeier zur Urnenbeisetzung ist am Freitag, 29. Oktober, um 14 Uhr in der Friedhofskapelle in Wildeshausen. Einlass wird nur unter Einhaltung der 3G-Regel gewährt. Die dafür notwendigen Nachweise müssen bereitgehalten werden.

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