Konzert in der Alexanderkirche

„Gregorian Voices“: Authentische Gesänge unterm gotischen Kreuz

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Der bulgarische Chor mit Leiter Ivan Uzunov (4.v.r.).

Wildeshausen - Es wirkte alles sehr mystisch, als die acht in Mönchsgewänder gekleideten Sänger des bulgarischen Chors „Gregorian Voices“ am Mittwochabend die Wildeshauser Alexanderkirche betraten. Die Kapuzen der Kutten hatten sie weit über ihre Köpfe gezogen.

Pfarrer Markus Löwe begrüßte die Gäste aus Sofia im Namen der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Wildeshausen. „Im ersten Teil des Konzertes werden eher geistliche Gesänge zu hören sein, während nach der Pause bekannte Popsongs im gregorianischen Gewand präsentiert werden“, erklärte er den fast 250 Zuschauern.

Das ohnehin schon sehr dezent ausgeleuchtete Gotteshaus wurde zu Beginn des Konzertes noch einmal abgedunkelt. Unter dem großen gotischen Kreuz des spätromanischen Kirchengebäudes wirkten die einleitenden einstimmigen gregorianischen Gesänge äußerst authentisch. Das Publikum war sogleich in den Bann der klassisch ausgebildeten Stimmen gezogen.

Zum ersten Höhepunkt gelangte der Chor unter der Leitung von Ivan Uzunov mit den Gesängen der bulgarisch-orthodoxen Kirche, in denen ein beeindruckend mächtiger Bass hervorstach.

Bereits vor der Pause gab der Chor eine Kostprobe auf das Repertoire, was eigentlich nach der Pause angekündigt war. Mit dem „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber und „Ameno“ der New-Age-Künstlerin Era provozierte das Ensemble „Bravo“ Rufe.

„Gregorianik meets Pop“ ist das Motto der Tournee 2018/19 von „Gregorian Voices“, das in dieser Formation seit 2011 auftritt. Mittelalter trifft auf das Hier und Heute. Die Idee, Popsongs wie „Sailing“ von Rod Stewart, „The Sound of Silence“ von Simon and Garfunkel oder „Wind of Change“ von den Scorpions im Stil des gregorianischen Gesangs neu zu arrangieren, funktioniert und bringt die ursprünglich geistliche Musik des frühen Mittelalters einem breiten Publikum nahe. Alter und Religion spielen dabei keine Rolle. Das zeigen in beeindruckender Weise die Zuschauerreaktionen von Mittwochabend.

Andrea und Uwe Wiechmann verfolgten das Konzert aus der ersten Reihe „Das waren Emotionen pur, eine super Stimmung und Gänsehaut Feeling. Wir würden immer wieder zu ,Gregorian Voices‘ kommen“, begeisterte sich Andrea Wiechmann. Ähnlich sahen es die anderen Konzertbesucher. Erst nach drei Zugaben wurden die Sänger schließlich in die Nacht entlassen.

hri

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