230 Personen beim „Camp für Agrarwende“ in Goldenstedt

Rechterfeld: Mutterkonzern von Wiesenhof verbarrikadiert sich

Verbarrikadiert: die Konzernzentrale der PHW-Gruppe in Goldenstedt.
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Verbarrikadiert: die Konzernzentrale der PHW-Gruppe in Rechterfeld.

PHW-Konzern, unter anderem „Wiesenhof“, schützt sich mit meterhohen Wänden gegen die Aktivisten des „Camps für Agrarwende“ am Hartensbergsee in Goldenstedt.

Goldenstedt – Update, Dienstag, 18 Uhr: Um 17.21 Uhr ist laut Polizei der „Solibus“ aus Berlin mit weiteren 50 Versammlungsteilnehmern beim Camp am Hartensbergsee in Goldenstedt eingetroffen. Die Teilnehmerzahl erhöht sich damit von bislang etwa 180 auf 230 Personen.

Bericht von Dienstag, 14 Uhr: Der PHW-Konzern, zu der die Marke „Wiesenhof“ gehört, schützt sich seit dem vergangenen Wochenende mit meterhohen Wänden gegen unliebsame Besucher. Dazu gehören derzeit wohl in erster Linie die Aktivisten des „Camps für Agrarwende“ am Hartensbergsee in Goldenstedt. Gschützt wird das Firmengelände in Rechterfeld unter anderem durch Holztore, die über vier Meter hoch sind. Sicherheitsleute kontrollieren, ob ein befugter Eintritt möglich ist.

Die Veranstalter des Camps, das „Bündnis gegen die Tierindustrie“, hatte in den vergangenen Tagen angekündigt, unter dem Motto „PHW ade“ mit verschiedenen Aktionen den Konzernbetrieb stören zu wollen. Die Zufahrtsstraße, die bislang öffentlich nutzbar war, ist seit Ende Juni in den Besitz der Paul Wesjohann & Co. GmbH übergegangen. Wie das Portal „OM online“ berichtet, hatte die Gemeinde Visbek die Straße verkauft. Erst danach soll der Rat in einer nicht öffentlichen Sitzung die Veräußerung genehmigt haben.

Der PHW-Konzern äußert sich nicht zum Protestcamp in Goldenstedt, das vom Oldenburger Verwaltungsgericht und dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg gegen den Willen der Kreisverwaltung in Vechta genehmigt wurde. Nach Informationen von „OM online“ ist auf der Straße vor der Konzernzentrale eine Schleuse für Laster errichtet worden. Eine Sitzblockade wäre erst in weiterer Entfernung möglich. Die Camp-Organisatoren hatten Aktionen zivilen Ungehorsams angekündigt.

Nicht nur in Rechterfeld hat der Konzern offenbar die Sicherheit erhöht. Auch bei den Wiesenhof-Schlachtereien Geestland in Wildeshausen und Oldenburger Geflügelspezialitäten in Lohne ist mehr Security im Einsatz, nachts sogar mit Hunden.

Die Polizeiinspektion Cloppenburg/Vechta meldete bislang, dass Aufbau und Anreise des Protestcamps „vollkommen störungsfrei“ verlaufen seien. Am Mittwoch in der Frühe hieß es: „Aus dem Camp heraus sind bislang keine relevanten polizeilichen Vorkommnisse bekannt geworden. Außerdem gab es keine versammlungsrechtlichen Aktionen außerhalb des Camps.“ Ab 12 Uhr sei in Goldenstedt eine Dauerveranstaltung bis zum 17. Juli in Form einer Mahnwache am Bahnhof angemeldet worden. Die Versammlungsteilnehmer möchten auf den aktuellen Haushaltsbeschluss des Landes Niedersachsen aufmerksam machen unter dem Motto: „Mehr Geld für den ÖPNV, weniger Geld für die Tierindustrie!“. Die Polizei ist vor Ort und begleitet die Versammlung. Zur Zeit befinden sich dort fünf Personen mit Transparenten. Die Mahnwache verläuft bislang friedlich und störungsfrei.

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