Charlotte von Olearius spielt ab jetzt wieder Klavier

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt absolviert letzten Arbeitstag

Bei der Verabschiedung: Majken Hjortskov, Jens Kuraschinski, Charlotte von Olearius, Wera Golk, Imke Schmidt und Marco Hoffschneider (stellvertretender Personalratsvorsitzender, v.l.). - Foto: dr
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Bei der Verabschiedung: Majken Hjortskov, Jens Kuraschinski, Charlotte von Olearius, Wera Golk, Imke Schmidt und Marco Hoffschneider (stellvertretender Personalratsvorsitzender, v.l.).

Wildeshausen - Charlotte von Olearius war 1997 die erste hauptamtliche Frauenbeauftragte der Stadt Wildeshausen. 2003 wurde sie – aufgrund politischer Vorgaben – Gleichstellungsbeauftragte und engagierte sich zudem stark im Bereich Prävention. Zuletzt war sie Arbeitskreisvorsitzende und in der Kulturarbeit aktiv. Am Mittwoch hatte sie ihren letzten Arbeitstag bei der Stadt Wildeshausen.

„Ich verliere sie ungern, aber ich gönne ihr, dass sie nun ihre Rentenzeit genießen möchte“, so Bürgermeister Jens Kuraschinski bei der Verabschiedung. Eigentlich hätte von Olearius bereits am 31. Mai 2015 in den Ruhestand gehen können. Damals sei es aber gelungen, sie noch im Bereich der Kulturarbeit sowie des Präventionsrates stundenweise weiterzubeschäftigen.

„Ich konnte mir 2015 gar nicht vorstellen, komplett aufzuhören“, sagte von Olearius. Nun sei es aber gut mit der Berufstätigkeit. Sie wolle sich um ihr Enkelkind kümmern, wieder Klavierunterricht nehmen und sich in ihrer Heimatkirchengemeinde in Oldenburg-Ohmstede engagieren.

Vor 1997 hatte die Stadt Wildeshausen keine gesonderte Stelle für eine Frauenbeauftragte. Die Arbeit wurde von einer Verwaltungskraft zusätzlich erledigt. Dann wurde der Posten ausgeschrieben. Es gab einige Bewerberinnen. Charlotte von Olearius war ausgebildete Sozialpädagogin. Vor ihrer Festanstellung bei der Stadt Wildeshausen war sie als Therapeutin und Beraterin tätig gewesen.

„Wir haben es uns nicht leicht gemacht“

Ab 2003 reduzierte der Rat die Stundenzahl und bestellte von Olearius als nebenamtliche Gleichstellungsbeauftragte. „Ich war in meiner Zeit hier bei mehr als 100 Stellenbesetzungen dabei. Wir haben es uns nicht leicht gemacht“, erinnerte sie sich. „Allein die Tatsache, dass es eine Stelle im Stadthaus gab, die auf Gleichberechtigung achtet, hat Auswirkungen gehabt“, ist sich von Olearius sicher, dass der Job wichtig ist. Ebenso wie die aktuelle Beauftragte Majken Hjortskov schaue sie genau, dass Frauen und Männer dort zu ihrem Recht kämen, wo ihr Geschlecht unterrepräsentiert sei. „Es war uns wichtig, die Leute für bestimmte Stellen zu gewinnen“, sagte von Olearius, die dabei eng mit Wera Golk, zuständig für Personal in der Stadtverwaltung, zusammenarbeitete.

Ein weiteres Hauptaufgabenfeld war die Präventionsarbeit. Von Olearius leitete noch am Mittwoch die Sitzung des Arbeitskreises für Demokratie und Toleranz. Zusammen mit Imke Schmidt, Geschäftsführerin des Präventionsrates, initiierte sie viele Aktionen und engagierte sich für Mädchenarbeit. „Ich habe sie dabei als kompetent und tatkräftig erlebt“, so Schmidt. 

dr

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