Gleichstellung als Fernziel

Bericht listet Beschäftigtenstruktur in der öffentlichen Verwaltung auf 

+
Die Gleichstellung ist in der Stadtverwaltung von Wildeshausen noch lange nicht erreicht.

Wildeshausen - Die Männer arbeiten öfter in Vollzeit und haben zumeist höher dotierte Posten, während die Frauen überproportional in Teilzeit sowie in erzieherischen Berufen tätig sind. Die gesellschaftliche Realität in Deutschland spiegelt sich auch in der Beschäftigtenstruktur im öffentlichen Dienst der Wildeshauser Stadtverwaltung wider.

Diese und viele weitere Daten lassen sich dem zweiten Gleichstellungsplan entnehmen, der jetzt dem Wildeshauser Rat vorgelegt wurde und der regelmäßig alle drei Jahre fortgeschrieben wird. Ziel der Untersuchung soll es sein, „die Unterrepräsentanz eines Geschlechts“ zu erkennen und abzubauen, wie es im Bürokratendeutsch heißt. Männer und Frauen sollen die gleichen Möglichkeiten haben, qualifizierte sowie gut dotierte Stellen zu besetzen. Somit wird in den Bereichen, in denen ein Geschlecht unterrepräsentiert ist, die Stellenausschreibung so gestaltet, dass je nach Lage Frauen oder Männer gezielt angesprochen und zur Bewerbung motiviert werden sollen. Zudem soll bei allen ausgeschriebenen Stellen grundsätzlich geprüft werden, ob diese teilzeitgeeignet sind. Arbeitsbedingungen sind so zu gestalten, dass Frauen und Männer ihre Erwerbstätigkeit mit ihrer Familienarbeit vereinbaren können.

Anteil deutlich unter 90 Prozent

In der öffentlichen Verwaltung arbeiteten Anfang 2016 159 Personen. 46 Prozent davon waren Frauen, was somit fast Parität bedeutet. Allerdings ist im Berichtszeitraum von 2012 bis 2016 die hohe Zahl der weiblichen Teilzeitkräfte noch einmal gestiegen. Waren 2012 81,1 Prozent der Teilzeitangestellten Frauen, lag die Quote 2016 bei 85,4 Prozent.

Die Anzahl der männlichen Vollzeitkräfte stieg im gleichen Zeitraum von 63 auf 67,1 Prozent, somit sank sie bei den Frauen von 37 auf 32,9 Prozent. Bei den Beschäftigen im Sozial- und Erziehungsdienst fällt laut Gleichstellungsbericht zudem auf, dass gerade in den niedrigeren Entgeltgruppen der Anteil weiblicher Beschäftigter weiter deutlich über 90 Prozent liegt. 

Einiges zu tun

„Betrachtet man hingegen die Entwicklung der Geschlechterverteilung in den Entgeltgruppen S10 und höher, so zeigt sich hier der Anteil der Männer mehr als verdreifacht“, konstatieren die Verfasserinnen des Berichtes, die ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Angela Jenkner, die aktuelle Beauftragte Majken Hjortskov sowie Wera Golk, zuständig für den Personalbereich im Stadthaus. Es gibt somit noch einiges zu tun, um die Gleichstellung in der öffentlichen Verwaltung zu verwirklichen – zumal in nächster Zeit nicht mit großer personeller Fluktuation zu rechnen ist.

So wurde auch die bereits im ersten Bericht angeregte Einrichtung eines Eltern-Kind-Büros noch nicht verwirklicht. Die Gleichstellungsbeauftragte hält diese Maßnahme jedoch weiter für sinnvoll, damit Beschäftigte, die kurzfristig keine Betreuung für ihr Kind haben, dieses mit zur Arbeit bringen können. Bislang gebe es auch noch keine Telearbeitsplätze für Mitarbeiter der Stadt Wildeshausen. Obwohl der Wunsch danach gelegentlich geäußert werde, monieren die Verfasserinnen des Berichtes, die mit Stichtag 1. Januar 2019 erneut die Lage in der Verwaltung beleuchten werden. 

dr

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Aus der Traum: DHB-Frauen bei Heim-WM ausgeschieden

Aus der Traum: DHB-Frauen bei Heim-WM ausgeschieden

Jerusalem-Streit löst Unruhen aus

Jerusalem-Streit löst Unruhen aus

Martfelder Weihnachtsmarkt in Schnee gehüllt

Martfelder Weihnachtsmarkt in Schnee gehüllt

20. Otterstedter Markt rund um den Kirchplatz

20. Otterstedter Markt rund um den Kirchplatz

Meistgelesene Artikel

Adventsmarkt auf dem Albertushof begeistert mit besonderen Attraktionen

Adventsmarkt auf dem Albertushof begeistert mit besonderen Attraktionen

Neuer Standort für Grundschule?

Neuer Standort für Grundschule?

Südkoreanische Landwirte besuchen BBS Wildeshausen

Südkoreanische Landwirte besuchen BBS Wildeshausen

Hintergründe des Bemühens um Kirchenverkauf

Hintergründe des Bemühens um Kirchenverkauf

Kommentare