VfL-Trainer Marcel Bragula gegen Teamkoordinator Helge Cordes

„Gildexperten“-Duell: Tief stapeln und hoch gewinnen

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Helge Cordes (links) und Marcel Bragula schenken sich im direkten Duell gar nichts. Die beiden VfL-Leute sind einfach Sportler durch und durch.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Mit dem härtesten der bisherigen „Gildexperten“-Duelle endet heute unsere kleine Reihe zur Einstimmung auf das Gildefest. Marcel Bragula, Fußballtrainer der ersten Herren des VfL Wildeshausen, und Helge Cordes, Teamkoordinator der Mannschaft, treten gegeneinander an. Es geht um fünf Fragen, die fett gedruckt sind. Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt.

Erste Frage: Wie viele Gildebrüder sind vergangenes Jahr ausmarschiert?

Beide waren mit dabei, notieren sich schnell eine Zahl. Bragula hat 2 700 aufgeschrieben, Cordes 2 127. Damit geht der erste Punkt an den VfL-Coach, der die Fäuste in Siegerpose ballt und in der Wunde seines Gegners bohrt. „Wie kommst du denn auf so eine krumme Zahl?“ Cordes ist über seinen Fehlstart alles andere als begeistert. „Ach, Sch...“ Er fühlt sich herausgefordert. „Jetzt ist aber Schluss!“ Zum Hintergrund sei an dieser Stelle erwähnt, dass Bragula im Vorfeld des Duells geradezu um einfache Fragen gebettelt hatte. „Bitte Freitag beachten, dass ich ein ganz normaler Schwarzrock bin!“, hatte er geschrieben. Er sei fast Laie, so der VfL-Coach.

Zweite Frage: Was schreibt die Anzugsordnung der Gilde für die vier Schützenkompanien beim Ausmarsch vor?

Beide schreiben eifrig jeweils mehr als eine Minute konzentriert vor sich hin. Cordes trägt als erster vor: „Zylinder schwarz und geschmückt, Holzgewehr geschmückt, Frack, Schwalbenschwanz oder schwarzer Anzug je nachdem ob Ratskompanie oder normal, schwarze Socken, schwarze Schuhe, Papagoy und weißes Hemd mit schwarzer Fliege.“ Klingt gar nicht schlecht, aber Bragula erhebt sofort Einwände: „Das ist nicht ganz richtig. Es ist der schwarze Festanzug, so heißt es korrekt.“ Und genau den hat er wie die anderen Elemente der Anzugsordnung notiert. 2:0 für Bragula, dessen brennender Ehrgeiz spürbar ist. „Dafür, dass er vorher so gejammert hat, ist er ein ganz schöner Paragrafenreiter“, drückt Cordes seinem Kumpel noch einen Spruch auf. Die beiden schenken sich wirklich nichts.

Weiter geht‘s: Schreiben Sie in 30 Sekunden die Namen von fünf Gildeclubs auf!

Bragula liest zuerst vor: „La Schickeria“, „Fracktastischen“, „Rien ne va plus“, „All Blacks“, „Pfingstlinger“, „Jungs vom Berg“ und „De Twee“. Das ist mehr als genug. Und in welchem ist er selbst? „,The Firm‘, aber der ist nicht offiziell auf der Internetseite der Gilde.“ Cordes nimmt die Aussage interessiert zur Kenntnis. „Da hast du dich also mit befasst!“ Bragula redet sein Wissen klein: „Ich hab‘ mir einmal die Seite angeguckt...“ Der Teamkoordinator muss sich aber auch nicht verstecken, hat „La Schickeria“, „Jungs vom Berg“, „The Firm“, „Wasner 1403“, und „Matsch halb1“ notiert. Letzterer ist der Redaktion unbekannt, Mitglieder dürfen sich gerne melden, um die Echtheit zu bestätigten. Erst einmal bekommen aber sowohl Bragula als auch Cordes je einen Punkt. Damit steht es 3:1.

Welcher Club hat eigentlich den Gildecup im vergangenen Jahr gewonnen?

„Oh, Gott“, stöhnt Cordes. Auch angesichts dessen, dass Bragula vor sich hin murmelt „ich glaub, ich weiß es“, etwas notiert und den Kuli weglegt. Kurz darauf hat sich der Teamkoordinator entschieden. Sein Tipp, die „All Blacks“, ist allerdings knapp vorbei. Der Club hatte 2016 gewonnen, stand auch 2017 im Finale, verlor aber gegen „Die Fracktastischen“. „Und zwar durch einen 1:0 Siegtreffer von Niklas Fortmann vom Harpstedter TB erste Herren im Endspiel“, wie Bragula triumphierend informiert. Es steht 4:1. Jetzt geht es „nur“ noch um die Ehre.

Wie heißen die vier Lokale in der dritten Strophe des Wildeshauser Liedes?

Beide geben noch einmal alles, überlegen minutenlang. Cordes lässt durchblicken, dass er zwei hat. Bragula ist sich bei zweien ebenfalls sicher. „Die zwei anderen liegen mir noch auf der Zunge. Ich versuche, mir eine Brücke zu bauen...“ Das will aber nicht so recht klappen. Auflösung: „Ich bin mir sicher, dass Stegemanns Lokale vorkommt. Panschar auch. Und Kollogen“. Sein Kumpel korrigiert: „Heißt es nicht K‘logen Willi?“ Cordes hat ebenfalls Stegemann und eben „K‘logen Willi“. Das Lokal will sich Bragula auf die Fahne schreiben. Er hat „Willi“ und „Kollogen“ notiert. Allerdings über- und nicht hintereinander. Der VfL-Coach erntet sofort wütende Proteste von Cordes, der an die in der Tat messerscharfe Unterscheidung zwischen Frack und Festanzug ein paar Fragen zuvor erinnert. Das sieht Bragula schließlich ein, beide Parteien kriegen einen Punkt. Damit gewinnt Bragula mit sensationellen fünf Punkten in einem hart geführten Duell. Bleibt nur noch die Frage, wie denn das vierte Lokal heißt. „Bei K´logen Willi in dem Saal, Bei Panschar und in Benecke‘s Hall“, heißt es im Wildeshauser Lied. „Das gibt‘s doch gar nicht. Das ist peinlich“, stöhnt Bragula entsetzt darüber, dass ihm Beneckes Gaststätte nicht eingefallen ist. „Ich hab einfach nur Glück gehabt“, bemerkt er zu seinen fünf Punkten. Da kann Cordes so nicht mitgehen und setzt den Schlusspunkt unter ein denkwürdiges Duell: „Marcel kann weltmeisterlich tief stapeln“, bemerkt er mit einem breiten Grinsen.

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