Beate Albes fertigt hochwertige Exemplare für Pfingstdienstag

Mit Gildeschuhen zum Ausmarsch

Premiere im Schuhladen: Marc Hillrichs, Beate Albes und Christian Harting (v.l.) zeigen die neuen Schuhe. Foto: Rohdenburg
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Premiere im Schuhladen: Marc Hillrichs, Beate Albes und Christian Harting (v.l.) zeigen die neuen Schuhe. 

Wildeshausen – Jetzt gibt es auch die passenden Schuhe für den Ausmarsch am Pfingstdienstag. Die Wildeshauser Schuhmacherin Beate Albes hat das erste Exemplar an Marc Hillrichs vom Pfingstclub „Wilde Meute“ verkauft. Die Schuhe entsprechen den Statuten der Schützengilde und sind aus hochwertigem, schwarz glänzendem Kalbsleder mit Gildegrün als Unterleger beim Derby gearbeitet. Die Sohle ist aus Leder mit eingebranntem Papagoy sowie Gummischutzsohle mit dem Abbild des historischen Rathauses gefertigt. Presseoffizier Christian Harting probierte am Donnerstag auch schon mal ein Paar an und überlegt, ob er sich eins kaufen soll. Allerdings müssen sie erst angepasst, vorbestellt und dann in Österreich gefertigt werden – was etwa vier Wochen dauert.

Albes hatte vor rund drei Jahren den ersten Schuh ersonnen. „Ich stand beim Ausmarsch an der Straße und habe gedacht, dass die Männer zwar oben sehr schön gekleidet sind, dass ihnen aber eigentlich die richtigen Schuhe fehlen.“

So entwickelte sie einen Schuh für ihren Ehemann Thorsten Albes, der zum Gildeclub „Wilde Meute“ gehört. In den Statuten steht, dass die Schwarzröcke einen einfachen schwarzen Schuh zu tragen haben. Um diesen zu entwickeln, besorgte sich Albes von einer Bekannten einen Schuhleisten, der die Form der im 15. Jahrhundert verwendeten Treter abbildete. Es handelte sich um eine breite Form, die auch als „Entenschnabel“ oder als „Kareeform“ bezeichnet wird. „Die Sohle ist aus Leder und mit Holz genagelt“, beschreibt die Schuhhändlerin die exquisiten Stücke, die sie zunächst in Handarbeit gefertigt hat.

Zum Gildefest 2017, als der Club „Wilde Meute“ seinen 25. Geburtstag feierte, trug Thorsten Albes seine Gildeschuhe das erste Mal und sorgte gleich für Aufsehen. So beschloss Clubbruder Marc Hillrichs, dass er gerne auch solches Schuhwerk haben möchte, und bestellte sich ein Exemplar in Größe 42,5.

„Es hat recht lange gedauert, die Schuhe zu entwickeln“, so Beate Albes. Ein wesentlicher Grund dafür sei es gewesen, für jeden Schuh von Größe 42 bis 45 mit halben Größen einen Leisten herzustellen, der dem historischen Abbild gleicht.

Mittlerweile hat sie von jeder Größe ein Schuhpaar in ihrem Laden an der Bleicherstraße stehen. Die Anprobierexemplare könnte sie auch verkaufen, allerdings müssen die Schuhe in der Regel vorbestellt werden. Somit kann der geneigte Gildebruder die neuen Treter erst im kommenden Jahr tragen – bis auf Thorsten Albes und Marc Hillrichs, die ja nun schon ein Exemplar haben.

Weitere Infos finden Interessierte auf der Homepage der Wildeshauser Schützengilde oder im Gildeshop an der Westerstraße. Und schon mal zur Orientierung: Die ersten 50 Exemplare kosten rund 279 Euro.  

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