Hauptmann gegen Generalmajor

Gildequiz: Ernst-Dieter Frost tritt gegen seinen Vater Ernst Frost an

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Ernst-Dieter Frost (links) und Ernst Frost kennen eine Menge Fakten über die Gilde.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Klar, jeder Wildeshauser kennt die Schützengilde, ihre Traditionen, Sitten und Bräuche. Aber wer ist ein richtiger „Gildexperte“? Diese Frage klärt unsere Zeitung, indem sie namhafte Gildebrüder zum Quiz bittet. Es geht um fünf Fragen, die fett gedruckt sind. Für jede richtige Antwort gibt es einen Punkt. Heute mit Generalmajor Ernst Frost und seinem Sohn, Hauptmann Ernst-Dieter Frost, die beide gespannt im Besprechungsraum unserer Redaktion Platz nehmen.

Wir starten mit einer Schätzfrage: Wie hoch ist der Papagoy beim Königsschießen angebracht?

Da müssen die beiden Offiziere nicht lange überlegen und schreiben unabhängig voneinander die gleiche Antwort auf: 32 Meter. „Ich habe das Ding berechnet, insofern sollte ich wissen, wie hoch es ist“, lacht Ernst-Dieter Frost. Sein Vater hatte ebenfalls keine Schwierigkeiten: „Ich habe das Fundament gemacht.“ Okay, Gleichstand. Das scheinen ziemliche Gilde-Fachleute zu sein.

Weiter geht es: Das Schaffermahl wurde 1610 abgeschafft. Wann war das erste Schaffermahl der Neuzeit?

„Das weißt du, ne?“, blickt Ernst-Dieter Frost seinen Vater an. „Ich weiß es nicht genau“, stapelt dieser tief, während sein Sohn „einfach mal so tippt“, wie er einräumt. Und das gar nicht mal schlecht: 1974. Aber dicht dran zu sein, reicht bei diesem Gegner nicht aus. Ernst Frost hat sich 1978 notiert und damit eine Punktlandung hingelegt. „Ich kann mich noch ganz genau erinnern, das war im Haus Burgberg. Das Rathaus wurde zu der Zeit umgebaut. Ich war 1970 Schaffer gewesen und bei der Veranstaltung dabei.“ Damit geht der Senior in Führung.

Jetzt geht es um Geschwindigkeit. Wer zuerst die richtige Antwort sagt, bekommt einen Punkt: Wer war im Jahr 2000 Schaffer?

Nicht einmal eine Sekunde dauert es, bis der jüngere Frost die Antwort weiß: „Ernst-Dieter Frost“. Der Vater zeigt stumm auf seinen Sohn und beide fangen an, zu lachen. „Das ist ein großer Film, der da abläuft, wenn ich mich dran erinnere“, sagt Ernst-Dieter Frost, der im Jahr 2000 Schaffer war. „Man kann das gar nicht beschreiben, man muss es mal mitgemacht haben.“ Auch Ernst Frost erinnert sich noch gerne an dieses Jahr. „Wir sind ein gutes Gespann“, sagt er mit einem Lachen. Das war der Ausgleich, 2:2.

Nun haben beide 30 Sekunden Zeit. Die Aufgabe lautet: Schreiben Sie die Namen von fünf Königen auf.

Konzentriert bringen beide ein paar Namen zu Papier. „Ach, das gibt es doch nicht“, stöhnt Ernst-Dieter Frost. „Du siehst die alle vor deinem geistigen Auge, aber...“ Und stopp, schon ist die Zeit um. Der Junior fängt an vorzulesen: Hans-Georg Kolloge (im Jahr 2000, Anm. d. Red.), Bernd Schröder (2005), Jörg Flege (2003), Volker Pickart (2004) und Martin Reiser (1990). „Das ist total verrückt. Du siehst die ganzen Könige im Kopf vor dir, aber kommst nicht auf die Namen“, wundert sich Ernst-Dieter Frost immer noch. Kleiner Trost: Sein Vater hat ähnliche Schwierigkeiten und vier folgende Namen notiert: Hans-Georg Kolloge, Erik Beyer (2012), Erich Langhorst (1973) und Jürgen Luthardt (1966). „Wenn man sie trifft, weiß man den Namen sofort“, meint Ernst Frost. Der Junior gewinnt diese Runde. Kurz vor Schluss steht es damit 3:2 für Ernst-Dieter Frost.

Jetzt liegt ein Exemplar der €žStatuten und Dienstvorschriften der Wildeshauser Schützengilde auf dem Tisch. Die Frosts sollen abschätzen, wie viele Seiten das schmale, grüne Heftchen hat. Es handelt sich um die Neufassung von 1977.

„Das habe ich noch nie gesehen“, meint Ernst Frost. Sein Sohn klärt auf: „Es gibt noch eine Version mit Offiziersregeln.“ Das macht die Sache nicht einfacher für die beiden, trotzdem versuchen sie, die Seitenzahl abzuschätzen. „Das sind, oh...“, überlegt Ernst-Dieter Frost, will erst 74 aufschreiben, streicht die sieben aber durch und korrigiert seine Schätzung auf 48. Sein Vater geht mit einem Tipp von 68 Seiten ins Rennen. „Wie viele sind es denn nu?“, fragt er neugierig. Die richtige Antwort lautet: genau 72 Seiten. Damit gleicht Frost senior bei der letzten Frage aus. Er und sein Sohn haben ihr Gildewissen eindrucksvoll unter Beweis gestellt und sind nun beide echte „Gildexperten“. Bis Pfingsten befragt unsere Zeitung noch weitere namhafte Gildebrüder. 

- bor

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