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„Gilde ist wichtigstes Kulturgut der Stadt“

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Von: Dierk Rohdenburg

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Das Tambourkorps führte den Einmarsch der Musikzüge, der Wache und der Offiziere an.
Das Tambourkorps führte den Einmarsch der Musikzüge, der Wache und der Offiziere an. © Bornholt

Wildeshausen – Das Wildeshauser Gildefest wurde feierlich auf der Burgwiese eröffnet.

Der Regen ab 17 Uhr am Sonntag ließ alle Beteiligten am feierlichen Gildefest-Auftakt auf der Burgwiese in Wildeshausen einen feuchten Auftritt befürchten. Doch pünktlich um 22 Uhr – und somit rechtzeitig zum Aufmarsch des Tambourkorps, der Musik- und Fahnengruppen, der Wachkompanie sowie des Oberhauses der Schützengilde – fiel kein Tropfen mehr, sodass sich der Burgberg zusehends mit Zuschauern füllte und der Große Zapfenstreich sowie das Feuerwerk wie geplant über die Bühne gehen konnten. Zuvor hatten die „Beat & Brassband“ Wildeshausen sowie die Showband „Spirit of 52“ aus Rastede mit einer großen Musikshow begeistert.

„Vieles hat sich seit dem vergangenen Gildefest verändert“, betonte General Jens Kuraschinski in seiner Ansprache. Er erinnerte daran, dass große Teile des Stadtjubiläums wegen der Corona-Pandemie ebenso wie zwei Gildefeste ausgefallen waren. „Das hat uns allen gefehlt“, so der General. Er denke besonders an die Kinder und Senioren, die in den vergangenen Monaten große Einschränkungen hatten hinnehmen müssen.

„Die Gilde ist das wichtigste Kulturgut der Stadt“

„Die Gilde ist das wichtigste Kulturgut der Stadt“, lobte Kuraschinski. Vermutlich gebe es die Bruderschaft schon seit der Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1270. „Wir hatten bereits damals geschulte Soldaten in unserem Wildeshausen.“

Vor dem traditionellen Zapfenstreich spielten der Spielmannszug Wildeshausen und das Musikkorps Wildeshausen den Song „Du hast den Farbfilm vergessen“ von Nina Hagen, wie er auch von der Bundeswehr beim Großen Zapfenstreich anlässlich der Verabschiedung von Kanzlerin Angela Merkel intoniert worden war. Im Anschluss wurde des Musikkorps richtig lebhaft, denn einige Mitglieder tanzten mit Schellen zu Herbert Grönemeyers „Mambo“.

Farbenprächtiges Spektakel: Ralf Fremy startete eine pyrotechnische und musikalische Zeitreise.
Farbenprächtiges Spektakel: Ralf Fremy startete eine pyrotechnische und musikalische Zeitreise. © -

Viele Wildeshauser hatten die Befürchtung, dass es wegen des Regens kein Feuerwerk geben könnte. „Das muss aber immer abgebrannt werden, wenn es aufgebaut ist“, erklärte Ralf Fremy von der Norddeutschen Kunstfeuerwerkerei in Wittmund. Er hatte bereits zum Jahr des Stadtjubiläums eine pyrotechnische Zeitreise geplant, die er nun mit dem Feuerwerk in Szene setzen wollte.

Sechs Techniker hatten am Nachmittag bei strömenden Regen alles aufgebaut und als Neuheit Titan-Spider mitgebracht. Dann aber brach das Feuerwerk nach wenigen Fontänen auf der Burgwiese wieder ab. „Sorry, wir haben tatsächlich einen Wasserschaden erlitten“, hieß es von Fremy. Doch nur wenige Augenblicke später startete die Show erneut und begann bei ihrer Zeitreise zwar musikalisch nicht im Jahr 1270, aber immerhin in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es gab großen Beifall für das minutenlange Spektakel, und dann zog es die Besucher zum Feiern in die Innenstadt.  

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