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Satire zum Gildefest: Gilde denkt nach Absage von Heli-Flug über Maßnahmen zum Pferdeschutz nach

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Von: Ove Bornholt

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Kein Start: Die Flüge wurden abgesagt.
Kein Start: Die Flüge wurden abgesagt. © hw

Aus Sicherheitsbedenken hat die Gilde ja den Hubschrauberflug zum Gildefest abgelehnt. Doch für den Pferdeschutz sind noch ganz andere Maßnahmen im Gespräch.

Wildeshausen – Der Hubschrauber bleibt am Boden, damit die Pferde nicht scheu werden. Anders gesagt: 19. Jahrhundert schlägt 20. Jahrhundert. Die groß angekündigte Aktion, mit einem Helikopter das Wildeshauser Gildefest aus der Luft beobachten zu können, fällt aus. Diese Absage hatten der Veranstalter und die Gilde erstaunlicherweise erst knapp eine Woche vor dem geplanten Flug am Pfingstdienstag verkündet.

Sicherheitsmindesthöhe liegt bei 300 Metern

Die Luftverkehrs-Ordnung, ja, so etwas gibt es in Deutschland, schreibt eine Sicherheitsmindesthöhe von 300 Metern bei Flügen über Städten, anderen dicht besiedelten Gebieten und Menschenansammlungen vor. „Sicherheitsmindesthöhe ist die Höhe, bei der weder eine unnötige Lärmbelästigung noch im Falle einer Notlandung eine unnötige Gefährdung von Personen und Sachen zu befürchten ist“, heißt es im Gesetz.

Der jetzige Heli-Flug war in 500 Metern Höhe geplant. Warum davon die Pferde scheu werden könnten, bleibt wohl das Geheimnis des Obersts, der mit seinen Bedenken ja augenscheinlich auch erst in letzter Minute um die Ecke gekommen ist. Aber recht hat er. Wie oft hört man schließlich, dass Pferde Reißaus genommen haben, weil sie einen Hubschrauber gesehen und gehört haben?

Doch allen berechtigten Sicherheitsbedenken zum Trotz hat man den Schutz der Tiere vielleicht gar nicht weit genug gedacht. Angesichts der Tatsache, dass den Vierbeinern bisher ohne Bedenken zugemutet wird, inmitten von mehreren Musikzügen und Tausenden Menschen die Kutschen mit Oberst und Co. zu ziehen, dürfte eine Neubewertung der Lage unumgänglich sein – schließlich könnten sie angesichts des Lärms und der vielen betrunkenen Menschen jederzeit scheuen. Vielleicht marschiert die Führungsspitze der Gilde das nächste Mal deswegen auf Schusters Rappen durch die Stadt – das sorgt dann auch für die nötige Erdung.

Vielleicht klappt es ja nächstes Jahr

Aber wer weiß, vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr wieder ganz wunderbar mit Kutschen und dann auch mit einem Hubschrauberflug über der Stadt. Voraussetzung ist dann natürlich, dass die Vierbeiner ein entsprechendes Training durchlaufen haben, sodass sie beim Anblick eines einen halben Kilometer entfernten, fliegenden Objekts nicht überraschend in Panik geraten. Man darf gespannt sein.

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