Gezielter Deutschunterricht gefordert

UWG-Antrag: Netzwerk für Sprachschulung

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Sprachunterricht für Flüchtlingskinder.

Wildeshausen - Mit einem Modellprojekt möchten der UWG-Kreistagsabgeordnete Otto Sackmann und der Wildeshauser Schulausschussvorsitzende der UWG, Hermann Hitz, nach Möglichkeit alle Flüchtlings- und Migrationskinder im Alter von sechs bis 16 Jahren gezielt in Bildungszentren in der deutschen Sprache schulen. Der Initiativantrag liegt Landrat Carsten Harings und Bürgermeister Jens Kuraschinski vor und wird am 15. Februar von den Hauptverwaltungsbeamten diskutiert.

Für „Sprint im LkO“ hat das gleichnamige Modellprojekt für die Altersgruppe der ins Berufsleben startenden Jugendlichen Pate gestanden.

Für die Altersgruppe der sechs bis 16-jährigen schulpflichtigen Kinder sind bisher die jeweiligen Schulen mit Sprachlernklassen zuständig. „Vor allem die Grundschulen und die Haupt- und Oberschulen sind in einigen Gemeinden durch den zusätzlichen Aufwand sowohl räumlich als auch personell an ihre Grenzen gelangt“, sagt Hitz. Es gebe zu wenige genehmigte Sprachlernklassen, es fehle an Räumen, der primäre Fachunterricht in den Klassen werde gehemmt, sodass Kinder mit Deutsch als Muttersprache in ihren Lernfortschritten merklich abgebremst würden.

„In der aktuellen Krisenzeit benötigen die schulpflichtigen Kinder wieder gerechtere Bindungschancen“, meint Sackmann. „Die Eltern haben einen Anspruch auf eine möglichst hohe Unterrichtsqualität für ihre Kinder.“ Deshalb sollte auf Landkreisebene dringend und schnell eine zentrale Möglichkeit zur Lösung der Probleme und der Effizienzsteigerung geschaffen werden.

Die Eckpunkte des UWG-Antrags sehen vor, dass alle Kinder mit festgestelltem Sprachförderbedarf altersgruppenspezifisch an einem oder mehreren Standorten im Landkreis zusammengefasst und für die Dauer von längstens einem Jahr mindestens 26 Stunden wöchentlich unter Einbezug (geringer) Anteile Rechnen und Grammatik in Deutsch unterrichtet werden sowie eine Einführung in die regionale Kultur- und Lebenswelt erhalten. Die Schulpflicht soll erst einsetzen, wenn die deutschsprachigen Fähigkeiten einen angemessenen Schulbesuch ermöglichen.

Der Einstieg in die Maßnahme und der Übergang in die zuständigen Regelschulen sollen jederzeit möglich gemacht werden.

„Ein größerer Verbund ermöglicht Sprachlerngruppen, die die Belange der Zusammensetzung nach ethnischen Zugehörigkeiten, kulturellen Besonderheiten und solchen nach angestrebten Schulformen eher berücksichtigen können“, so Hitz. Für dieses Maßnahmenpaket sollten auch Förderprogramme genutzt werden. Als mögliche Standorte kämen öffentliche Gebäude mit freien Raumkapazitäten wie beispielsweise die Oberschule Harpstedt sowie die Grundschulen in Dünsen und Neerstedt in Frage.

„Es ist zu prüfen, ob die Unterrichtszeiten für diese Maßnahme so gestaltet werden können, dass im Anschluss an die bestehende Schülerbeförderung die ‚Sprint-Schüler‘ zu ihren Standorten gefahren und abgeholt werden können“, so Sackmann. Ein erfolgreich agierendes „Sprint-Projekt“ könnte auch eine Strahlkraft auf andere Landkreise entwickeln.

dr

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