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Gezielter Blick auf den Biber fehlt

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Von: Dierk Rohdenburg

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Ein Biber am Wasser: Derzeit weiß niemand, wie viele Tiere in der Region heimisch sind.
Ein Biber am Wasser: Derzeit weiß niemand, wie viele Tiere in der Region heimisch sind. © dpa

Landkreis – Nachdem vor Jahren der erste Bibernachweis in unserer Region an einem Hunte-Altarm in der Wiekau bei Wildeshausen gelang, schreibt dieser streng geschützte Nager laut Naturschutzbund (Nabu) seither eine „Erfolgsgeschichte der Wiederbesiedlung“ seines ehemaligen Lebensraumes im Einzugsbereich der Hunte.

Das, so Willy Zerhusen vom Nabu Dötlingen-Wildeshausen, führe aber durchaus auch zu Konflikten – beispielsweise mit Wassersportlern und Landwirten, die um die Qualität ihrer Äcker fürchten, weil das aufgestaute Wasser Flächen so vernässt, dass sie kaum noch nutzbar sind.

In diesem Zusammenhang kritisiert der Nabu, dass es im Landkreis Oldenburg für den Biber, der den höchsten Schutzstatus nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie hat, kein Monitoring, Management und auch keine Biber-Berater gibt.

Kritik an der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises

„Diese Untätigkeit hat in der Vergangenheit sicherlich auch einige illegale Aktionen gegen die Biber begünstigt“, meint Zerhusen. „In anderen Landkreisen, in denen sich der Biber wieder angesiedelt hat, sieht das ganz anders aus. Hier wurden frühzeitig ehrenamtliche Biberberater ausgebildet und auch eingesetzt. Sie unterstützen die Naturschutzbehörde bei der Erfassung der Biberpopulation, versuchen im Konfliktfall Akzeptanz zu erzielen und beteiligen sich an der Erarbeitung von Problemlösungen.“

Der Nabu würde es begrüßen, wenn auch im Landkreis Oldenburg endlich eine entsprechende Entwicklung seitens der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises eingeleitet würde und stünde auch als Kooperationspartner zur Verfügung, heißt es.

Sogar die Frage, wie viele Biber es in unserer Region gibt, kann derzeit nicht beantwortet werden, so der Nabu. „Um hier schon einmal eine gewisse Vorarbeit zu leisten, möchte die Ortsgruppe Dötlingen-Wildeshausen in eine vorläufige Groberfassung der hiesigen Population einsteigen und fordert alle Bürger auf, Biberbeobachtungen (Tiere, Nagespuren, Baumfällungen und Bauten) zu melden. Meldungen können unter der E-Mail-Adresse biber@nabu-doewi.de erfolgen. Die Mitteilung sollte möglichst ein Foto und eine genaue Ortsangabe enthalten, auch eine Telefonnummer für einen möglichen Rückruf wäre sinnvoll.

Biber ist mittlerweile verbreitet

Noch vor Jahren wurde um die Lage der Wohnstätte des vermutlich ersten Bibers in der Region ein großes Geheimnis gemacht. „Mittlerweile verraten uns heute an vielen Orten seine typischen Nagespuren und von ihm gefällte Bäume seine Anwesenheit“, berichtet Zerhusen. „Diese sind nicht auf einen kleinen Bereich beschränkt, sondern finden sich im gesamten Verlauf der Hunte im Bereich der Stadt Wildeshausen und der Gemeinde Dötlingen. Auch weiter nördlich in der Gemeinde Hatten sind schon Spuren zu finden.“

Aber der Biber beschränkt sich laut Nabu nicht mehr nur auf die Hunte, sondern erobert sich nach und nach auch seine ehemaligen Lebensräume in den Huntezuflüssen zurück. Hinweise auf seine Anwesenheit finden sich in der Aue bis in die Nähe der Ortschaft Endel, in der Nähe von Gut Altona und im Rittrumer Mühlbach. Hier befindet sich nach Angaben des Nabu sogar die bislang wohl einzige Stelle in unserer Region, an der der Biber sogar seine arttypischen Dämme baut.

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