Aus Gewerbegebiet soll Mischgebiet werden/Sozialdezernent: Lage ungünstig

Stadt ändert Baupläne für Flüchtlingsunterbringung

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Noch befindet sich diese Fläche im Gewerbegebiet an der Düngstruper Straße. Bald soll hier ein Mischgebiet Wohnbebauung ermöglichen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Die Zahl der Flüchtlinge im Landkreis Oldenburg wächst stetig, und schon bald müssen in allen Gemeinden neue Unterkünfte gebaut werden, um allen Neuankömmlingen Wohnraum anbieten zu können. In Wildeshausen soll dafür eine Fläche an der Düngstruper Straße zur Verfügung gestellt werden. Das geht aber nur, wenn der Bebauungsplan geändert wird.

Die Stadtverwaltung hatte im Dezember mehrere Standorte in Wildeshausen vorgeschlagen, die im Rahmen von Erbbaupachtverträgen für die Flüchtlingsunterbringung genutzt werden könnten. Die Politik mochte davon aber nur einen nutzen: im Gewerbegebiet an der Düngstruper Straße. Hier könnte beispielsweise die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Häuser in Holzrahmenbauweise errichten, die bis zu 15 Jahre stehen würden. Auftraggeber wäre allerdings der Landkreis, der dann auch die Rechnung bezahlen müsste.

Die Pläne haben jedoch vorerst noch einen Haken: In einem Gewerbegebiet dürfen derartige Gebäude nach Baurecht lediglich für drei Jahre stehen. Eine Verlängerung um weitere drei Jahre ist möglich, aber auch diese Frist reicht nicht, um die hohen Kosten für den Bau der Häuser zu amortisieren.

In einem interfraktionellen Gespräch haben sich die Ratsfraktionen und die Stadtverwaltung deshalb am Mittwoch in nicht öffentlicher Sitzung darauf verständigt, eine Bebauungsplanänderung anzuschieben. Das Gebiet soll zu einem Mischgebiet werden, sodass dort deutlich länger Wohngebäude stehen können.

Der Landkreis Oldenburg ist über diese Planungen informiert. Von der Flüchtlingsunterbringung in einem abgelegenen Gewerbegebiet ist Sozialdezernent Bodo Bode allerdings „nicht begeistert“. Dennoch sagt er: „Wenn das von der Stadt baurechtlich beordnet wird, dann werden wir das dort auch machen.“ In diesem Fall würde auch die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft Oldenburg wieder im Boot sein, die zunächst in der Gemeinde Wardenburg drei Doppelhäuser für 48 Personen errichten möchte. Wardenburg hat eine Fläche im Wohngebiet zur Verfügung gestellt. „Das ist natürlich gut für eine Integration der Flüchtlinge“, so Bode. Mit Blick nach Wildeshausen sieht er da Schwierigkeiten, weil die Infrastruktur in einem Gewerbegebiet fehlt.

Schon jetzt ist zudem abzusehen, dass die Kreisstadt mit der einen Fläche nicht hinkommen wird. „Das dürfte nicht reichen“, erklärt Bode. Er rechne mit dem weiteren Flüchtlingszuzug, wenn die Witterung wieder milder werde. Dann wird die Politik in Wildeshausen wohl über weitere Potenzialflächen diskutieren müssen, die zudem näher an Wohngebieten liegen.

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