Jetzt wird sortiert

Umzug der Kleiderkammer fast abgeschlossen

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In der Kinderbekleidungsabteilung: Silvia Ebinger, Ursel Schwepe und Anita Brengelmann (v.l.). legen Ware zusammen.

Wildeshausen - Von Dierk Rohdenburg. Wie bewerkstelligt man den Umzug von mehreren Tausend Kleidungsstücken innerhalb kurzer Zeit von einem Ort zum anderen?

Mit viel Engagement! Seit rund einer Woche sind der Wildeshauser Ortsverbandsvorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes, Thomas Harms, und rund 20 Frauen damit beschäftigt, die Textilien aus der alten Kammer am Grünen Weg in die neuen Räume am Bahnhof zu transportieren, sie auszupacken, zu sortieren, zusammenzulegen und aufzuhängen. „Jeden Tag in der vergangenen Woche waren jeweils acht Frauen damit beschäftigt“, erzählen Sylvia Ebinger, alte Leiterin der Kleiderkammer, und ihre Nachfolgerin ab April, Anita Brengelmann.

Seit Jahren hatte das Rote Kreuz darauf gewartet, in neue Räume umziehen zu können. In der Halle neben dem Bahnhof haben die Mitglieder nun 240 Quadratmeter Verkaufsfläche sowie ein 60 Quadratmeter großes Sortierzimmer. Dazu kommen Sanitäranlagen und die Küche. „Viel Platz“, sagt Ebinger. Da die Kammer allerdings drei Wochen geschlossen war, ist so viel neue Ware dazugekommen, dass schon jetzt wieder alle Ständer und Regale gut gefüllt sind.

Gut sortiert: Rosi Mint, Lidia Kessler und Barbara Galwas (v.l.) sichten und ordnen die Kleidung.

Die Kleidungstücke sind wie in einem gut sortierten Kaufhaus geordnet. Es gibt ein Regal mit Schuhen, eine Damen-, Herren-, Kinder- sowie Sportbekleidungsabteilung und einen Bereich für Wäsche wie beispielsweise Bettzeug. „Alles ist nach Größen sortiert“, erzählt Brengelmann, während Ursel Schwepe nebenan damit beschäftigt ist, die Kinderkleidung zu ordnen. „Wir haben alles von der Säuglingsausstattung bis Größe 180“, berichtet sie. Immer wieder würden sich Kundinnen melden, die aus dem Frauenhaus kommen oder bei der Schwangerenkonfliktberatungsstelle „donum vitae“ auf das Rote Kreuz hingewiessen wurden. 

„Die erhalten bei uns die Erstausstattung selbstverständlich kostenlos“, so Brengelmann. Immer wieder kämen auch Kunden, die vom Sozialamt geschickt werden, oder Obdachlose und Durchreisende. „Sie werden selbstverständlich von uns versorgt und müssen nichts bezahlen“, betont Brengelmann. Gleichzeitig, so macht sie deutlich, sei die Kleiderkammer aber für jeden Interessierten geöffnet. Wer passende Stücke findet, muss dafür ein kleines Entgelt zahlen. Kindersachen kosten oft 50 Cent, Bettwäsche einen Euro, Schuhe drei Euro und edlere Kleidungsstücke gehen in der Regel für fünf Euro über den Ladentisch. „Wir sind sehr günstig im Vergleich zu anderen Kleiderkammern“, berichtet Brengelmann. „Wenn alles gratis abgegeben werden würde, würde manches in Vorgärten oder auf dem Flohmarkt landen.“

Bislang ist noch nicht klar, ob die Kleidercontainer in der Stadt auch in Zukunft stehen bleiben werden. Leider wollen dort immer wieder Zeitgenossen ihren Müll entsorgen. Von daher kann es durchaus passieren, dass Kleiderspender schon bald nur noch die Klappe neben dem Eingang der Kammer nutzen können. Dort fallen die Spenden gleich auf den Boden und werden anschließend in den Sortierraum gebracht. „Das ist alles viel einfacher als vorher“, freut sich Ebinger.

Im Sortierraum sind die Frauen für verschiedene Abteilungen zuständig und kontrollieren, ob die Kleidungsstücke sauber und unversehrt sind, denn nur einwandfreie Ware kommt an die Ständer.

Die Kleiderkammer öffnet erstmals wieder am 21. März von 15 bis 18 Uhr und verkauft dann jeden Donnerstag. Ab April kommt ein Dienstagstermin von 10 bis 12 Uhr dazu. Das Rote Kreuz rechnet damit, dass sich die Besucherströme verteilen und damit keine Einlasskontrollen mehr nötig sind. Derzeit kommen zu jedem Öffnungstag rund 120 Kunden.

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