Digitale Kontaktverfolgung statt Zettelwirtschaft / Anstoß von Frank Stauga

Gesundheitsamt testet „Luca“-App

Schnellere Kontaktverfolgung: Die App „Luca“ läuft auf einem Smartphone.
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Schnellere Kontaktverfolgung: Die App „Luca“ läuft auf einem Smartphone.

Die „Luca“-App, mit der die Kontaktnachverfolgung einfacher sein soll, wird im Landkreis Oldenburg getestet. Das Gesundheitsamt erprobt das Programm für Smartphones mit zwei lokalen Partnern und könnte die App bald dauerhaft nutzen.

  • Der Landkreis Oldenburg testet die „Luca“-App.
  • Mit dem Smartphone-Programm soll die Kontaktnachverfolgung einfacher sein.
  • Zu den lokalen Partnern gehören bis jetzt Gastwirt Frank Stauga und die Privatschule Gut Spascher Sand.

Das Gesundheitsamt des Landkreises Oldenburg testet zurzeit mit Gastwirt Frank Stauga vom „Alten Amtshaus“ und der Privatschule Gut Spascher Sand die „Luca“-App. Mit dem Programm für Smartphones soll die Kontaktverfolgung im Fall einer Corona-Infektion einfacher werden als auf dem herkömmlichen Weg. Denn bis jetzt werden die Daten oft noch handschriftlich erfasst.

Konkret funktioniert es folgendermaßen: Wenn ein Kunde bei Stauga bestelltes Essen abholt und die App installiert hat, kann er mit dem Smartphone einen QR-Code scannen. Damit werden seine Daten in Sekundenschnelle erfasst. Sollte dann bei einem anderen Kunden, der im gleichen Zeitraum beim „Alten Amtshaus“ war, eine Corona-Infektion nachgewiesen werden, könnte der „Luca“-App-Nutzer schnell informiert und getestet werden. Ein ähnliches Prinzip gilt für Gut Spascher Sand.

De Landkreis ist auch in Gesprächen mit dem VfL Wittekind

Der Landkreis ist außerdem in Gesprächen mit dem VfL Wittekind, um auch diesen in die Testgruppe einzubeziehen. So könne zum Beispiel nach einem Infektionsfall in einer Trainingsgruppe nachverfolgt werden, wer teilgenommen hat, sagt Kreissprecher Oliver Galeotti. Er betont, dass der Landkreis „sehr, sehr offen“ für diese Art der Kontaktverfolgung ist. Es gebe zwar einige Anbieter auf dem Markt, aber man habe sich jetzt für die „Luca“-App entschieden. Vergaberechtlich sei das unproblematisch.

Um sicherzustellen, dass die Daten auch schnell und ohne Verluste an das Gesundheitsamt übertragen werden, hat der Landkreis eine Firma mit der Zertifizierung des Verfahrens beauftragt. Das ist mittlerweile abgeschlossen, sodass es voraussichtlich nicht mehr lange dauern wird, bis die Testphase beendet ist. Laut Galeotti könnte das schon Ende der Woche der Fall sein. „Wir wollen vorher aber sicherstellen, dass wir alle ,Kinderkrankheiten‘ beseitigt haben“, legt er Wert auf eine gründliche Vorbereitung. Dann könnten sich auch andere Firmen oder Institutionen von der Zettelwirtschaft verabschieden und Kontakte digital ans Gesundheitsamt übertragen. „Das kann einiges leichter machen“, hofft Galeotti, dass die Behörde Kontakte schneller verfolgen und damit Infektionsketten früher unterbrechen kann.

Abschied von der Zettelwirtschaft?

Dass die App ein Thema für das Gesundheitsamt ist, ist auch Stauga zu verdanken. Der Wildeshauser Wirt sei auf die Kreisverwaltung zugegangen, sagt Galeotti. „Wir bereiten uns vor, damit ihr als Gäste es so einfach und angenehm wie möglich habt“, richtet sich der Gastronom auf Facebook an seine Kunden. Die App sei „wirklich eine 180-Grad-Wendung in der Gastronomie und der Veranstaltungsbranche sowie sämtlichen weiteren Branchen, in denen eine Dokumentation erforderlich ist“, macht er seiner Erleichterung Luft, dass die Zettelwirtschaft zu Ende sein und die Sicherheit zunehmen könnte. „Vielen Dank an unser Gesundheitsamt für diesen richtigen und sehr wichtigen Schritt“, bedankt sich der Wirt für die Kooperationsbereitschaft des Landkreises.

Die App und ihre Entwicklung:

Hinter der Smartphone-Anwendung „Luca“ steht unter anderem der Rapper Smudo. Mecklenburg-Vorpommern kaufte kürzlich als erstes Bundesland die Lizenz für die Nutzung der App. Entwickelt wurde das Programm von den drei Berlinern Philipp Berger, Marcus Trojan und Patrick Hennig. Ihre Firma Nexenio ist eine Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam, unterstützt werden sie von Kulturschaffenden. Nach Angaben der Macher soll die Luca-App die Corona-Warnapp des Bundes nicht ersetzen, sondern ergänzen, indem sie die Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter vereinfacht. Sie ist für iOS und Android verfügbar und für die Nutzer kostenlos. Die Daten werden nach Angaben der Entwickler anonym und verschlüsselt gespeichert. Von Betreibern und Veranstaltern könnten sie nicht eingesehen werden.

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