AUS DEM GERICHT 20-jähriger Wildeshauser muss sich wegen vieler Taten verantworten

Gestohlen, gedroht, getreten und gespuckt

Zugeschlagen: Der 20-Jährige soll gewaltbereit gewesen sein.  
Symbolfoto: dpa
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Zugeschlagen: Der 20-Jährige soll gewaltbereit gewesen sein. Symbolfoto: dpa

Wildeshausen – Zunächst sollte ein 20-jähriger Wildeshauser vor dem Jugendschöffengericht in der Kreisstadt „nur“ wegen Vergehen nach dem Betäubungsmittelgesetz angeklagt werden. Daraus wurden aber zusätzliche Anklagen wegen Körperverletzung und Nötigung. Am Ende gab es noch kein Urteil, weil ein wichtiger Zeuge gar nicht gekommen war. Am Mittwoch, 30. September wird der Prozess fortgesetzt.

Für die Verhandlung waren vier Verfahren miteinander verbunden worden. Die erste Tat des Heranwachsenden wurde am 8. September 2018 angezeigt. Damals hatten Polizisten den jungen Mann mit 9,1 Gramm Marihuana am Rande des Kramermarktes in Delmenhorst erwischt.

Polizisten als „Hurensöhne“ tituliert

Am Silvesterabend 2018 wurde der damals noch 18-Jährige erneut in Delmenhorst auffällig. Dort, so die Anklage, habe er mit einem Kumpel zwei junge Männer angesprochen und dem einen ein Cap vom Kopf genommen. Er habe, als diese das Cap wiederhaben wollten gerufen: „Verpisst euch oder wir bringen euch um“. Als die beiden später in einem Restaurant von der Polizei aufgesucht worden seien, habe er die Polizisten als „Wichser“ und „Hurensöhne“ tituliert. Auf der Wache fanden die Ordnungshüter bei ihm 8,7 Gramm Marihuana.

Am 22. April 2019 soll der dann schon 19-Jährige in Delmenhorst einem anderen Mann das Cap vom Kopf genommen und ihn mit den Worten „Ich fick dein Leben“ und „Ich schlag dich kaputt“ bedroht haben.

Schließlich soll er am 17. Mai 2020 eine Frau in der Wohnung seiner Freundin und Mutter seines Kleinkindes gegen den Türrahmen geschubst sowie ihr ins Gesicht gespuckt haben.

Große Erinnerungslücken

Der Angeklagte zeigte sich auskunftsbereit, konnte aber selten ein Fehlverhalten erkennen. Am Silvesterabend sei er besoffen gewesen. Das Marihuana sei für den Eigengebrauch gewesen, wenn er Probleme habe. Das Cap habe sein Freund dem einen Mann abgenommen. „Wir dachten, die wollten was von meiner Freundin“, sagte der Angeklagte vor Gericht. Bei der Polizei hatte er noch behauptet, selbst das Cap an sich genommen zu haben. Auf jeden Fall habe er keinen Streit haben wollen. Und schon gar nicht habe er jemanden beleidigt.

An den anderen Cap-Diebstahl konnte sich der 20-Jährige kaum erinnern. Auch die Auseinandersetzung in der Wohnung seiner Freundin sei nicht dramatisch gewesen. Er habe telefoniert und geplant, die Wohnung zu verlassen. Vorher habe er kurz ein Tütchen Gras auf einem Tisch deponiert. Die Cousine habe das gesehen und sich aufgeregt, weil das Baby in der Nähe gewesen sei. „Ich wollte meinen Sohn hochnehmen, da ist sie aggressiv geworden und hat geschrien“, berichtete der Angeklagte. Er habe sie am Handgelenk festgehalten und vor ihr auf den Boden gespuckt. Um sich abzureagieren, habe er mit der Faust gegen die Wand geschlagen und sich dabei mehrere Finger gebrochen.

Beim Faustschlag Finger gebrochen

Das klang von der Cousine ganz anders. Das Baby habe die Tüte mit Gras auf dem Wohnzimmerboden schon in der Hand gehabt, erzählte sie. Der Angeklagte habe ihr ins Gesicht gespuckt sowie sie mit der Faust voll am Kopf treffen wollen. Sie habe aber ausweichen können.

Zu den weiteren Anklagepunkten bestätigten die Zeugen weitgehend die Angaben der Staatsanwaltschaft. Lediglich der Zeuge zum Capdiebstahl am 22. April wollte sich an nichts mehr erinnern können, hatte damals bei der Polizei aber noch einiges berichtet. Der zweite Geschädigte war gar nicht gekommen. Er muss nun ein Ordnungsgeld zahlen und demnächst vor Gericht erscheinen. Das dürfte interessant werden, weil aus den Polizeiakten zu entnehmen war, dass beide Zeugen im Vorfeld des Prozesses eingeschüchtert worden sein könnten.  dr

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