Gespräch mit Conrad Kramer

Feuerwehrleute haben es eilig

+
Conrad Kramer hat stets ein offenes Ohr.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Großfeuer in Wildeshausen, die Lagerhalle am Bahnhof brannte in voller Ausdehnung. Schon von weitem konnten die alarmierten Feuerwehrleute den Rauchpilz über der Halle sehen. Da hieß es dann, „so schnell wie möglich zum Feuerwehrhaus und zur Brandstelle kommen“. Die Kehrseite der Medaille war, dass sich schon wenig später einige Bürger auf Facebook darüber aufgeregt haben, dass sich die Einsatzkräfte mit ihren Privatfahrzeugen auf der Barg-loyer Straße nicht an die Verkehrsregeln gehalten hätten und deutlich zu schnell unterwegs gewesen seien. Wir haben mit dem stellvertretenden Ortsbrandmeister Conrad Kramer gesprochen, um zu erfahren, inwieweit so etwas zulässig ist.

Im Gespräch bezieht sich Kramer ganz klar auf die Paragraphen 35 (Sonderrecht) und 38 (Wegerecht) der Straßenverkehrsordnung (StVO): „Der 35-er regelt, dass je nach Verkehrslage, Bedeutung und Dringlichkeit der öffentlichen Aufgabe unter Umständen von den Vorschriften der StVO abgewichen werden kann.“ Und das beziehe sich nicht nur auf Einsatzfahrzeuge: „Das heißt, dass auch unsere Leute, wenn sie aufgrund eines Einsatzes zum Feuerwehrhaus fahren, durchaus einmal die zulässige Geschwindigkeit überschreiten dürfen.“ Und das sei auch am Freitag der Fall gewesen. Schon aus der Ferne hätten sie gesehen, was sie am Bahnhof erwartet: „Fakt ist, dass sie dann natürlich möglichst schnell zum Einsatz wollten, um zu helfen. Während des Unterrichts sagen wir ihnen, dass auch sie gewisse Sonderrechte haben.“

Kramer macht aber keinen Hehl daraus, zu betonen, dass bei aller Eile stets die gebührende Vorsicht und Maßhaltigkeit sehr wichtig ist: „Wir wollen lieber alle Einsatzkräfte ein paar Minuten später vor Ort haben, als einen Kollegen, der verunglückt.“ Es sei also keine Ordnungswidrigkeit, wenn die Jungs zu schnell unterwegs seien: „Aber Vorsicht muss immer geboten sein, denn ansonsten kann es im Schadensfall arge Probleme mit der Versicherung geben.“

Allerdings wisse er sehr wohl, dass es immer wieder mal vorkomme, dass der eine oder andere Kamerad übers Ziel hinausschieße. Und genau das solle nicht passieren: „Darum bin ich dankbar dafür, wenn wir Hinweise bekommen. Wir kümmern uns garantiert darum, denn es muss sich alles in einem vernünftigen Rahmen bewegen.“ Allerdings seien soziale Netzwerke sicherlich nicht das richtige Forum, um diese Dinge zu besprechen oder die Leute gleich zu „verurteilen“.

Er rede ohnehin regelmäßig mit den Kameraden, um sie auf ein vernünftiges Verhalten hinzuweisen: „Daher ist es wichtig, wenn wir mit der Mitteilung auch gezielt gesagt bekommen, wo sich was und wann abgespielt hat: „In Einzelgesprächen kann ich dann wesentlich mehr erreichen als im Unterricht oder in der Gruppe. Für uns ist es wie gesagt wichtig, dass jeder Feuerwehrmann gesund am Einsatzort ankommt und nicht verunfallt oder anderen Menschen schadet.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Ford Fiesta im Test: König der Kleinwagen

Ford Fiesta im Test: König der Kleinwagen

Zwei Elfmeter-Tore: DFB-Elf zieht ins EM-Viertelfinale ein

Zwei Elfmeter-Tore: DFB-Elf zieht ins EM-Viertelfinale ein

Bilder: Keine Nerven vom Punkt - DFB-Frauen siegen gegen Russland

Bilder: Keine Nerven vom Punkt - DFB-Frauen siegen gegen Russland

Schwimmer Wellbrock erreicht WM-Finale: "Riesig"

Schwimmer Wellbrock erreicht WM-Finale: "Riesig"

Meistgelesene Artikel

Landwirtschaftliche Zugmaschinen stoßen in Bühren zusammen

Landwirtschaftliche Zugmaschinen stoßen in Bühren zusammen

18-Jähriger im Alfsee bei Bramsche ertrunken

18-Jähriger im Alfsee bei Bramsche ertrunken

Unfall bei Unwetter: Auto überschlägt sich mehrfach

Unfall bei Unwetter: Auto überschlägt sich mehrfach

„Genuss am Fluss“ steht „auf drei guten Säulen“

„Genuss am Fluss“ steht „auf drei guten Säulen“

Kommentare