Kindheit in Dötlingen verbracht

Gerda Löschen prägte jahrelang die Wildeshauser Zeitung

Gerda Löschen.

Wildeshausen – Wildeshausen war noch ein kleines beschauliches Städtchen, als Gerda Moikow am 28. November 1924 hier geboren wurde. Donnerstag feiert sie den 95. Geburtstag und ist den meisten Wildeshausern wohl eher unter dem Namen Gerda Löschen bekannt, da sie viele Jahre mit dem Verleger Johann August Löschen, Herausgeber der Wildeshauser Zeitung, verheiratet war.

Löschen verbrachte nur wenige Jahre ihrer Jugend in der Wittekindstadt. Ihre Eltern betrieben ein Einzelshandelsgeschäft an der Westerstraße. Zwar lernte das Mädchen hier noch das Laufen, aber dann verschlug es ihre Familie in das benachbarte Dötlingen zu den Großeltern. Der Grund: Im Jahre 1929 war ihr Elternhaus an der Westerstraße abgebrannt.

In Dötlingen besuchte Gerda Löschen die Schule, doch ihr Alltag verlangte von ihr schon in jungen Jahren vollen Einsatz. Sie war am heimischen Herd und im landwirtschaftlichen Betrieb aktiv. Stall- und Feldarbeit gehörten zu ihren Aufgaben.

Als sie Johann August Löschen traf, begann für die junge Frau ein neuer Lebensabschnitt. Im Jahr 1952 läuteten die Hochzeitsglocken. Das junge Paar wohnte zunächst an der Marinestraße in Wildeshausen. Dann ging es an die Westerstraße 26, und 1964 zogen die Eheleute endgültig mit ihren fünf Kindern an die Bahnhofstraße 13 um, wo Johann Löschen die Druckerei und den Verlag von Vater Ludwig übernommen hatte.

Zu Gerda Löschens Leben gehörten schwere Schicksalsschläge. Sohn Klaus starb bereits im Alter von 45 Jahren nach schwerer Krankheit. Die beiden anderen Söhne Ulrich und Lutz sind ebenfalls schon verstorben. Ihr Ehemann verstarb mit 84 Jahren – fünf Jahre nach der goldenen Hochzeit – am 29. Januar 2007.

Die Jubilarin war viele Jahre im Zeitungsverlag aktiv. Karteikarten und Geschäftsbücher trugen ihren Stempel, und im Vertrieb versah sie so manche Wildeshauser Zeitung täglich mit einem Streifband.

Mit dem Verkauf des Verlages an die Mediengruppe Kreiszeitung ging Gerda Löschen in den wohlverdienten Ruhestand – was aber nicht bedeutete, dass sie dadurch weniger aktiv war. Die Seniorin hat viele Freunde in der Stadt. Jeweils donnerstags führte ihr Weg viele Jahre lang in das Kayserhaus zum Treffen der Singgruppe des Hausfrauenvereins. „Für mich war das jedes Mal ein besonderes Ereignis“, erzählt die rüstige und stets gut gelaunte Jubilarin. Gerda Löschen lebt jetzt im evangelischen Altenzentrum Alexanderstift und bekommt dort eine liebevolle Betreuung. Ihre Kinder Inge und Holger besuchen sie regelmäßig. 

ap/dr

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