Hoffnung auf Pfingstfest 2022

Generalversammlung: Wildeshauser Schützengilde blicken in die Zukunft

Teilnahme nur mit 2G: Rund 300 Gildebrüder kamen zur Generalversammlung in einem Zelt zusammen.
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Teilnahme nur mit 2G: Rund 300 Gildebrüder kamen zur Generalversammlung in einem Zelt zusammen.

Die Schützengilde Wildeshausen hat ihre Generalversammlung abgehalten. Dabei ging es am Rande auch darum, die Hälfte der Überschüsse zu spenden.

„Pingsten ward fiert.“ Das ist der Wille der etwa 300 Mitglieder, die am Samstagnachmittag die Generalversammlung der Wildeshauser Schützengilde besuchten. 2020 und 2021 hätten sie sicherlich auch gerne gefeiert, aber Corona machte der Gilde einen Strich durch die Rechnung; und so stand die gesamte Versammlung unter dem Eindruck der Pandemie.

Das fing schon beim Versammlungsort an, der von der Widukindhalle in ein Zelt bei der Gaststätte „Gildestube“ in Zwischenbrücken verlegt worden war. Das wiederum könnte in den nächsten Jahren zur Dauerlösung werden. Die Mehrzweckhalle wird ab 2023 für solche Ereignisse nicht mehr zur Verfügung stehen.

Oberst verteidigt die 2G-Regelung

Zunächst verteidigte Oberst Wilhelm Meyer die Entscheidung des Offizierskorps, die Veranstaltung nach den 2G-Regeln der niedersächsischen Coronaverordnung stattfinden zu lassen. „Wir haben andere Möglichkeiten geprüft. Unter anderem eine große Lösung im Krandel“, berichtete der Oberst. Doch das wäre zu teuer gekommen. „Einer möglichen Anfechtung der Beschlüsse sehen wir gelassen entgegen“, versicherte der Oberst vorbeugend.

Oberst Wilhelm Meyer macht Schaffer Philipp Hogeback und König Jan Hoffrogge Hoffnung, dass sie nicht als „ewige Majestät und Schaffer“ in die Geschichte der Wildeshauser Schützengilde eingehen werden.

Die Auflistung aller ausgefallenen Veranstaltungen von der Himmelfahrtsversammlung über das Pfingstfest bis hin zu den Kompanieversammlungen zog sich deprimierend in die Länge und sollte bis in den Kassenbericht wirken. „Was zukünftig stattfinden kann, wird vom Verlauf der Pandemie abhängen“, erklärte Meyer, verbreitete aber gleich darauf vorsichtigen Optimismus für die Versammlungen der Kompanien und vor allem für das Gildefest 2022. „Wir sollten König Jan Hoffrogge und Schaffer Philipp Hogeback eine vielleicht berechtigte Hoffnung geben, nicht als ,ewige Majestät und Schaffer‘ in die Geschichte der Wildeshauser Schützengilde einzugehen“, appellierte Meyer an die Versammlung, im späteren Verlauf für die Durchführung des Gildefestes 2022 zu stimmen. Andernfalls habe man beiden bereits eine Vertragsverlängerung angeboten, und sie hätten sich inzwischen auch sehr an ihre Begleitoffiziere gewöhnt, scherzte der Oberst. Er sorge sich allerdings, dass Leon Schult als amtierender Kinderkönig ordentliches Mitglied der Schützengilde werden könne, wenn bis dahin kein neuer Kinderkönig ausgeschossen werde.

Überschuss von 79.000 Euro

Etwas ernster wurde es dann wieder mit dem Bericht von Schatzmeister Siegbert Schmidt. Die Mitgliederzahl betrug zum Jahresende 3 651 Personen. Bei den Ausgaben und Einnahmen musste Schmidt wegen der Veranstaltungsabsagen einige Nullnummern verkünden, sodass am Ende ein Überschuss von 79 000 Euro blieb. Für einen Lacher sorgte der Schatzmeister mit seiner Erklärung, warum 2020 trotz des ausgefallenen Gildefestes 900 Euro für Kuchen beim Seniorennachmittag bezahlt wurden. „Der Betrag stammt noch aus 2019. Die Rechnung haben wir erst 2020 bekommen. Das war aber nicht Bäckerei Meyer“, witzelte Schmidt – Jochen Meyer ist Mitglied des Offizierskorps.

Mit kleinen Sticheleien zwischen Schmidt und dem General der Gilde, Jens Kuraschinski, kehrte auch wieder etwas Normalität ein. Der Schatzmeister gab das Wort nach seinem Bericht gar nicht mehr an den Versammlungsleiter zurück und führte die Abstimmungen zum Beitrag und Einschreibegeld selbst durch. Mit 36 Euro Beitrag und 35 Euro Einschreibegeld votierten die Mitglieder einstimmig für die Beibehaltung der bisherigen Beträge. „Sowas hat der General noch nie hingekriegt“, flachste Schmidt daraufhin. Die Berichte aus den Kompanien und der Rückblick auf das Gildefest fielen aus.

Stab skeptisch, was Spende des Überschusses betrifft

Sehr still und ernst wurde es, als Kuraschinski und Schmidt von der Geldübergabe im Flutkatastrophengebiet berichteten. Mit einem Scheck über 45 000 Euro von Spendern aus der Kreisstadt und der Schützengilde selbst war eine Delegation im August nach Ahrweiler gereist. Schmidt hob besonders die Unterstützung der Königskompanie hervor und verwies darauf, dass das Spendenkonto noch nicht geschlossen sei. „Vielleicht können wir ein zweites Mal nach Ahrweiler fahren und einen weiteren Scheck übergeben“, hoffte Schmidt.

Die ehemalige Majestät Jörg Flege unterbreitete unter „Verschiedenes“ den Vorschlag, die Hälfte des Überschusses der Gilde an Wildeshauser Vereine und Institutionen zu spenden, was vonseiten des Stabes aber mit Skepsis gesehen wurde. Einstimmig fiel schließlich das Votum für das Gildefest 2022 aus. Die Versammlung wurde mit dem gemeinsamen Absingen aller Strophen des Wildeshauser Liedes geschlossen.

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