Humorvolles Rededuell vor dem historischen Rathaus

General möchte Wildeshausen zur Steueroase machen

General Jens Kuraschinski (M.) und Landrat Carsten Harings (l.) lieferten sich einen Schlagabtausch.

Wildeshausen - „Wildeshausen muss Steueroase werden.“ Diese Forderung formulierte im Rahmen des nicht ganz erst gemeinten Rededuells Gilde-General Jens Kuraschinski an Landrat Carsten Harings.

Die beiden trafen am Mittwochmittag vor dem Rathaus aufeinander, und Kuraschinski nutzte die Gelegenheit, Harings davon zu berichten, dass die Entwicklung der Gildekutsche 1403-2 Fortschritte machen würde. Erstmals hatte er davon beim Schaffermahl erzählt und das Fahrzeug als umweltfreundliche Alternative zu Volkswagen empfohlen. „Allerdings ist es so, dass diese Investition kritisch hinterfragt werden muss. Der Produktionsstandort Deutschland ist vielfach zu teuer. Dabei spielt die Besteuerung eine erhebliche Rolle“, so der General.

Als Lösung schlug er vor, die Kreisstadt zu einer Steueroase umzuwandeln. „Den Stadtrat und das Offizierskorps haben wir bereits in einer gemeinsamen geheimen Sitzung ganz vorbei an der Presse überzeugt, und wir werden die niedrigsten Steuersätze in ganz Deutschland in Kürze einführen“, fuhr Kuraschinski fort. In diesem Zusammenhang regte er an, das Kreishaus zu einer Briefkastenfirma umzuwandeln. „Das Obergeschoss wird die neue Veranlagungsstelle für die Stadtkasse und über das Eingangsportal kommt ein riesiger Papagoy. Wie lange die Anlaufphase dauert, kann ich allerdings nicht sagen. Zuvor muss aber Ihr Dienstwagen zur Anschubfinanzierung eingezogen werden“, teilte Kuraschinski dem Landrat mit.

Wie zu erwarten war, erwärmte sich Harings nicht für die Vorschläge und warf dem General vor, „eher fehlgedacht“ zu haben: „Wenn gewisse Herren von Steueroasen hören, werden die ganz rege. Nicht, dass die Gilde von den Herren der Fifa unterwandert wird. Das würde doch alle moralischen Instanzen ganz besonders nach Wildeshausen schauen lassen. Und wir wollen doch wohl nicht am Fiskus vorbei arbeiten“, ermahnte Harings den General. Er solle sich nur mal vorstellen, dass Stern, Spiegel oder Fokus die „Papagoy-Papers“ enthüllen. „Damit stoßen Sie, Herr General, die Presse ja auch auf ganz schnell vermutete Pagenmarsch-Papers.“

Haring zweifelte an, dass die neue Kutsche so besonders ist, wie vom General angekündigt. „Was haben die Tests in Sachen Immissionen ergeben?“, fragte er. „Die Zugpferde lassen sich bestimmt mit Schummel-Software optimieren“, regte er an. Überhaupt nicht begeistert war Harings von der Idee, den Dienstwagen einzuziehen. „Wollen Sie etwa auf Ihr Fahrrad verzichten?“

Er schlug vor, die Gilde-Rekruten als Botschafter in die Welt zu schicken. Dafür würde er auch den Dienstwagen zur Verfügung stellen und das Bürgermeister-Fahrrad in den Kofferraum packen. - dr

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