General Kuraschinski wollte so Oberst Frosts Amtszeit verlängern

Gildefest um ein Jahr verschieben? Abgelehnt!

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Das Gildefest wird gefeiert. Dafür stimmten die Gildemitglieder einstimmig.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. „Das ist doch ein ganz schön harter Job“, meinte Jens Kuraschinski, Bürgermeister von Wildeshausen und General der Schützengilde, bevor er während der Generalversammlung am Sonnabend in der neuen Halle der Firma Paul Schmidt die 400 Anwesenden darüber abstimmen ließ, ob das Gildefest in diesem Jahr gefeiert wird.

„Wollen wir das Fest nicht mal um ein Jahr verschieben?“, fragte Kuraschinski grinsend in die Runde. Ein paar gute Gründe dafür konnte der General durchaus anführen. Besonders mit Blick zu seiner rechten Seite, dem angestammten Platz des langjährigen Obersts Ernst Frost, dessen Amtszeit in diesem Jahr endet. Zwei fünfjährige Wahlperioden lang bekleidete er das Amt, nun darf er nicht wiedergewählt werden. „Dass wir in diesem Jahr das letzte Gildefest mit Ernst als Oberst feiern, das kann ich mir noch gar nicht vorstellen“, so Kuraschinski. Besser wäre es da doch, das Fest um ein Jahr zu verschieben. Das würde die Amtszeit des Oberst automatisch verlängern. Zudem habe der General in seinem ersten Amtsjahr wohl bemerkt, dass „die Gilde einen doch das ganze Jahr über ganz schön fordert“.

Erwartungsvoll blickte Kuraschinski in die Runde – und war wohl selbst erleichtert, als aus dem Regiment der entschlossene Antrag kam, das Gildefest zu feiern.

Eine ungewöhnliche Anregung an das Offizierskorps kam aus der Kompanie Westertor. „Während unserer Mitgliederversammlung wurde der Antrag gestellt, dass die Gilde in Anlehnung an die ‚Wildeshauser Schnapsgeschichten‘ eine Schubkarre anschaffen soll“, berichtete Hauptmann Jochen Meyer. Diese sei für diejenigen bestimmt, die nach ausgelassener Feierei nicht mehr mächtig sind, den Nachhauseweg aus eigener Kraft zu bewältigen. Junge Wachsoldaten sollten mit der Aufgabe betraut werden, Gildemitglieder in solcher Notlage nach Hause zu schieben.

„Den Antrag habe ich abgelehnt“, berichtete Meyer. Und auch der Vorschlag, stattdessen lieber die Frauen solcher Schubkarrenkandidaten anzurufen, sei schnell wieder verworfen worden.

Jürgen Luthardt, der vor 50 Jahren König wurde, begann seinen Bericht aus der Königskompanie etwas unzufrieden. „Herr General, die Königskompanie wird immer noch vor der Ratskompanie aufgerufen“, rügte er Kuraschinskis „groben Verstoß gegen das Protokoll“ beim Aufruf der Hauptmänner. „Auch wenn Ratshauptmann Manfred Heinrichs nun der Schwiegervater meines Sohnes ist, kann ich ihm da nicht den Vortritt lassen“, betonte Luthardt.

Aus der Kompanie Cornauer Tor konnte Hauptmann Heinrich Hüls per Information von Oberleutnant Manfred Wulf unter anderem vermelden, dass die Gilde seit 2015 mit großem Erfolg bei Facebook sei. „Einige unserer Beiträge dort werden bis zu 6000 mal geklickt“, so Hüls.

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