Genauer Tatverlauf lässt sich nicht beweisen/41-Jähriger wegen Körperverletzung verurteilt

Tumult in der Kneipentoilette vor Gericht verhandelt

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Mediengruppe Kreiszeitung

Wildeshausen - Gab es am 30. Mai 2015 in den Toilettenräumen einer Kneipe an der Huntestraße in Wildeshausen eine heftige Schlägerei oder handelte es sich eher um eine Rangelei mit nur einem Fausthieb?

Diese Frage konnte die Amtsrichterin in Wildeshausen aufgrund völlig verschiedener Zeugenaussagen nicht endgültig klären. Klar wurde in der Verhandlung nur, dass ein 41-Jähriger aus Wienhausen einen 28-Jährigen aus Visbek gegen 1 Uhr so hart am Kinn traf, dass dieser bewusstlos war und per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde. Dafür wurde er zur Zahlung von 90 Tagessätzen wegen einfacher Körperverletzung verurteilt.

Zu allen anderen Anklagepunkten variierten die Aussagen so stark, dass die Geschehnisse kaum zu beweisen waren. Die Staatsanwaltschaft behält sich jedoch eine Revision gegen das Urteil vor, da sie zwei Männer der gefährlichen Körperverletzung bezichtigt.

Der 41-Jährige und ein 37-jähriger Kumpel aus Ahlhorn waren mit Freunden aus der Schaustellerszene zu einer Geburtstagsfeier in der Kneipe. Ihren Angaben zufolge gab es vom Nachbartisch aus Pöbeleien durch den 28-jährigen Visbeker und den 31-jährigen Goldenstedter. Aus ungeklärten Gründen seien die beiden mit dem 41-Jährigen im Toilettenraum in einen Streit geraten. Während der eine Angeklagte nach einem Eingriff durch den Wirt wieder zurück zu seinem Tisch gegangen sein will, schilderten die beiden mutmaßlich Geschädigten, sie seien von den Angeklagten mit Fausthieben traktiert worden. „Ich habe extrem viele Schläge abbekommen“, so der 28-Jährige. Der 31-Jährige will sich in einer Ecke neben dem Waschbecken verkrochen haben, sodass er nicht so hart getroffen wurde. Er habe dann die Polizei gerufen, erklärte er der Richterin. Zu dem Schlag kam es offenbar, als die Kontrahenten erneut an ihren Tischen kurz aufeinander trafen.

Eine Zeugin hatte keine wilde Schlägerei in den Sanitärräumen gesehen. Der Fluchtweg für die beiden Zeugen sei jederzeit frei gewesen. Ihre Freundin habe von der Toilette vor dem Tumult einen „Heil-Hitler“-Ruf vernommen.

Das interessierte den Anwalt der Angeklagten, der schon vorher auf einen rechtsextremistischen Hintergrund bei dem 28-Jährigen hingewiesen und ihm eine „generelle Gewaltbereitschaft“ attestiert hatte. Von „rechten Sprüchen“ wusste auch der Wirt zu berichten. Er habe die Männer aus Visbek und Goldenstedt schon mehrmals des Lokales verwiesen. Nach dem Tumult habe er die Streithähne getrennt. Wer geschlagen habe, habe er jedoch nicht gesehen. Selbst der Knockout war ihm entgangen, weil er den 31-Jährigen gerade aus dem Toilettenraum holen wollte. Somit blieb der Richterin nur die Möglichkeit, die einzige belegbare Tat zu ahnden.

dr

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