Gemeinschaft prägt die Abende der „Schwestern“

Frauen unterschiedlicher Herkunft lernen Wildeshausen kennen

Die Frauen um Sehen Cercur und Sandra Scholz (von links) haben alle etwas zum Büfett beigetragen und verspeisen gefüllte Weintraubenblätter, Reis, Couscous, Süßspeisen und vieles mehr gemeinsam.

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Lautes Stimmengewirr ertönt am Donnerstagabend aus einem großen Raum des Mehrgenerationenhauses an der Bahnhofstraße in Wildeshausen. Hin und wieder klirrt Geschirr, dann wird es plötzlich ruhiger: Die „Schwestern“ haben sich ihr Essen vom Büfett geholt und an einem großen, rechteckigen Tisch Platz genommen.

Die etwa 30 Frauen sind nicht blutsverwandt, sie kommen nicht einmal aus demselben Land. Sie nennen sich so, weil sich die meisten von ihnen in einer ähnlichen Situation befinden. Die Frauen aus dem Iran, Irak, Bulgarien, Bulgarien, Afghanistan, Syrien, Pakistan und Marokko sind neu in Wildeshausen und umzu. Seit der Gründung der Selbsthilfegruppe in diesem Sommer haben sich auch ein paar deutsche Frauen angeschlossen.

„Wir sind alle Schwestern, wir lachen und reden miteinander“, erklärt Sandra Scholz, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, den Namen der Gruppe. Deren Mitglieder treffen sich jeden Donnerstag an der Bahnhofstraße. Dieses Mal gab es ein Büfett, jede Teilnehmerin hatte etwas mitgebracht. Ansonsten geht es auch um Themen wie Haushalt. „Wir haben ihnen gezeigt, welche Putzmittel man wofür benutzt und wo man diese einkauft. In Deutschland leben wir in einem Überflussland, das ist für die Frauen neu“, so Scholz.

Museumsbesuch und Stadtführung

Während der ersten Treffen im Juni sei es noch sehr ruhig gewesen, erinnert sich Scholz. „Aber nach ein paar Wochen merkten die Frauen, dass sie die Sprache der anderen nicht können müssen. Irgendwer kann immer übersetzen, und sonst reden wir mit Händen und Füßen.“ Zur Kommunikation trägt die Leiterin des Angebots, Sehen Cercur, bei, die mehrere Sprachen spricht.

Zum Programm, das der Landkreis Oldenburg maßgeblich fördert, gehörte auch eine Bahnfahrt zum Kinderkrankenhaus nach Vechta. „Wie komme ich mit dem Zug dort hin? Wie löse ich eine Karte? Was passiert mit den Kindern?“, beschreibt Scholz typische Fragen, die geklärt worden seien.

Bald soll es nach Oldenburg gehen. Neben einem Museumsbesuch und einer Stadtführung ist ein Spaziergang über den Lamberti-Markt geplant. „Es geht uns darum, Kultur zu vermitteln“, erklärt Scholz. Für die Zukunft ist zudem ein Erste-Hilfe-Kurs geplant. Das Deutsche Rote Kreuz ist mit im Boot.

Wer sich an der Gruppe beteiligen möchte, schaut donnerstags ab 17.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus vorbei oder meldet sich unter Tel. 04431/71778.

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