Jahreshauptversammlung: Freiwilligenagentur „mischMit!“ braucht planbare Einnahmen / Neue Mitglieder willkommen

Geldsorgen trotz rundum erfolgreicher Arbeit

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Der Vorstand und das hauptamtliche Büroteam: Dieter Brüggmann, Angelika von Döllen (hauptamtlich), der hauptamtliche Geschäftsführer Thorben Kienert, Beisitzer Sascha Lücke, Beisitzer Thomas Harms, Schriftführerin Johanna Dägele, Kassenwart Egbert Ahlrichs und der stellvertretende Vorsitzende Guido Moormann (v.l.).

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. „Das Flüchtlingsthema hat uns im vergangenen Jahr sehr beschäftigt“, berichtete Dieter Brüggmann, Vorsitzender der Wildeshauser Freiwilligenagentur „mischMit !“, am Donnerstagabend während der Jahreshauptversammlung des Vereins. Gleichzeitig habe aber die mit zwei festangestellten Mitarbeitern hauptamtlich arbeitende Agentur andere Themen bewusst nicht vernachlässigt.

Neben der erfolgreichen Vermittlung von 78 Ehrenamtlichen im Jahr 2015 verzeichnete die Agentur auch großen Zuwachs bei den Vereinen, Organisationen und Institutionen, die über „mischMit !“ gezielt nach Ehrenamtlichen suchen.

Die im vergangenen Jahr gelaufene Zertifizierung, für die voraussichtlich im Juli das Siegel überreicht wird, sowie finanzielle Sorgen waren ebenfalls Themen während der Versammlung. „Unser Verein bekommt zwar Zuschüsse vom Land und von der Stadt, aber daneben sind wir vor allem auf Spenden angewiesen“, erklärte Brüggmann. Dies sei ein absolut unsicherer Punkt in der Haushaltsplanung.

„Im Prinzip müssten wir jedes Jahr zwischen 12.000 und 15.000 Euro an Spenden einnehmen. Das ist kaum realisierbar“, meinte Kassenwart Egbert Ahlrichs. Eher sei nur ein Drittel dieser Summe realistisch einplanbar – auch wenn die Spendenbereitschaft im vergangenen Jahr auch durch das Flüchtlingsthema besonders hoch gewesen sei. Viele Zuwendungen seien aber zweckgebunden. Diese liegen nun auf einem extra Konto. Die Gelder werden ausschließlich für Projekte für die Flüchtlingshilfe und –integration eingesetzt.

„Wir brauchen ein sicheres Finanzkonzept, um zum Beispiel auch die laufenden Personal- und Betriebskosten sicher zu gewährleisten“, so Ahlrichs. Weitere Zuschussmöglichkeiten sollen geprüft werden. Im vergangenen Jahr konnte durch einen Kalender in Zusammenarbeit mit dem Fotostammtisch Geld gewonnen werden. „Auch Ideen dieser Art sind gefragt“, so Brüggmann.

Gleichzeitig will der Verein aber intensiv daran arbeiten mehr Mitglieder und möglicherweise auch Fördermitglieder zu gewinnen. „Für sie haben wir keinen festen Beitrag festgesetzt, sondern die Höhe auf freiwilliger Basis belassen. Das soll auch so bleiben“, so Brüggmann. Vielmehr möchte er die Mitgliederzahl deutlich erhöhen. Zusätzlich möchte der Verein Förderer gewinnen, die die Vereinsarbeit mit festen Beiträgen ausdrücklich finanziell unterstützen möchten.

„2015 hat sich unsere Mitgliederzahl um 20 Prozent erhöht – allerdings nur von 30 auf 37“, sagte Brüggmann. Die Zahl, die ihm vorschwebt, bewegt sich allerdings eher um die 300. „Eine mitgliederstarke Organisation stärkt uns auch im öffentlichen Ansehen sowie gegenüber Politik und Verwaltung den Rücken“, meinte der Vorsitzende.

Agentur und Stadt arbeiten in vielerlei Hinsicht eng zusammen – so auch im Flüchtlingsprojekt „Willkommen – Miteinander in Wildeshausen“, das 2015 ins Leben gerufen wurde und an dem außerdem die Flüchtlingssozialarbeit sowie die Initiative „Willkommen in Wildeshausen“ beteiligt sind.

Für die Agentur stieg 2015 die Zahl der Kooperationspartner von 38 auf 50. „Davon sind 44 in Wildeshausen ansässig, der Rest kommt aus den Nachbargemeinden“, erläuterte Brüggmann. Die Kooperationspartner gaben im vergangenen Jahr 140 verschiedene Angebote heraus, bei denen insgesamt 464 ehrenamtliche Stellen zu besetzen sind.

„Unser Job ist die Vermittlung, aber auch die langfristige Begleitung von Ehrenamtlichen. Wer einmal schlechte Erfahrungen macht, der ist wahrscheinlich lebenslang nicht mehr zu motivieren, ein Ehrenamt zu übernehmen“, so Brüggmann. Daher sei es wichtig, dass das Ehrenamt auch wirklich zur jeweiligen Person passt, dass es ihr langfristig Spaß macht und für Probleme ein Ansprechpartner vorhanden ist. Um all das kümmert sich stets die Agentur.

Ein entsprechender Austausch besteht nach der Vermittlung individuell, aber auch durch den monatlichen Stammtisch und das jährliche Freiwilligenessen. Zusätzlich hat sich im vergangenen Jahr ein Patentreffen etabliert, bei dem sich einmal im Monat Paten, die langfristig Flüchtlinge betreuen, untereinander austauschen können.

Während der Versammlung der standen turnusmäßig auch Vorstandswahlen auf der Tagesordnung. In den Vorstand des Vetreins wurde für die ausscheidende Jana Beuermann als Beisitzer Sascha Lücke, Leiter des Altenzentrums Alexanderstift, gwählt.

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