Gelegenheit im Kassenraum einer Bank genutzt

Geldscheine aus der Börse gestohlen

Die Richterin glaubte dem Angeklagten nicht. symbolFoto: dpa

Wildeshausen/Großenkneten – Gelegenheit macht Diebe. Nach diesem Motto dürfte ein 49-jähriger Mann aus der Gemeinde Großenkneten gehandelt haben, der in einer Volksbank-Geschäftsstelle eine mit 350 Euro gefüllte Börse fand und kurzzeitig den Raum verließ. Vor dem Amtsgericht Wildeshausen beteuerte der Mann zwar am Montag, nur kurz in das Portemonnaie geschaut zu haben, die Videoaufnahmen ließen aber kaum einen Zweifel daran, dass er das Geld an sich genommen hatte.

Der Geschädigte hatte am 24. April um 14.49 Uhr die Volksbank-Geschäftsstelle an der Hauptstraße in Großenkneten betreten, 200 Euro abgehoben, den Kontoauszugsdrucker betätigt und war um 14.52 Uhr wieder gegangen. Die Börse hatte er vergessen. Die Videoaufzeichnung dokumentiert, wie der Angeklagte um 14.59 Uhr den Raum betritt, das Portemonnaie entdeckt, sich umschaut und mit der Börse das Gebäude verlässt. Um 15.01 Uhr kommt er zurück, geht zum Geldautomaten, schaut sich um, legt die Börse an den alten Platz und geht. Bis der Besitzer eintrifft, berührt niemand das Portemonnaie. Es fehlen jedoch die 350 Euro.

Wortreich Unschuld beteuert

„Wie soll das Geld weggekommen sein?“, fragte die Richterin. Der Angeklagte zuckte mit den Schultern und beklagte sich wortreich. Er sei ein guter Mensch, er habe noch nie etwas Schlimmes gemacht und nur kurz in das Geldfach geschaut. Er habe den Besitzer der Börse, den er im Übrigen kenne, später besucht und seine Unschuld beteuert. Er würde ihm auch 350 Euro zahlen, damit alles wieder gut sei. Das müsse aber auch reichen. Den Strafbefehl über 400 Euro plus die 350 Euro an den Besitzer sowie die Gebühren für den Strafbefehl wollte der 49-Jährige in jedem Fall nicht zahlen. „Warum so viel?“, fragte er mit gequältem Gesichtsausdruck.

Einspruch kleinlaut zurückgenommen

Als der Staatsanwalt ankündigte, dass die Anklage wegen Veruntreuung auch in Diebstahl umgewandelt werden und damit die Strafe steigen könnte, stimmte der Großenkneter kleinlaut einer Einspruchsrücknahme zu. Wortreich schilderte er aber weiter, dass ihm Unrecht getan werde, und verließ den Gerichtssaal. Die nächste Rechnung dürfte nun nach dem Urlaub weitere Gebühren für den Prozess und die Auslagen der Staatsanwaltschaft berücksichtigen. Es könne aber eine Ratenzahlung vereinbart werden, erklärte die Richterin ganz praktisch. 

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