Michael Feiner versteigert Brennholz

„Das Geld reicht ja nicht mal für den Sprit des Bauhofes“

Auch die tollsten Sprüche halfen Michael Feiner (rechts) nicht weiter. Die Interessenten kamen einfach nicht in Bieterlaune, wollten das Holz scheinbar am liebsten noch geschenkt bekommen. - Fotos: Dejo
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Auch die tollsten Sprüche halfen Michael Feiner (rechts) nicht weiter. Die Interessenten kamen einfach nicht in Bieterlaune, wollten das Holz scheinbar am liebsten noch geschenkt bekommen.

Wildeshausen - Von Joachim Decker. Schnäppchenmarkt und Winterschlussverkauf in einem am Bauermarschweg in der Kreisstadt: Der Bezirksförster, Forstoberinspektor Michael Feiner, der den Wildeshauser Stadtwald betreut, hatte am Donnerstagvormittag 23 Lose Brennholz unter dem Hammer und wollte sie meistbietend versteigern. Jedes Los bestand aus vier bis fünf Raummetern Holz.

„Wir haben es heute überwiegend mit Eiche zu tun. Das Holz stammt aus den Sturmschäden, die unter anderem das Sturmtief ,Xavier‘ angerichtet hat“, so Feiner. Gefällt und auf dem Gelände der ehemaligen Kompostierungsanlage zusammengetragen wurde es von den Mitarbeitern des Bauhofes.

„Kommen Sie ruhig näher ran, dann fällt mir das Sprechen nicht so schwer. Auch ein Förster darf mal erkältet sein“, stieg Feiner in die Versteigerung ein. Aber schon beim ersten Los taten sich die Interessenten schwer, das Eingangsgebot von 30 Euro zu bieten. „Man ran hier, nach den Festtagen mit viel Völlerei und Alkohol können Sie jetzt auch etwas Gesundes für den Körper tun, indem sie das Holz kaufen und dann ofengerecht zubereiten.“ Aber nichts tat sich, lediglich zehn Euro wurden geboten. Am Ende ging das Los für gerade einmal 15 Euro weg.

„Ich merke schon, ihr habt euer ganzes Geld zu Weihnachten ausgegeben, und jetzt habt ihr nichts mehr“, motivierte der Förster zum Bieten. „Ich habe überhaupt kein Geld bekommen“, kam es aus den Reihen der Kunden. „Ich biete zehn Euro für das nächste Los.“ „Ich sehe schon, das wird nicht so richtig was. Das werden dann wohl alles echte Schnäppchen“, entgegnete Feiner.

150 Euro für ein Los geboten

Dirk Stiege vom Bauhof, der sofort abkassierte und Quittungen ausstellte, konnte die Höhe der Gebote kaum glauben: „Das ist doch nicht wahr. Wenn ich mir einen Raummeter ofenfertiges Holz kaufe, dann zahle ich 70 bis 80 Euro. Hier liegen fünf Raummeter, die zwar noch bearbeitet werden müssen, aber die Leute wollen gerade einmal einen Zehner raustun.“

Erstaunt zeigte sich auch Werner Hagelmann, der auch Holz erstanden hat: „Das ist sagenhaft, für wie wenig Geld heute das Holz zu haben ist.“ Er habe zwar selbst Holz, aber das stehe noch auf dem Stamm und müsste gefällt werden: „Das käme mich teurer als diese Lose. Also kaufe ich es lieber hier und schwitze dann etwas.“

Detlef Meyer wusste zu berichten, dass die Gebote im Frühjahr wesentlich höher sind: „Ich habe erlebt, dass 150 Euro für ein Los geboten wurden. Aber heute sind hier in der Tat echte Schnäppchen zu machen.“ Trotz aller Mühe schaffte es Feiner nicht, die Preise in die Höhe zu treiben: „Leute, da muss mehr kommen. Wir müssen mindestens das Papier bezahlt bekommen. So reicht das auch nicht für den Sprit des Bauhofes. Kein Wunder, dass die Stadt nicht richtig auf die Beine kommt.“ Aber es half nichts, das Holz ging für wenig Geld weg. Am Ende wurden die fünf letzten Lose im „Paket“ für gerade einmal 30 Euro erworben.

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