Bauprojekt liegt auf Eis / Himmelsthür braucht Entscheidung bis Jahresende

Wie geht es weiter mit der Diakonie?

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Das Herzogin-Elisabeth-Haus (im Hintergrund) soll auf jeden Fall stehen bleiben. 

Die Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen benötigt bis Ende des Jahres eine Entscheidung darüber, ob sie auf dem eigenen Gelände drei Wohnhäuser für voraussichtlich 39 Personen mit erhöhtem Assistenzbedarf bauen kann. Das bestätigte der Regionalgeschäftsführer der Diakonie, Jörg Arendt-Uhde, gegenüber unserer Zeitung. Da für das Projekt ein neuer Bebauungsplan erforderlich sei, müsse man einige Zeit einplanen. Ziel sei es, die Häuser bis 2023 einzugbereit zu haben.

Wildeshausen - Das ist angesichts der bisherigen Entwicklung ein ambitioniertes Vorhaben. Alle Versuche, eine Genehmigung für das Wohnprojekt zu bekommen, sind im Sande verlaufen. Nach Protesten aus der Anwohnerschaft sowie der Politik, unter anderem, weil Wald abgeholzt werden müsste, wurde die Beratung in den politischen Gremien bis auf Weiteres ausgesetzt. Bauausschussvorsitzender Hartmut Frerichs (SPD) hatte nach einem Informationstermin auf dem Gelände der Himmelsthür zunächst Abstimmungsbedarf unter den Fraktionen signalisiert. „Ich werde mich nach der Sommerpause mit dem Bürgermeister und dem Baudezernenten zusammensetzen und klären, welche Möglichkeiten wir haben“, betonte Ferichs auf Nachfrage unserer Zeitung. Denn auch der Alternativvorschlag der Diakonie, der einen neuen Standort für die Häuser vorsieht, für den nur wenige Bäume gefällt werden müssten, bereitet einigen Politikern Unbehagen.

Die durchgehend barrierefreien Angebote könnten in drei sich gegenüberliegenden, eingeschossigen Neubauten am Ende der Dr.-Klingenberg-Straße entstehen. „Damit würden wir der Diakonie aber ein neues Baurecht einräumen, ohne das geklärt ist, was auf dem übrigen Gelände geschieht“, unterstrich Frerichs. Das sieht auch Rainer Kolloge von der UWG so. „Wir halten gar nichts davon, wenn die alte Bausubstanz auf dem Gelände abgerissen wird“, sagte er. Das Recht habe die Diakonie aber auf dem Areal. Sie könne dort sogar neu bauen, wo derzeit Häuser stehen.

Das hat Arendt-Uhde nach eigenen Aussagen zwar nicht vor. Er möchte das Gelände aber auch nicht für kleines Geld abgeben. „Wir sind Eigentümer. Man verschenkt kein Land“, sagte er mit Nachdruck. Die Diakonie habe das Areal damals gekauft und viel Geld in die maroden Gebäude gesteckt. Deswegen könne er sich vorstellen, nach dem Prinzip „Eine Hand wäscht die andere“ Regelungen zu treffen, die neuen Häuser zu bauen und die Entwicklung auf dem anderen Gebiet mit der Stadt zu steuern. Die Kommune weiß jedoch noch nicht genau, was auf dem weitläufigen Areal passieren soll. Es ist geplant, das erst im Rahmen des Konzeptes „Wildeshausen 2030“ zu klären.

Kolloge ist auf jeden Fall hart, was Verhandlungen betrifft. „Die Diakonie ist ein reines Wirtschaftsunternehmen. Das müssen wir genauso behandeln wie andere Betriebe“, sagte er. Auf dem Gelände befänden sich Kleinode wie ein alter Kinosaal. „Niemand hat ernsthaft versucht, einen Nachnutzer für die Gebäude zu finden“, kritisierte der UWG-Fraktionsvorsitzende. „Die Substanz ist nicht so schlecht, wie immer behauptet wird.“

Auch Arendt-Uhde will manches Haus stehen lassen. Im Rahmen des Vor-Ort-Termins skizzierte er, dass das Haus Cloppenburg fast leergewohnt ist und Ende 2020 abgerissen werden soll. Ein weiteres Gebäude, in dem sich eine Cafeteria und die Wildeshauser Tafel befinden, soll zunächst bleiben. Das Haus Dümmer ist in drei Jahren leergewohnt und kann zurückgebaut werden. Das Gleiche gilt für das Haus Emsland, das ab 2025 nicht mehr gebraucht werden dürfte, und das Haus Ammerland aus dem Jahr 1907. „Diese Bauten können von uns nicht mehr genutzt werden“, so Arendt-Uhde. „Sie bleiben aber zunächst stehen.“

In jedem Fall erhalten bleibt das Haus „Herzogin Elisabeth“. Das haben wir aufwendig saniert“, so Arendt-Uhde. In der Nähe dieses Gebäudes möchte er das neue Wohnprojekt errichten. Sollte es von der Stadt kein grünes Licht dafür geben, würde er nach Alternativen suchen. Schon jetzt schaue sich die Diakonie um, denn schließlich müsse man auf die Entwicklungen vorbereitet sein.

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