SPD geht Ungerechtigkeiten bezüglich der Gehwegreinigung nach

„Wir müssen bezahlen und unsere Nachbarn nicht?“

+
Alfred Hiegemann und Andreas Pietrek meldeten sich bei Evelyn Goosmann: Sie fühlen sich in Sachen Winterdienst von der Stadt ungerecht behandelt. Die Jusos filmten das Treffen am Montagabend.

Wildeshausen - Von Anja Nosthoff. „Wir müssen für den Winterdienst bezahlen und unsere Nachbarn nicht? Und dann sind wir plötzlich zusätzlich auch noch für den Bürgersteig zuständig, an dem unsere Hinterausgänge liegen? Da passt doch irgendetwas nicht zusammen“, finden Alfred Hiegemann und Andreas Pietrek.

Die Wildeshauser meldeten sich angesichts der bestehenden Ungerechtigkeiten bezüglich der städtischen Gehwegreinigung bei SPD-Ratsmitglied Evelyn Goosmann. Um sich vor Ort ein Bild der Situation zu machen, nahm sich die SPD die Grundstücke der Ehepaare Hiegemann und Pietrek zum Ziel ihrer Sommerradtour am Montagabend.

Die Häuser von Hiegemann und Pietrek liegen mit ihren Vordereingängen an der verkehrsberuhigten Platanenstraße. Die Rückfronten jedoch grenzen an die Pestruper Straße. „Wir haben stets auf der Platanenstraße vor unseren Grundstücken auf einem einen Meter breiten Streifen Schnee geschoben“, berichtete Hiegemann. Mit der Satzungsänderung vor einigen Jahren kam der städtische Winterdienst in den verkehrsberuhigten Bereich und räumte fortan die ganze Straße. Die Anwohner wurden schriftlich entpflichtet, zu räumen, und dafür verpflichtet, zu zahlen. „So weit, so gut“, meint Hiegemann.

Aber nun nahm die Stadt die Grundstücksbesitzer Hiegemann und Pietrek auch für die Pestruper Straße in die Pflicht. „Hier mussten wir seit mindestens 23 Jahren nie etwas machen“, so Edith Hiegemann. Seit der Satzungsänderung ist aber im Winter nun der Schnee von den Anwohnern vom Bürgersteig zu räumen. Im Sommer müssen sie den Steig von Unkraut befreien.

„Und der Bürgersteig ist nicht nur einen Meter breit“, so Hiegemann. „Das ist im Winter eine ganz schöne Plackerei, den Steig entlang der zwanzig Meter langen Rückfront freizuräumen“, weiß auch Elisabeth Pietrek. Diese Pflicht müssen die Ehepaare laut der Stadt jedoch in Kauf nehmen – obwohl der städtische Winterdienst nach der Räumung der Platanenstraße von der Pappelstraße stadtauswärts auf die Pestruper Straße abbiegt und direkt an den Grundstücken von Pietrek und Hiegemann vorbeifährt.

Das Kuriose dabei ist, dass das Räumfahrzeug direkt hinter den beiden Grundstücken auf den Bürgersteig auffährt und dort entlang der Nachbargrundstücke stadtauswärts räumt. Auch die Unkrautbeseitigung dort übernimmt die Stadt. „Und die Nachbarn müssen für den Winterdienst noch nicht einmal bezahlen“, so Hiegemann. „Laut der Stadt und Satzung ist ihnen die Gehwegreinigung nicht zuzumuten, da sie keinen Hinterausgang aus ihrem Grundstück haben.“

Hiegemanns und Pietreks fühlen sich ungerecht behandelt. Evelyn Goosmann dokumentierte das Problem. Sie sah ein: „Das geht nicht, dass Nachbarn nur wegen eines vorhandenen oder nicht vorhandenen Hinterausgangs ungleich behandelt werden.“ Sie versprach: „Wir werden uns des Problems annehmen. Man wird sehen, ob es dazu noch einer Satzungsänderung bedarf, oder ob es eine andere Möglichkeit gibt.“ Die Jusos hielten das Treffen auf Video fest und informieren darüber auf ihrer Internetseite.

Im Anschluss legte die SPD noch einen kurzen Stopp an der Hermann-Ehlers-Straße ein. „An mich wurde ganz kurzfristig herangetragen, dass dort viel Müll herumliege und dass viele Fahrzeuge ohne Kennzeichen dort stünden“, so der SPD-Vorsitzende Thomas Harms. Vor Ort konnte die SPD jedoch keine Missstände ausmachen. „Hier scheint alles in Ordnung zu sein. Es gibt zwar Fahrzeuge ohne Kennzeichen, aber die parken ganz ordnungsgemäß auf den Privatgrundstücken“, so Harms.

Mehr zum Thema:

Nach Anschlag in London: Festgenommene wieder frei

Nach Anschlag in London: Festgenommene wieder frei

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Werk-Kunst Ausstellung im Verdener Rathaus

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

Unglücksfähre "Sewol" vor Südkorea auf Lastschiff verladen

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

"Schwung und Kraft": Vettel jagt Hamilton in Australien

Meistgelesene Artikel

Frontal-Crash: 56-Jähriger lebensgefährlich verletzt

Frontal-Crash: 56-Jähriger lebensgefährlich verletzt

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Entenschlachterei am Westring fällt im Ausschuss durch

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Vater wird aus Sorge um kranke Tochter zum Betrüger

Eisenbahntragödie forderte 1957 vier Menschenleben

Eisenbahntragödie forderte 1957 vier Menschenleben

Kommentare