Prädikat läuft aus / Tourismus stagniert / Campingplatz Aumühle eröffnet

Es geht um den Titel „Luftkurort“

„Luftkurort Wildeshausen“ heißt es auf einem Schild beim Wohnmobilstellplatz im Krandel. Fotos: bor

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Derzeit laufen die Vorarbeiten, damit sich Wildeshausen auch nach dem kommenden Jahr noch „staatlich anerkannter Luftkurort“ nennen kann. Denn diese Auszeichnung gilt für zehn Jahre und wurde zuletzt 2010 verliehen. Das Prädikat muss beim Landesministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr neu beantragt werden.

Birte Hogeback vom Stadtmarketing und Kollegen aus dem Stadthaus müssen einen 15-seitigen Katalog mit Fragen beantworten. Dabei geht es unter anderem darum, ob Wildeshausen „rattenfrei“ ist, was das Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) nachweisen soll. Auch eine „staubarme Müllabfuhr“, die Luftqualität und Industrieanlagen im Kurgebiet sind Themen. Das Areal umfasst nicht die ganze Stadt Wildeshausen, sondern wird im Norden, Westen und Süden vom Nord-, West- und Südring sowie der „Kuhtrade“ begrenzt. Im Osten geht es bis zu den Moorwiesen bei der Schapböge sowie der Welgenmarsch und umschließt einen Bereich zwischen der Harpstedter Straße und der Flachsbäke. Der Katenbäker Berg gehört nicht mehr dazu.

Der Status eines Luftkurorts hebt Wildeshausen im Vergleich zu anderen Städten hervor. „Es ist eine Image-Geschichte“, sagt Daniela Baron vom Stadtmarketing. Man verbinde eine besondere Qualität mit dem Titel Luftkurort. „Das steht uns gut zu Gesicht.“

Luft nach oben sieht Baron allerdings noch bei der touristischen Entwicklung der Stadt. Unbestritten ist, dass Wildeshausen in den vergangenen Jahren einiges aufgeholt hat. Waren 2010 nach Zahlen des Landesamts für Statistik noch 18 706 Übernachtungen zu verzeichnen, so waren es 2016 immerhin 34 377. Allerdings stagnieren die Übernachtungszahlen seitdem, lagen 2018 beispielsweise bei 33 368.

Was tun? Baron setzt auf Zusatzangebote wie das Urgeschichtliche Zentrum (UZW) oder die „Auszeit“, damit Gäste, die in der Nähe oder in Wildeshausen übernachten, noch eine Nacht länger bleiben. Die schon seit Jahren diskutierte, aber bis heute nicht vollendete Realisierung des UZW dürfe aber nicht der einzige Schritt sein, betont Baron, denn wenn es mehr Gäste gebe, müssten diese schließlich auch untergebracht werden.

Die Leiterin des Stadtmarketings verweist darauf, dass das knapp außerhalb der Stadtgrenzen liegende Hotel „Gut Altona“ in der Statistik der Übernachtungszahlen fehlt. „Aber trotz ,Gut Altona‘ könnten wir ein zusätzliches Hotel mit 120 Betten vertragen. Davon bin ich felsenfest überzeugt“, betont Baron. „Man sagt ja, bei drei Übernachtungen pro Einwohner fängt der Tourismus an“, sieht sie noch Raum für Entwicklung. Außer einem Hotel sei aber auch eine „gute und günstige“ Unterbringungsmöglichkeit zum Beispiel für Jugendgruppen wichtig. Dabei denkt sie an Schulklassen, die sich das UZW anschauen.

Der Wohnmobilstellplatz am Krandel platzt nach Barons Einschätzung in der Saison „aus allen Nähten“. Da passt es ganz gut, dass der Campingplatz „AueCamp“ in Aumühle wieder von Touristen angefahren werden kann. Nach fast zwei Jahren Bauzeit ist der Platz betriebsbereit, wenn auch noch nicht ganz fertig. „Daran werden wir in den nächsten Monaten (und vermutlich auch Jahren) noch arbeiten“, heißt es vom Miteigentümer und Projektleiter Achim Breuer, der sich freut, die ersten Besucher begrüßen zu dürfen.

Das „AueCamp“:

Der Campingplatz „AueCamp“ an der B 213 in Aumühle wird von Achim Breuer, seiner Frau Ulrike Brendel und Mike Fried geführt. Sie haben das 6,7 Hektar große Areal mit Badesee erworben, nachdem der Platz in die Schlagzeilen geraten war. Viele Bulgaren wohnten dauerhaft auf dem Gebiet, was der Landkreis Oldenburg 2016 untersagte. Zwei Jahre lang bauten Breuer und seine Mitstreiter den Platz um und räumten auf. Jetzt stehen 68 Plätze für Camper und 22 für Wohnmobile zur Verfügung. Sie sind modern ausgestattet, verfügen zum Beispiel über Internetzugang, Strom- und Wasseranschlüsse. Außerdem können Gruppen auf einer Freifläche zelten. Das Camp versteht sich auch als Platz für kreative Menschen, für die extra eine Werkstatt bereitsteht.

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