Politik plädiert für neue Strahler und eine komplette Ausleuchtung des Burgbergs

Was tun gegen Vandalismus am Ehrenmal?

Immer wieder Opfer von Schmierereien und Vandalismus: Das Ehrenmal auf dem Burgberg. Auch Strahler halfen bis jetzt nichts. Sie wurden mit Farbe beschmiert und beschädigt. Fotos (Archiv): Heger/Rohdenburg

Wildeshausen - Von Ove Bornholt. Das Ehrenmal auf dem Burgberg in Wildeshausen soll von zwei Seiten mit Licht angestrahlt werden, damit Vandalen abgeschreckt werden. Immer wieder haben Unbekannte zuletzt die Inschriften mit den Namen von in den Weltkriegen gefallenen Wildeshausern beschmiert. Außerdem wird am Burgberg immer mal wieder gefeiert, und es soll auch mit Drogen gedealt werden. Damit das in Zukunft verhindert wird, sollen „vandalismussichere Strahler“ angeschafft werden. So forderte es Rainer Kolloge (UWG) am Donnerstagabend im Ausschuss für Stadtplanung, und das Gremium empfahl die Maßnahme einstimmig.

Einzig Klaus Schultze (Grüne) enthielt sich. Ihm sei nicht klar, was „vandalismussichere Strahler“ sind. Er dachte stattdessen über eine Videoüberwachung nach, die aber datenschutzrechtlich nicht möglich ist, wie die Verwaltung informierte.

Aber auch Baudezernent Manfred Meyer hatte so seine Vorbehalte gegen Kolloges Vorschlag. „Die vorhandenen Strahler wurden zweimal mit Farbe besprüht, zerstört und verdreht“, bilanzierte er. „Das wird wieder passieren.“ Auch er wolle „Drogendeals und Saufgelage“ verhindern, aber mit einer anderen Lösung: vier Meter hohe Laternenmasten auf dem Burgberg selbst. Die jetzigen Strahler befinden sich in der näheren Umgebung. Außerdem zweifelt der Baudezernent an der technischen Umsetzbarkeit der Idee: „Vandalismussichere Strahler klingt gut, aber so etwas bekomme ich nicht.“

Der UWG-Ratsherr sieht das anders. „Die Menschheit fliegt zum Mond. Da wird es wohl vandalismussichere Lampen geben.“ Er setzt darauf, dass der Burgberg von zwei Seiten, von der Wittekindstraße und vom Park, be- und damit auch ausgeleuchtet wird. Die Strahler sollen an den Masten, an denen schon die Straßenlaternen hängen, angebracht werden. „Die sind doch auch vier Meter hoch. Da klettert niemand hinauf“, ist sich Kolloge sicher. Außerdem will er zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Beleuchtung soll zum einen Vandalen sowie Störenfriede fernhalten und zum anderen das Ehrenmal optisch in Szene setzen. „Wir werten es dadurch auf“, hofft er.

Wolfgang Sasse (CDU) „begrüßt es außerordentlich, das Ehrenmal zur Gefahrenabwehr komplett zu beleuchten“. Arne Peters (FDP) forderte eine zeitnahe Umsetzung, die Jens-Peter Hennken (CDW) in einem Antrag formulierte. Bis Sommer sollen die Strahler leuchten. „Lasst es uns versuchen. Und wenn es nicht klappt, unternehmen wir einen neuen Anlauf.“ Hedwig Jüchter (SPD) brachte für diesen Fall Bewegungsmelder mit einem Pfeifton ins Spiel, den nur jüngere Menschen hören können. Mit dem Alter lässt bekanntlich das Hörvermögen für hohe Töne nach.

Matthias Kluck (SPD) lobte das Engagement von Wildeshauser Bürgern um Susanne Heger, die schon länger eine Lösung für die Situation fordern. Sie säuberten auch ehrenamtlich das Ehrenmal.

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