15 500 Puten in Mastbetrieb gekeult

Geflügelpest im Landkreis Oldenburg ausgebrochen

Ein Set für einen Abstrich, im Hintergrund ist ein Huhn zu sehen.
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Mit einem Testset für einen Abstrich wird Geflügel auf die hochansteckende Vogelgrippe untersucht.

Heide/Landkreis – Es gibt wieder einen Fall der hochansteckenden Geflügelpest im Landkreis Oldenburg. Wie der Leiter des Veterinäramtes, Dr. Carsten Görner, im Gespräch mit unserer Zeitung berichtete, handelt es sich dabei um einen Putenmastbetrieb in Heide (Gemeinde Ganderkesee). Der Ausbruch war am Montag festgestellt worden. Alle 15 500 Tiere seien bereits getötet, so der Veterinär.

Die Kreisverwaltung hat am Dienstag als Folge des Ausbruches eine „Allgemeinverfügung zum Schutz gegen die Geflügelpest bei Nutzgeflügel“ erlassen, die ab dem heutigen Mittwoch gilt. Es ist der erste Ausbruch der Wintersaison. Bereits in der vergangenen Woche sei die Tierseuche bei einem Bussard in der Gemeinde Hatten entdeckt worden, informierte die Kreisverwaltung im Verlauf des Dienstags.

Die Gebiete um die betroffenen Seuchenbestände werden jetzt mit einem Radius von mindestens drei Kilometern als Schutzzone (ehemals „Sperrbezirk“) festgelegt, heißt es in der Verfügung. Außerdem ist um die jeweilige Schutzzone eine Überwachungszone (ehemals „Beobachtungsgebiet“) mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern um den Seuchenbestand abgegrenzt worden. Letzterer Bereich umfasst Flächen in den Gemeinden Ganderkesee, Hude sowie Groß Ippener. Die genauen Verläufe der jeweiligen Grenzen sind unter anderem im aktuellen Amtsblatt des Landkreises Oldenburg aufgeführt. Auf der Internetseite des Kreises wird eine interaktive Karte veröffentlicht, auf der jeder Tierhalter erkennen kann, ob der Betrieb in einem der Gebiete liegt, berichtet die Verwaltung ergänzend. Ein Bürgertelefon ist im Veterinäramt eingerichtet und unter Tel. 04431/85789 (Montag bis Donnerstag von 8 bis 15 Uhr und Freitag von 8 bis 12 Uhr) erreichbar.

Nach Fällen von Vogelgrippe (unter anderem im Landkreis Cloppenburg) hatte das hiesige Kreis-Veterinäramt bereits Mitte November eine Aufstallpflicht angeordnet. Sie gilt weiterhin. „Die Bedrohung durch das Geflügelpestvirus steht unmittelbar vor unserer Tür und wir nehmen die derzeitige Situation sehr ernst“, hieß es damals seitens der Behörde.

Dieser Ernstfall ist jetzt eingetreten. „Ich glaube nicht, dass es der letzte Ausbruch sein wird“, zeigte sich Dr. Görner im Interview besorgt. Wenn man sich das Auftreten bei Wildtieren und der Masthaltung ansehe, so lasse sich ein „flächendeckender Infektionsdruck“ feststellen, ordnete der Veterinär die Lage ein.

Die Infektion mit dem Virus vom Typ H5N1 sei durch das Landeslabor in Oldenburg festgestellt und das Ergebnis durch das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems bestätigt worden, erläutert der Veterinär weiter. Da die Tiere in Heide bereits offensichtlich an den Auswirkungen litten, habe eine Keulung des Bestandes schon vorher angeordnet werden können. Einige der Puten seien da bereits verendet gewesen, so Dr. Görner. Für das erkrankte Geflügel bedeute eine Infektion ein qualvolles Ende: „Das ist kein schöner Tod.“

Geflügelpest ist für Hausgeflügel hochansteckend und verläuft mit schweren allgemeinen Krankheitszeichen, erläutert die Behörde in der neuen Allgemeinverfügung. Bei Ausbruch der Seuche habe der Gesetzgeber daher unverzügliche Seuchenbekämpfungsmaßnahmen festgelegt. Jeder Verdacht der Erkrankung sei laut Tiergesundheitsgesetz sofort dem Veterinäramt anzuzeigen.

Bei Hühnern und Puten können innerhalb weniger Tage bis zu 100 Prozent der Tiere erkranken und sterben. Enten und Gänse erkrankten oftmals weniger schwer, die Vogelgrippe führe bei diesem Geflügel nicht immer zum Tod und könne daher allerdings bei milden Verläufen gänzlich übersehen werden. „Das führt zu hohen Leiden und Schäden bei diesen Tieren. Die wirtschaftlichen Verluste sind ebenfalls entsprechend hoch“, heißt es weiter. Kranke Vögel schieden den Erreger massenhaft mit dem Kot sowie mit Schleim oder Flüssigkeit aus Schnabel und Augen aus. Bei direktem Kontakt steckten sich andere Artgenossen durch Einatmen oder Aufpicken von virushaltigem Material an, so das Veterinäramt. Auch Eier, die von infizierten Tieren gelegt werden, können virushaltig sein. Infektionsquelle können ebenso kranke oder verendete Tiere sowie deren Ausscheidungen, vor allem der Kot, sein.

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