Schwieriges Einsatz-Szenario für Feuerwehrleute aus Wildeshausen und Dötlingen

Gefahrgutunfall bei Gelamin glücklicherweise nur Übung

Nach dem Einsatz müssen die Anzüge dekontaminiert werden.

Wildeshausen - Jede Menge Feuerwehrfahrzeuge standen am Sonntagmorgen auf der Düngstruper Straße in Höhe des Futtermittelhersteller Gelamin in Wildeshausen. Doch diesmal handelte es sich nicht um einen „echten“ Einsatz der Brandbekämpfer, sondern um die jährliche Gefahrgutübung.

Das Drehbuch dazu hatten Ortsbrandmeister Hermann Cordes und Oliver Rosemeier, stellvertretender Führer der dritten Gruppe, geschrieben. Dieses sah vor, dass es auf dem Betriebsgelände zu einem Schwelbrand im Siloturm kommt. Zudem tritt eine chemische Substanz aus, die als Bestandteil der Futtermittel in größeren Mengen in Lagercontainern bevorratet wird.

Bei der Übung arbeiteten die Wildeshauser Feuerwehrleute mit Einsatzkräften aus den Feuerwehren Dötlingen, Brettorf und Neerstedt zusammen. Und auch Kameraden der Feuerwehr Harpstedt machten sich vor Ort ein Bild. Alle vier Feuerwehren verfügen nicht über eigene Chemikalienschutzanzüge, werden bei einem derart personalintensiven Einsatz jedoch zur Unterstützung angefordert.

Die Stelle wurde in zwei Abschnitte aufgeteilt. Im ersten Bereich arbeiteten die Helfer die Suche nach möglichen Personen im Siloturm und die Brandbekämpfung ab. Deutlich aufwendiger gestaltete sich der zweite Einsatzabschnitt. Dort musste die aus einem 1 000-Liter-Container austretende chemische Substanz aufgefangen und der Container abgedichtet werden. Die Feuerwehrleute gingen dazu in Chemikalien-Schutzanzügen (CSA) vor. Durch diese besondere Einsatzkleidung sind sie vollkommen von der Außenwelt abgeschottet. Die Kameraden verschlossen mit Dichtmaterialien das Leck am Container und verhinderten durch Dichtkissen, dass die Substanz in die Kanalisation gelangte.

Zuvor war bereits der Dekontaminationsplatz hergerichtet worden. Die Kräfte unter Chemikalienschutz müssen nach spätestens 30 Minuten ihren Einsatz beenden. Danach muss der Anzug in der „Schwarzzone“ gereinigt, also dekontaminiert werden. Erst dann können die Feuerwehrleute den Anzügen entsteigen und sich im Umkleidezelt mit frischer Kleidung versorgen.

Nach einer Manöverkritik spendierte die Firma Gelamin Bratwurst und Getränke.

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