Radler wollen Verkehrslage analysieren

Wildeshauser Initiative für Radverkehr gründet sich am Freitag im Bahnhof

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Die Initiatoren der Wildeshauser Initiative für Radverkehr, Martin Bruns, Frank Poppe und Klaus Schultze (v.r.) diskutierten mit zwölf interessierten Radfahrern im Bahnhof.

Wildeshausen - Der Beginn einer neuen Wildeshauser Initiative für den Radverkehr (WIR) gestaltete sich am Freitagabend etwas holprig. Die drei Initiatoren Klaus Schultze, Frank Poppe und Martin Bruns, die mit ihrem Aufruf den Radfahrern in Wildeshausen eine Stimme geben wollen, standen mitsamt der Interessentenschar vor der verschlossenen Bahnhofstür.

Nach einem Anruf und kurzer Wartezeit war das Problem allerdings behoben. Bahnhofsbesitzer Frank Stöver schloss die Tür auf, gab das Getränkelager frei und wies Schultze im Schnelldurchgang am Kaffeeautomaten ein.

Auf dessen Anregung stellten sich die 15 Teilnehmer der Runde zu Beginn vor. Von der besorgten Frau, die allen schlechten Vorbildern zum Trotz versucht, ihren Enkeln richtige Verhaltensweisen im Straßenverkehr zu vermitteln, über Lokalpolitiker bis hin zu einem walisischen Paar, das die Situation für Radfahrer im Vergleich zur Heimat als „paradiesisch“ empfindet, konnten die Hintergründe kaum unterschiedlicher sein. Ein gemeinsames Ziel verbindet dennoch alle: Sie wollen das Leben der Radfahrer in Wildeshausen sicherer machen.

Auslöser für die Initiative war laut Poppe ein Unfall, der sich kürzlich in Zwischenbrücken ereignet hatte. Ein Autofahrer hielt beim Überholen den Mindestabstand von 1,5 Metern nicht ein und verletzte beim Zusammenprall eine ältere Radfahrerin schwer.

Mit der Aussage „in Wildeshausen gibt es keine Radwege“, wies Bruns auf ein seiner Meinung nach strukturelles Problem hin. Die vorhandenen Wege seien viel zu schmal und würden mangelhaft unterhalten, meint er. Bruns war seit 1985 in Wildeshausen Polizist und hatte in seiner Dienstzeit bereits auf die unbefriedigende Verkehrssituation hingewiesen.

Auch andere Teilnehmer sahen es so, übten sich nichtsdestotrotz in Selbstkritik. „Fahrradfahrer sind nicht die besseren Menschen“, war aus der Runde zu vernehmen. Ein friedliches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer wäre wünschenswert. In der Diskussion kristallisierten sich Gefährdungsschwerpunkte wie Zwischenbrücken, das Schulzentrum und die Anbindung der Städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme am Westring heraus, die vordringlich behandelt werden sollen. Zunächst möchte man bei einem Ortstermin die Situation in Zwischenbrücken genauer analysieren.

Aus der Bevölkerung wünscht sich die Gruppe Hinweise auf weitere Gefährdungsbereiche für Radfahrer. Dazu wurde auf Facebook unter „Wildeshauser Initiative für Radverkehr“ ein Account eingerichtet. Im November trifft sich die Gruppe, die sich laut Schultze zunächst keinem Verband anschließen möchte, ein weiteres Mal. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

hri

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