Landkreis verfügt Schließung des Schlachtbetriebes / 43 Infizierte in der Region

Geestland: Zwei Wochen Quarantäne

Verkündeten die vorübergehende Schließung von Geestland: Pressesprecher Oliver Galeotti, Landrat Carsten Harings, Sozialdezernent Jürgen Ohlhoff und Ärztlicher Direktor Leonhard Hamschmidt (von links).  
Foto: rohdenburg
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Verkündeten die vorübergehende Schließung von Geestland: Pressesprecher Oliver Galeotti, Landrat Carsten Harings, Sozialdezernent Jürgen Ohlhoff und Ärztlicher Direktor Leonhard Hamschmidt (von links). Foto: rohdenburg
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Wildeshausen – Der Landkreis Oldenburg hat am Freitag eine zweiwöchige Quarantäneverfügung für den Putenschlachter Geestland in Wildeshausen verfügt. Darüber informierte Landrat Carsten Harings die Medien am Freitagnachmittag. „Das Virus ist im Betrieb. Wir haben sehr viele Infektionen. Deshalb ist diese Entscheidung hart aber auch unerlässlich“, so Harings zu Begründung. Insgesamt gibt es bei Geestland (Stand Freitagmittag) bei 1 183 vorliegenden Testergebnissen 46 positive Fälle einer Covid-19-Infektion. Davon sind 24 Personen im Landkreis Oldenburg wohnhaft. Die übrigen leben in den umliegenden Landkreisen, Städten oder andernorts.

Nach Angaben von Dr. Leonhard Hamschmidt, Ärztlicher Direktor des Landkreises, sind die Infektionen im Kreis aber mittlerweile deutlich verbreiteter. Die Zahl liege bei 43 Personen. In drei Bereichen habe man Schwerpunkte, die mit dem Geschehen in dem Schlachtbetrieb stehen. Bei einem Schwerpunkt seien von 28 Personen 25 getestet worden, wobei es drei positive Fälle gab. In einem zweiten Schwerpunkt seien 124 Personen getestet worden. Hier gab es einen positiven Fall. Der dritte Schwerpunkt liegt in einer christlichen Gemeinde. Wie bereits berichtet, hatten sich dort mehr als 50 Personen am Sonntag zu einem Gottesdienst versammelt. Bei 53 Gläubigen wurden Proben abgestrichen. „Wir haben bisher 43 Ergebnisse bekommen“, so Hamschmidt. „Zehn Proben waren positiv.“

Harings gab einen Einblick in die Abläufe seit dem vergangenen Wochenende. Man habe schnell reagiert und schließlich alle Mitarbeiter bei Geestland untersucht. Der Schwerpunkt der Infektionen sei in der Frühschicht festgestellt worden. Aber auch in der Spätschicht habe man positive Ergebnisse verzeichnet. Dennoch: „Vermutlich ist das Virus von außen eingetragen worden“, erklärte Harings mit Verweis auf die Beprobungen in dem Betrieb Anfang Juni. Damals war nur eine infizierte Person ermittelt worden.

„Die Zahl von 46 Infizierten bedeutete, dass man sich damit sorgfältig beschäftigen musste“, so der Landrat. Und Sozialdezernent Jürgen Ohlhoff verdeutlichte: „Wir erwarten weitere Fälle. Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht.“

Wildeshausens Bürgermeister Jens Kuraschinski teilte mit: „Jeder rechtlich mögliche Beitrag, der dazu führt, das Ausbreitungsrisiko zu minimieren und die Infektionszahlen zu reduzieren, ist ein richtiger Beitrag. Insoweit kann ich die getroffenen Maßnahmen des Landkreises, bei denen der Schutz und die Gesundheit der Bevölkerung im Vordergrund stehen, voll und ganz unterstützen.“ Damit schlussendlich eine weitere Ausbreitung in und um Wildeshausen effektiv eingedämmt werden könne, müssten neben zusätzlichen Testreihen weiter sämtliche Bemühungen unternommen werden, um alle anderen potenziellen Infektionswege zu unterbrechen.

Geestland betonte in einer Pressemitteilung, dass das Unternehmen alles unternehmen wolle, um die Tierschutzanforderungen bei den Landwirten sicherzustellen. „Der Betrieb wird bereits schrittweise heruntergefahren, und es werden keine Puten zur Schlachtung mehr angenommen“, hieß es. „Da die PHW-Gruppe über keinen weiteren Schlacht- und Zerlegebetrieb für Puten im Inland verfügt, drohen Tierschutzproblematiken in den landwirtschaftlichen Aufzuchtbetrieben.“

Geestland kündigte an, dass man das Veterinäramt über die neue Situation informieren wolle. Zudem habe man das Agrarministerium um Soforthilfe in Form von Sondergenehmigungen für die Schlachtung der Puten in anderen Schlachtereien in Niedersachsen gebeten.

Norbert Deeken, Geschäftsführer von Geestland: „Es müssen gemeinsam und schnellstmöglich Lösungsmöglichkeiten für die Landwirte gefunden werden. Im schlimmsten Fall müssten die Landwirte gesunde Tiere in ihrem Betrieb töten. Dies gilt es jetzt unbedingt zu vermeiden.“  dr

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